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Donnerstag, 21. Dezember 2017

UNICEF-Foto des Jahres 2017 / Das Gesicht einer geschundenen Kindheit




Copyright: Muhammed Muheisen (AP/dpa)


Berlin, den 21.12.2017 - Das UNICEF-Foto des Jahres 2017 zeigt die Verstörung, die Krieg und Flucht in den Augen eines Kindes hinterlassen. Der zweifache Pulitzer-Preisträger Muhammed Muheisen fotografierte die fünfjährige Zahra aus Syrien in einem Flüchtlingslager in einem Vorort von Mafraq in Jordanien. In Zahras Gesicht begegnet dem Betrachter stellvertretend das stille Leid von Millionen Kindern in den Krisenländern der Erde.

Der zweite und dritte Preis des internationalen Fotowettbewerbs von UNICEF Deutschland dokumentieren das Schicksal von Müttern und Kindern der ethnischen Minderheit der Rohingya, die vor der Gewalt in ihrer Heimat Myanmar fliehen mussten. Der in Bangladesch geborene Fotograf K.M. Asad hält den Augenblick fest, in dem eine Mutter ihr Baby durch das Meer an Land trägt. Kevin Frayer (Kanada) zeigt die Verzweiflung eines Jungen in einem Flüchtlingslager in Cox‘s Bazar (Bangladesch), der auf einen Lastwagen mit Hilfsgütern klettert.

„Die Augen von Kindern sagen die Wahrheit“, erklärte Elke Büdenbender, Schirmherrin von UNICEF Deutschland bei der Preisverleihung in Berlin. „Das Foto der kleinen Zahra erzählt eindringlich von dem Schrecken und der Trostlosigkeit, die sie in ihrem jungen Leben bereits erleben musste. Man muss dieses Gesicht immer wieder anschauen. Es steht für das Schicksal von Millionen Kindern.“

„Das UNICEF-Foto des Jahres 2017 ist ein Appell an uns. Wir dürfen nicht unberührt bleiben vom Schicksal jener Kinder, die der Gewalterfahrung von Krieg, Flucht und Entwurzelung ausgesetzt sind“, sagt Peter Matthias Gaede, Vorstandsmitglied UNICEF Deutschland. „Im Antlitz des Mädchens Zahra verdichtet sich der Auftrag an uns, wo immer möglich gegen die Zerstörung der Kindheit zu kämpfen.“

„Renommierte Fotografen aus aller Welt haben über 100 großartige Reportagen von den Brennpunkten der Erde eingereicht, aber genauso subtile fotografische Essays über Befindlichkeiten und Verwerfungen in den wohlhabenden Ländern. Sie eröffnen eine tiefe, ästhetisch qualitätvolle und komplexe Einsicht in Zustände und Zusammenhänge unserer Erde“, sagte der Vorsitzende der Jury, Prof. Klaus Honnef.

Das Siegerbild: Zahras Gesicht
Im Antlitz des erst fünfjährigen syrischen Mädchens Zahra entdeckte der in Jerusalem geborene Fotojournalist Muhammed Muheisen die geschundene Kindheit einer ganzen Generation syrischer Kinder. Er traf Zahra in einem improvisierten Flüchtlingslager in Jordanien. Zahras Eltern sind mit ihr und sieben weiteren Kindern 2015 vor dem Krieg dorthin geflohen. Auch im siebten Kriegswinter wird in Syrien noch immer geschossen, gestorben und gehungert. Millionen Jungen und Mädchen verbringen wie Zahra eine häufig trostlose Kindheit in Flüchtlingslagern und notdürftigen Unterkünften. Muhammed Muheisen dokumentiert seit vielen Jahren die Tragödien im Mittleren Osten, Europa in Pakistan und Afghanistan u.a. für die Nachrichtenagentur Associated Press (AP).

Der zweite Preis: Exodus der Rohingya
Fast friedlich wirkt das Foto der Ankunft einer geflüchteten Frau mit ihrem Kind am Strand von Cox’s Bazar in Bangladesch. Der 1983 in Dhaka geborene und für internationale Medien arbeitende Fotojournalist K.M. Asad hat diesen Augenblick am 14. September 2017 festgehalten. Abertausende Angehörige der ethnischen Minderheit der Rohingya flohen zu Fuß oder auf wackeligen Booten vor der Gewalt und Verfolgung in ihrer Heimat, dem Bundesstaat Rakhine in Myanmar. UNICEF schätzt, dass unter ihnen 320.000 Kinder sind. Asads Foto einer dem Meer entsteigenden Mutter mit ihrem Kind ist das Bild einer vorläufigen Rettung von Leib und Leben.

Der dritte Preis: Pure Verzweiflung
Es war der 20. September 2017, als Lebensmitteltransporte in einem Flüchtlingslager der Rohingya am Golf von Bengalen eintrafen. Der Fotograf Kevin Frayer war Zeuge wie ein weinender Junge den Truck mit den Versorgungsgütern erkletterte, die Beine eines Helfers umschlang, dann die Hand ausstreckte, den Augenkontakt mit dem erhofften Retter suchte. Frayer, 1993 in Kanada geboren, hat lange für AP im Nahen Osten gearbeitet und fotografiert für Getty Images. UNICEF hilft in den Lagern mit Trinkwasser und Latrinen, Impfstoffen, Plastikplanen, Zusatznahrung und Notschulen. Doch es fehlen noch finanzielle Mittel. Allein für die kommenden Monate benötigt UNICEF 76 Millionen US-Dollar, um die Kinder mit dem Nötigsten zu versorgen.
Zehn weitere Reportagen hob die Jury mit ehrenvollen Erwähnungen hervor:
  • Jacob Ehrbahn, Dänemark (für Politiken), Reportage: Warten mit der letzten Kraft
  • Leona Ohsiek, Deutschland (Studentin der Hochschule Hannover), Reportage: Wenn der Papa alles ist
  • Ana Palacios, Spanien (Freie Fotografin), Reportage: Stärker als die Sonne
  • Andrew Quilty, Australien (Agence VU), Reportage: Bismillahs Gefühl für den Schnee·         
  • Yuliya Skorobogatova, Russland (Freie Fotografin), Reportage: Friedliche Koexistenz
  • Christian Werner, Deutschland (Freier Fotograf), Reportage: Nichts ist vorbei
  • Anush Babajanyan, Armenien (VII Agency), Reportage: Gemeinsam schaffen sie Hoffnung
  • Zohra Bensemra, Algerien (Agentur Reuters), Reportage: Befreit, aber nicht von der Angst
  • Toby Binder, Deutschland (Freier Fotograf), Reportage: Auf der Verliererstraße
  • Anna Boyiazis, USA (Freie Fotografin), Reportage: Vom Mädchenrecht, nicht unterzugehen
Der internationale Wettbewerb „UNICEF-Foto des Jahres“ wurde im Jahr 2000 von UNICEF Deutschland ins Leben gerufen. Jedes Jahr werden seither Bilder und Reportagen professioneller Fotojournalisten prämiert, die die Persönlichkeit und die Lebensumstände von Kindern auf herausragende Weise dokumentieren. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Nominierung durch einen international renommierten Fotografie-Experten. Detaillierte Informationen finden Sie auf www.unicef.de/foto.

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Jahresbilanz der Pressefreiheit: Weltweit 65 Medienschaffende getötet

Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mindestens 65 Journalisten, Bürgerjournalisten und andere Medienmitarbeiter in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Fast die Hälfte von ihnen starben außerhalb von Regionen mit bewaffneten Konflikten. Sie wurden in Ländern wie Mexiko oder den Philippinen ermordet, weil sie über Tabu-Themen wie politische Korruption oder das organisierte Verbrechen berichteten. Das geht aus der Jahresbilanz der Pressefreiheit hervor, die Reporter ohne Grenzen am Dienstag veröffentlicht hat (www.reporter-ohne-grenzen.de/jahresbilanz/2017).

„Gerade dass so viele Journalisten außerhalb von Kriegsregionen ermordet werden, ist ein erschreckendes Zeichen“, sagte ROG-Vorstandssprecherin Katja Gloger. „In viel zu vielen Ländern können die Täter und ihre Auftraggeber damit rechnen, dass sie mit Gewalt gegen Medienschaffende ungeschoren davonkommen. Die Staatengemeinschaft muss endlich wirksame Mittel finden, um die skandalöse Straflosigkeit für solche Verbrechen zu beenden.“

39 der im Jahr 2017 getöteten Medienschaffenden wurden wegen ihrer journalistischen Tätigkeit gezielt ermordet. Die übrigen 26 wurden im Einsatz getötet, weil sie etwa unter Beschuss oder in einen Bombenangriff gerieten. Unter den Getöteten waren 50 professionelle Journalisten, sieben Bürgerjournalisten und acht sonstige Medienmitarbeiter. 35 Medienschaffende starben in Gebieten mit bewaffneten Konflikten, 30 außerhalb solcher Gebiete. Zehn der Getöteten und damit doppelt so viele wie im Vorjahr waren Frauen.

Die weltweit gefährlichsten Länder für Journalisten, Bürgerjournalisten und Medienmitarbeiter waren 2017 SYRIEN (12 Medienschaffende getötet), MEXIKO (11), AFGHANISTAN (9), der IRAK (8) und die PHILIPPINEN (4).

Weltweit wurden in den vergangenen 15 Jahren allein 1035 professionelle Journalisten in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet.

FAST DIE HÄLFTE ALLER INHAFTIERTEN SITZEN IN NUR FÜNF LÄNDERN IM GEFÄNGNIS

326 Medienschaffende weltweit sind zum Jahresende wegen ihrer Tätigkeit in Haft. Knapp die Hälfte von ihnen sitzt in nur fünf Ländern im Gefängnis: in CHINA, der TÜRKEI, in SYRIEN, dem IRAN und VIETNAM. In CHINA verweigert das Regime der Kommunistischen Partei inhaftierten Kritikern vorsätzlich eine angemessene Gesundheitsversorgung und nimmt in Kauf, dass sie in an den Folgen sterben.

In der TÜRKEI hält die Justiz Journalisten systematisch über längere Zeiträume in Untersuchungshaft und bestraft sie damit, ohne ein Gerichtsurteil abzuwarten. Viele der nach dem Putschversuch im Sommer 2016 Verhafteten sitzen auf diese Weise seit mittlerweile anderthalb Jahren im Gefängnis; der deutsche Korrespondent Deniz Yücel ist seit Februar in Haft, obwohl gegen ihn noch nicht einmal Anklage erhoben wurde. In VIETNAM  hat die Regierung die Unterdrückung der Medienfreiheit in den vergangenen Monaten weiter verschärft und mindestens 25 Blogger verhaftet oder des Landes verwiesen, derzeit sitzen 19 in Haft.

MEHRERE JOURNALISTEN SIND IN SYRIEN SEIT ÜBER FÜNF JAHREN ENTFÜHRT

Ende 2017 sind weltweit 54 Medienschaffende entführt. Mit Ausnahme von zwei Journalisten, die von den separatistischen „Volksrepubliken“ im Osten der UKRAINE festgehalten werden, konzentrieren sich diese Fälle vollständig auf SYRIEN, den JEMEN und den IRAK. Allein in SYRIEN befinden sich derzeit mindestens 22 einheimische und sieben ausländische Medienschaffende in der Gewalt verschiedener bewaffneter Gruppen, einige davon seit mehr als fünf Jahren. In manchen Fällen machen Angehörige und Kollegen der Geiseln deren Schicksal erst nach Jahren publik, weil sie befürchten, das Leben der Entführten sonst zusätzlich zu gefährden.

Im JEMEN halten allein die Huthis elf Journalisten und Medienmitarbeiter gefangen. Die Rebellengruppe, die neben der Hauptstadt Sanaa viele weitere Landesteile kontrolliert, duldet keinerlei öffentliche Kritik. Von einigen der im IRAK und in SYRIEN während der Herrschaft der Dschihadisten-Miliz „Islamischer Staat“ entführten Medienschaffenden gibt es nach wie vor keine Nachricht.

Zwei Medienschaffende sind im Laufe des Jahres verschwunden: ein Blogger in PAKISTAN und ein Journalist in BANGLADESCH. Zu ihren Fällen gibt es seit Monaten weder glaubhafte Bekennererklärungen für eine Entführung noch Belege für ihren Tod.

PROJEKT „FORBIDDEN STORIES “ FÜHRT RECHERCHEN WEITER, ROG FORDERT UN-SONDERBEAUFTRAGTEN

Gewalt und Drohungen gegen Journalisten zielen stets darauf ab, die Betroffenen zum Schweigen zu bringen, ihre Kollegen einzuschüchtern und die Öffentlichkeit von unabhängigen Informationen abzuschneiden. Um dieses Kalkül zu durchkreuzen, haben Reporter ohne Grenzen und das Bündnis Freedom Voices im November das Projekt „Forbidden Stories“ gestartet (forbiddenstories.org): Bedrohte Journalisten können dort ihre Recherchen hinterlegen. Sollte ihnen etwas zustoßen, kann das Bündnis ihre Arbeit fortführen und einem breiten internationalen Publikum zugänglich machen.

Um die Verantwortlichen für solche Verbrechen endlich zur Rechenschaft zu ziehen und den Kreislauf der Straflosigkeit zu durchbrechen, wirbt Reporter ohne Grenzen bei den Vereinten Nationen intensiv für die Einsetzung eines UN-Sonderbeauftragten für den Schutz von Journalisten. Dieser sollte die Bemühungen der verschiedenen UN-Institutionen zum Schutz von Journalisten koordinieren, die bestehende völkerrechtliche Vorschriften durchsetzen und auf diese Weise die Zahl von Übergriffen und Gewaltakten gegen Journalisten endlich wirksam verringern.

Schon jetzt gibt es zwar eine ganze Reihe von UN-Resolutionen für einen besseren Schutz für Journalisten vor allem in Konfliktgebieten. Sie hatten aber bislang kaum konkrete Auswirkungen auf die Lage der Betroffenen.

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

 WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:
- Mehr zur Jahresbilanz der Pressefreiheit: www.reporter-ohne-grenzen.de/jahresbilanz/2017
- Projekt "Forbidden Stories": http://forbiddenstories.org
- Mehr zum Kampf gegen Straflosigkeit: www.reporter-ohne-grenzen.de/themen/straflosigkeit
- Sicherheitsleitfaden für Journalisten (PDF, Englisch): http://t1p.de/ai7o

Die vollständige Jahresbilanz der Pressefreiheit 2017 finden Sie unter www.reporter-ohne-grenzen.de/jahresbilanz/2017.

Montag, 18. Dezember 2017

Mesale Tolu bleibt trotz Freilassung politische Geisel

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist erleichtert über die Freilassung der seit mehr als sieben Monaten in der Türkei inhaftierten Journalistin Mesale Tolu. Ein Gericht in Istanbul entschied am Montag (18.12.), die deutsche Journalistin unter Auflagen freizulassen. Sie darf die Türkei jedoch nicht verlassen und muss sich einmal pro Woche bei der Polizei melden. Tolu saß seit Anfang Mai in Haft. Die Staatsanwaltschaft wirft der deutschen Journalistin laut Anklageschrift Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation und Terror-Propaganda vor. Die nächste Anhörung ist am 26. April.

„Mesale Tolu bleibt eine politische Geisel der Türkei, solange sie das Land nicht verlassen darf. Die türkische Justiz muss die Anschuldigungen gegen Mesale Tolu fallenlassen und sie endgültig freisprechen“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. „Die Entscheidung des Gerichts ist auch ein kleiner Hoffnungsschimmer für den seit Februar inhaftierten Journalisten Deniz Yücel. Die türkische Justiz muss endlich eine Anklageschrift gegen Yücel vorlegen und ihm die Möglichkeit geben, sich vor Gericht gegen die konstruierten Anschuldigungen zu verteidigen.“

Zu Beginn der Verhandlung im Justizpalast Caglayan in Istanbul forderte die Staatsanwaltschaft am Montag die Freilassung von Mesale Tolu. Tolu forderte ihren Freispruch. Sie sei verhaftet worden, weil sie eine Journalistin sei, sagte sie in ihrer Verteidigung. Reporter ohne Grenzen hat den Prozess vor Ort beobachtet. Auch der deutsche Botschafter in der Türkei, Martin Erdmann, nahm als Prozessbeobachter teil.

Der Prozess gegen Tolu hatte am 11. Oktober begonnen. Die deutsche Journalistin, die im Jahr 2007 die türkische Staatsbürgerschaft abgelegt hatte, war am 30. April in Istanbul festgenommen worden und saß seit dem 5. Mai im Frauengefängnis Bakirköy in Haft.

STAATSANWALTSCHAFT BERUFT SICH AUF ANONYMEN INFORMANTEN

Tolu sitzt mit 17 weiteren Beschuldigten auf der Anklagebank, die zeitgleich mit ihr unter ähnlichen Vorwürfen festgenommen wurden (http://t1p.de/021z). Konkret wirft ihr die Staatsanwaltschaft unter Berufung auf einen anonymen Informanten vor, sie sei ein Mitglied der in der Türkei verbotenen marxistisch-leninistischen Partei MLKP und habe regelmäßig an Veranstaltungen des „Sozialistischen Frauenparlaments“ teilgenommen, des Frauenflügels der Partei. Allerdings räumte der anonyme Informant in seiner Aussage ein, Tolu nicht namentlich zu kennen.

Als Beleg für den Vorwurf der Propaganda für eine terroristische Organisation verweist die Anklageschrift auf Tolus Tätigkeit für die linke türkische Nachrichtenagentur Etha, die das Gedankengut der MLKP verbreitet habe. Die Etha-Website ist in der Türkei seit 2015 per Gerichtsbeschluss gesperrt, die Agentur arbeitet aber weiter.

Außerdem erwähnt die Anklageschrift Tolus Anwesenheit bei Veranstaltungen, zu denen die legale Gruppierung „Sozialistische Partei der Unterdrückten“ (ESP) aufgerufen hatte. Bei mindestens einer dieser Veranstaltungen – der Beerdigung zweier bei einem Polizeieinsatz getöteter mutmaßlicher MLKP-Aktivistinnen im Dezember 2015 – fungierte Tolu als Dolmetscherin für einen Journalisten und übte damit eine journalistische Tätigkeit aus.

Derzeit sitzen mehr als 100 Journalisten in der Türkei in Haft. Reporter ohne Grenzen zählt den türkischen Präsidenten Erdogan zu den größten Feinden der Pressefreiheit weltweit. Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht die Türkei auf Platz 155 von 180 Staaten. Weiter Informationen über die Lage der Journalisten im Land finden Sie unter www.reporter-ohne-grenzen.de/türkei.


(Diese Meldung auf der ROG-Webseite: http://t1p.de/f3g8)

Samstag, 16. Dezember 2017

LUMIX Fotofestival für jungen Fotojournalismus, 20.-24. Juni 2018 Hannover

Der Termin für das 6. LUMIX Festival für jungen Fotojournalismus ist fix. Vom 20. bis 24. Juni 2018 findet das international renommierte Festival mit Schwerpunkt Fotojournalismus und Dokumentarfotografie auf dem Expo-Gelände in Hannover statt. Die Vorbereitungen laufen bereits an und wir freuen uns, dass wir bewährte Partner wie PANASONIC, FREELENS und den Verein zur Förderung der Fotografie in Hannover e.V. als Unterstützer haben. Auf die Zusammenarbeit mit neuen Partnern wie HAFVEN und zum zweiten Mal mit der UmweltDruckerei, die den Nachhaltigkeitspreis stiftet, freuen wir uns besonders. Auch bei der 6. Auflage des LUMIX Festivals werden 60 journalistische Arbeiten mit etwa 1.500 Fotografien sowie 20 Multimedia-Reportagen zu sehen sein. Neben den Ausstellungen in mehreren Pavillons auf dem ehemaligen Expo-Gelände wird es erneut eine große Open-Air-Ausstellung geben. Fester Bestandteil wird nach der Premiere 2016 erneut das Containerdorf sein, in dem sich Hochschulen, Redaktionen, Verbände, Initiativen und Fotografen-Kollektive präsentieren. Im Hörsaal des Design Centers wird es 8 Vorträge international renommierter Fotografinnen und Fotografen geben und das Atrium wird wieder zum Ort für eine umfangreiche Fototechnik-Messe umgebaut.

Meinrad Schade kommt
Der erste Vortragende für das LUMIX Festival steht fest: Meinrad Schade gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Fotografen der Schweiz. Nach dem Abschluss seines Biologie-Studiums wandte er sich der Fotografie zu. Erste Station seiner fotografischen Karriere war, nachdem er einen Lehrgang an der Schweizer Journalistenschule MAZ absolviert hatte, eine Festanstellung als Pressefotograf beim St. Galler Tagblatt. 2002 machte er sich als Fotograf selbständig. Im Jahr 2011 wurde er mit dem Swiss Photo Award ausgezeichnet, 2013 mit dem n-ost Reportagepreis. Die renommierte Fotostiftung Schweiz in Winterthur präsentierte 2015 seine große Einzelausstellung »Krieg ohne Krieg«, parallel dazu erschien im Verlag Scheidegger & Spiess der gleichnamige Bildband. Dafür bereiste er Krisenregionen der ehemaligen Sowjetunion. Im Mai 2018 wird sein neues Buch „unresolved“ erscheinen, Teil seines Langzeitprojektes »Krieg ohne Krieg«, für das er diesmal in Israel und Palästina fotografiert hat.
Meinrad Schade spricht über seine Arbeit am Donnerstag, den 21. Juni 2018, um 17 Uhr im Hörsaal des Design Centers.

Wieder mit dabei: der Nachhaltigkeitspreis
Nach der erstmaligen Vergabe im Rahmen des letzten LUMIX Festivals wird es auch bei der 6. Auflage einen vierten Award für ausstellende Fotografen geben. die UmweltDruckerei stiftet erneut den Nachhaltigkeitspreis in Höhe von 1.000 Euro für die beste Geschichte, die sich mit dem Themenbereich Umwelt, Nachhaltigkeit und Soziales auseinandersetzt. Ziel ist es, Fotografen zu unterstützen, die sich mit umweltpolitisch, aber ebenso gesellschaftlich relevanten Themen beschäftigen und damit zu einem besseren Verständnis komplexer Thematiken beitragen. 2016 erhielt Pablo Ernesto Piovano den erstmalig vergebenen Preis der UmweltDruckerei. Der argentinische Fotograf überzeugte mit seiner engagierten Arbeit »The Human Cost of Agrichemicals« über die tragischen Folgen des langjährigen Einsatzes von glyphosathaltigen Unkrautvernichtern in seinem Heimatland.
Das Bewerbungsverfahren für das Ausstellungsprogramm und die Awards läuft noch bis zum 31. Januar 2018. Aktuelle Infos rund um das 6. LUMIX Festival für jungen Fotojournalismus sowie das Bewerbungs-Portal gibt es hier: https://fotofestival-hannover.de/bewerbung/bewerbung.html

Café Lehmitz Photobooks kommt mit Bücherstand
Richard Sporleder und sein Team von Café Lehmitz Photobooks betreiben während des 6. LUMIX Festivals den großen Büchertisch. Im Lichthof vor dem Eingang zum Hörsaal, in dem die Vorträge unserer Gastredner stattfinden, wird Café Lehmitz Photobooks seinen Stand aufbauen. Festivalbesucher können sich auf eine große Auswahl von fotojournalistischen und dokumentarischen Bildbänden freuen. Soweit die Verleger es möglich machen, sollen am Büchertisch natürlich wieder viele Ausgaben der Bücher der ausstellenden sowie vortragenden Fotografinnen und Fotografen zu kaufen sein. Am Büchertisch werden außerdem Signierstunden stattfinden.Mehr Informationen über Café Lehmitz Photobooks gibt es hier: www.cafelehmitz-photobooks.com/index.html

Hafven ist neuer Kooperationspartner
Wir freuen uns, dass Hafven neuer Kooperationspartner für das 6. LUMIX Festivals ist. Auf mehr als 2.000 Quadratmetern werden im Hafven in Hannover ein Coworking und ein Maker Space (Büroarbeitsplätze, Besprechungs- und Workshopräume, ein FabLab, Holz- und Metallwerkstätten) sowie ein eigenes Café vereint. Über 800 Mitglieder nutzen aktuell diese offenen Raum, darunter Solo-Selbständige, Angestellte, Start-Ups und Konzerne. Darüber hinaus finden Veranstaltung aller Art statt. Auch das Team des LUMIX-Festivals kann nun für die organisatorischen Aufgaben die Räumlichkeiten im Hafven in Hannovers Nordstadt und im Stadtteil Linden nutzen. Dabei sind es nicht allein die modernen Arbeitsplätze und die Infrastruktur, die das Arbeiten im Hafven angenehm machen. Vor allem die familiäre und offene Atmosphäre im Coworkig Space wirkt motivierend und erinnert an die fünf Tage LUMIX Festival. Mehr Informationen über den Hafven gibt es hier: https://hafven.de

Ab sofort gibt es Gutscheine
Weihnachten rückt näher – und das ist die perfekte Gelegenheit Freunden oder Verwandten mit unseren LUMIX-Gutscheinen zu beglücken. Die Gutscheine gelten als Eintrittskarte für alle fünf Festivaltage und kosten regulär 12 Euro bzw. ermäßigt 7 Euro (Schülerinnen und Schüler, Studierende, Rentnerinnen und Rentner, Arbeitslose, Behinderte inklusive einer Begleitperson).
Einen Kartenvorverkauf wird es nicht geben. Stattdessen erhalten Sie gegen Vorlage des Gutscheins während des 6. LUMIX Festivals das an allen Tagen gültige Festivalticket. Einzulösen sind die Gutscheine vom 20. bis 24. Juni 2018 von 10 bis 20 Uhr an den Kassen im Eingangsbereich des Design Centers.
Die Gutscheine können bis kurz vor dem Festival via Mail an info@fotofestival-hannover.de bestellt oder direkt in der Hochschule Hannover im Pressebüro (30538 Hannover, Expo Plaza 2, EP 2 Raum 2A.2.28), in der Zentralbibliothek der Hochschule Hannover (30459 Hannover, Ricklinger Stadtweg 118), im Hafven (30167 Hannover, Kopernikusstraße 14) sowie in der GAF | Galerie in der Eisfabrik (30171 Hannover, Seilerstraße 15d) erworben werden. Bitte informieren Sie sich vorher über die Öffnungszeiten.
LUMIX Festival für jungen Fotojournalismus
Festival-Büro
Schwarzer Bär 2
30449 Hannover

Freitag, 15. Dezember 2017

Die Bewerbungsphase für das Paris-Frankfurt Fellowship 2018 läuft - Junge Talente aus der Buchbranche können sich bis zum 30. Januar 2018 bewerben

Vom 30. Mai bis 12. Juni 2018 bietet das Paris-Frankfurt Fellowship jungen deutschen und französischen Talenten aus Buchhandel und Verlagen wieder die Möglichkeit, sich mit Kollegen auszutauschen und zu vernetzen und ihre Marktkenntnisse zu vertiefen. Das Nachwuchsförderprogramm richtet sich an besonders engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Branche, die starkes Interesse am jeweiligen Nachbarland haben. Im Buchhandel Tätige sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Bereichen des Verlagswesens können sich bewerben. Erstmals ist das Programm auch offen für Freischaffende und Influencer aus der Buchbranche wie z.B. Blogger und Youtuber.

„Das deutsch-französische Austauschprogramm haben wir nach dem Ehrengastauftritt Frankreichs im Jahr 1989 zusammen mit den französischen Kollegen von BIEF und DFJW ins Leben gerufen. Anlässlich des Ehrengastauftritts Frankreichs auf der Buchmesse 2017 haben wir das Austauschprogramm einem Relaunch unterzogen und ihm auch den neuen Namen Paris-Frankfurt Fellowship gegeben“, sagt Bärbel Becker, Leiterin Internationale Projekte bei der Frankfurter Buchmesse.

Lisa Paping, aktuell beim Suhrkamp Verlag, hat 2017 an dem Programm teilgenommen: „Das Paris-Frankfurt Fellowship ist ein tolles Programm, das ich sehr weiterempfehlen kann. Ich hatte eine wundervolle Zeit, habe zahlreiche Kontakte geknüpft und sowohl sprachlich als auch inhaltlich viel mitgenommen. So habe ich beispielsweise jede Menge über den französischen – und übrigens auch den deutschen – Buchmarkt erfahren und im Sprachkurs Vokabular und französische Umgangsformen gelernt, die mir im Arbeitsalltag sicherlich weiterhelfen werden.“

Die Kosten für den interkulturellen Vorbereitungskurs sowie für Unterkunft, Verpflegung und Reisen im Rahmen des Paris-Frankfurt Fellowship-Programms werden vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) zusammen mit den Programmpartnern Frankfurter Buchmesse und dem Bureau International de l’Édition Française (BIEF) getragen. Während des Programms erhalten die Teilnehmenden ein Stipendium des DFJW.


Programmablauf
Das zweiwöchige Programm (30. Mai bis 12. Juni 2018) teilt sich in drei Module von je vier Tagen auf. Im ersten Block lernen sich die Teilnehmer am mediacampus frankfurt kennen und besuchen einen sprachlichen und interkulturellen Vorbereitungskurs. Darauf folgen Studienreisen durch Deutschland und Frankreich mit Besuchen bei Verlagen, in Buchhandlungen und Distributionszentren.
  

Bewerbungsprozess
Für das Paris-Frankfurt Fellowship können sich junge Berufstätige im Buchhandel und in Verlagen sowie freischaffende Talente der Buchbranche aus Deutschland und Frankreich bewerben. Die Bewerberinnen und Bewerber dürfen maximal 30 Jahre, in Ausnahmefällen 35 Jahre, alt sein. Weitere Teilnahmevoraussetzungen sind eine abgeschlossene Ausbildung oder ein abgeschlossenes Studium sowie für Bewerberinnen und Bewerber aus Deutschland Französischkenntnisse bzw. Deutschkenntnisse für die französischen Interessenten.

Die Bewerbungsunterlagen, bestehend aus einem Motivationsschreiben, Lebenslauf und bei fest angestellten Interessenten einem Empfehlungsschreiben des Arbeitgebers, können bis 30. Januar 2018 per E-Mail an Nina Garde (garde@book-fair.com) geschickt werden.


Weitere Informationen unter www.buchmesse.de/ParisFrankfurtFellowship
 
 

Über die Frankfurter Buchmesse 


 
Die Frankfurter Buchmesse ist mit über 7.300 Ausstellern aus 102 Ländern, rund 286.000 Besuchern, über 4.000 Veranstaltungen und rund 10.000 akkreditierten Journalisten und Bloggern die größte Fachmesse für das internationale Publishing. Darüber hinaus ist sie ein branchenübergreifender Treffpunkt für Player aus der Filmwirtschaft und der Gamesbranche. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildet seit 1976 der jährlich wechselnde Ehrengast, der dem Messepublikum auf vielfältige Weise seinen Buchmarkt, seine Literatur und Kultur präsentiert. Die Frankfurter Buchmesse organisiert die Beteiligung deutscher Verlage an rund 20 internationalen Buchmessen und veranstaltet ganzjährig Fachveranstaltungen in den wichtigen internationalen Märkten. Mit der Gründung des Frankfurter Buchmesse Business Clubs bietet die Frankfurter Buchmesse Unternehmern, Verlegern, Gründern, Vordenkern, Experten und Visionären ideale Voraussetzungen für ihr Geschäft. Die Frankfurter Buchmesse ist ein Tochterunternehmen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. www.buchmesse.de


Über das Deutsch-Französische Jugendwerk 
 
 
Das DFJW ist eine internationale Organisation im Dienst der deutsch-französischen Zusammenarbeit, die seit 1963 über 8,4 Millionen jungen Menschen aus Deutschland und Frankreich die Teilnahme an über 320.000 Austauschprogrammen und Begegnungen ermöglicht hat. www.dfjw.org

Donnerstag, 14. Dezember 2017

UNICEF-Foto des Jahres 2017 - First Lady Elke Büdenbender, Schirmherrin von UNICEF Deutschland, stellt die Gewinner des renommierten Fotowettbewerbs am 21.12.2017 vor

Kinder in Krisen und Kriegsgebieten sehen schon in jungen Jahren Dinge, die kein Kind sehen sollte. Ihre Erfahrungen brennen sich in ihre Seele und prägen ihre ganze Entwicklung.  Das UNICEF-Foto des Jahres 2017 zeigt dies mit großer Intensität.

Renommierte Fotografen aus der ganzen Welt haben in diesem Jahr 115 Reportagen beim internationalen Fotowettbewerb des Deutschen Komitees für UNICEF eingereicht. Sie zeigen das Leid, aber auch die Kraft von Kindern an den Brennpunkten der Erde genauso wie in schwierigen Lebenssituationen in den wohlhabenden Ländern. Eine unabhängige Jury von Fotoexperten unter der Leitung von Prof. Klaus Honnef wählte aus über 1.400 Bildern das Siegerfoto aus und vergab zudem einen zweiten und dritten Preis sowie zehn ehrenvolle Erwähnungen.


Donnerstag, den 21. Dezember, um 11 Uhrim Haus der Bundespressekonferenz, Raum I + IISchiffbauerdamm 40/ Ecke Reinhardtstraße 55, 10117 Berlin
Teilnehmer:
  • Elke Büdenbender, Schirmherrin von UNICEF Deutschland
  • Muhammed Muheisen, Preisträger des „UNICEF-Fotos des Jahres“ 2017
  • Peter-Matthias Gaede, Vorstandsmitglied UNICEF Deutschland
  • Prof. Klaus Honnef, Vorsitzender der Jury „UNICEF-Foto des Jahres“ 2017

Montag, 11. Dezember 2017

UNICEF-Bericht „Zur Situation der Kinder in der Welt 2017“ | Die digitale Welt sicherer machen – benachteiligten Kindern Zugang eröffnen

Jeder dritte Online-Nutzer auf der Welt ist heute ein Kind oder Jugendlicher. Doch bisher wird zu wenig getan, um Heranwachsende vor den Gefahren der Digitalisierung zu schützen und ihnen sicheren Zugang zu qualitativ hochwertigen Online-Inhalten zu ermöglichen. Dies ist Ergebnis des internationalen UNICEF-Jahresberichts „Zur Situation der Kinder in der Welt 2017“.
Erstmals untersucht UNICEF darin, wie Smartphones, Laptops, Computer und Internet weltweit das Aufwachsen von Kindern verändern. UNICEF unterstreicht, dass Regierungen und Wirtschaft mit den Auswirkungen des technologischen Wandels nicht mitgehalten haben. Hierdurch entstehen neue Risiken für Kinder und die Gefahr, dass Millionen benachteiligter Kinder noch weiter zurückgelassen werden:
„Im Guten wie im Schlechten: die Digitalisierung ist eine unveränderbare Tatsache unseres Lebens“, erklärt Anthony Lake, Exekutivdirektor von UNICEF. „In einer digitalen Welt besteht die doppelte Herausforderung, die Gefahren zu vermindern und den Nutzen des Internets für jedes Kind zu vergrößern.“
Der UNICEF-Report hebt ausdrücklich den Nutzen digitaler Technologien hervor, den diese für die am stärksten benachteiligten Kinder haben können. Mädchen und Jungen, die in Armut, in entlegenen Regionen der Entwicklungsländer oder in Krisengebieten aufwachsen, können hierdurch Chancen für Lernen und Bildung bekommen. Das Internet kann auch Jobchancen verbessern – zum Beispiel durch
Trainingsmöglichkeiten, durch Jobportale oder neue Arten von Arbeit. Und es eröffnet ihnen die Möglichkeit sich mit anderen zu Vernetzen und ihre Standpunkte und Erfahrungen auszutauschen.
Digitale Kluft und digitale Gefahren
Millionen Kinder und Jugendliche auf der Welt profitieren jedoch nicht hiervon:
  • So sind 346 Millionen Heranwachsende in den Entwicklungs- und Schwellenländern – insbesondere in Afrika – von der digitalen Welt ausgeschlossen. Dabei könnte der Zugang zum Netz ihnen helfen, ihre Fähigkeiten zu entfalten und Armut verringern.
  • Die aktuelle digitale Kluft beim Zugang und der Art und Weise, das Internet zu nutzen, verfestigt eine „Informations-Armut“ – besonders bei benachteiligten jungen Menschen. Mehr als 56 Prozent aller Webseiten sind heute auf Englisch, so dass viele Kinder und Jugendliche sie nicht lesen können. Für Millionen Kinder beschränkt sich die Internetnutzung auf einfache Smartphone-Funktionen.
  • Das Internet verstärkt traditionelle Risiken des Kindes- und Jugendalters. Dazu zählt der Missbrauch privater Informationen, der Zugang zu belastenden Inhalten und Cyber-Mobbing. Der allgegenwärtige Online-Zugang führt dazu, dass Kinder sich immer mehr und zum Teil immer länger ohne Aufsicht ihrer Eltern im Netz bewegen.
  • Das so genannte Dark Web und Kryptowährungen erleichtern schlimmste Formen der Ausbeutung und des Missbrauchs wie Menschenhandel oder Live-Streamings von sexuellem Missbrauch. Neun von zehn Webseiten, die Missbrauchsbilder von Kindern verbreiteten, waren in fünf Ländern ansässig: Kanada, Frankreich, den Niederlanden, Russland und den USA.
Aufwachsen in einer digitalen Welt
In hoch digitalisierten Ländern verändert das Internet die Art und Weise, in der Kinder ihre Freundschaften pflegen, wie sie lernen, spielen und ihre Freizeit verbringen. Viele Eltern und Fachleute befürchten, dass intensive Internet-Nutzung Kinder isolieren und zu Depressionen und Übergewicht führen könnte.
Ob und in welchem Maße diese Sorgen berechtigt sind, hängt davon ab, unter welchen Voraussetzungen Kinder in ihr Leben starten. Kinder, die starke soziale Bindungen und intensive Beziehungen haben, nutzen das Internet eher, um diese Verbindungen zu pflegen. Bei Mädchen und Jungen, die unter Einsamkeit, Stress, Depressionen und Schwierigkeiten in der Familie leiden, können sich diese Probleme verstärken.
Umgekehrt kann es aber auch sein, dass sie im Netz Freunde und Unterstützung finden. Einigkeit besteht in der Forschung, dass unbegrenzte und unbegleitete Online-Präsenz Kindern schaden kann. Die Frage: „Wie viel Internet ist zu viel?“ lässt sich aber nicht eindeutig beantworten. Entscheidender ist, was die Kinder dort tun.
UNICEF ruft Regierungen, Wirtschaft, Kinderrechtsorganisationen, Hochschulen, Familien und Kinder selbst dazu auf, sich für ein sicheres Internet und die Überwindung der digitalen Kluft einzusetzen. Maßnahmen in sechs Kernbereichen sind notwendig:
  • Alle Kinder müssen bezahlbaren Zugang zu qualitativ hochwertigen Online-Angeboten bekommen.
  • Kinder müssen vor Online-Gefahren geschützt werden.
  • Die Privatsphäre und die Identität von Kindern müssen geschützt werden.
  • Kinder müssen digitale Kompetenzen genauso wie lesen, schreiben und rechnen lernen.
  • Die Technologieunternehmen und Internet-Wirtschaft müssen ethische Standards und Praktiken bei der Entwicklung von Produkten vorantreiben.
  • Kinder gehören ins Zentrum einer Digital-Politik.
„Das Internet wurde für Erwachsene konzipiert, aber es wird immer mehr von Kindern und jungen Menschen genutzt. Digitale Technologien prägen ihr Leben und ihre Zukunft. Deshalb müssen neue digitale Produkte und die Digitalpolitik die Bedürfnisse, Perspektiven und die Stimmen der Kinder mehr berücksichtigen“, sagte Anthony Lake.

 Eine ausführliche deutschsprachige Zusammenfassung des UNICEF- Berichts „Kinder in einer digitalen Welt“ finden Sie zum Download unter www.unicef.de.

Samstag, 2. Dezember 2017

Mit allen Sinnen – die Ausstellung "BEYOND SEEING" in Paris, 18. bis 28. Januar 2018

Design für alle Sinne: Über ein Jahr lang haben blinde und sehbehinderte Menschen gemeinsam mit Nachwuchs-Designern Modekonzepte für Blinde entwickelt. Entstanden sind Arbeiten, die sich zwischen Kleidung, Objekt und Kunstwerk bewegen. Im Projekt „BEYOND SEEING“ hat das Goethe-Institut Paris mit renommierten Mode- und Kunsthochschulen sowie Selbsthilfeorganisationen in vier Ländern zusammengearbeitet. Vom 18. bis zum 28. Januar 2018 zeigt eine Ausstellung im Rahmen der Fashion Week Paris erstmals die Ergebnisse.

Paris
18. bis 28. Januar 2018
Mode und Design sind sehr visuell – ein Kosmos, der blinden und sehbehinderten Menschen scheinbar unzugänglich ist. Das Projekt „BEYOND SEEING“ befasste sich mit der Frage, wie Kleidung und Mode ohne Sehsinn wahrgenommen werden: Welche Bedeutung haben Farben, Stoffe und Oberflächen? Wie definiert sich eine „blinde“ Ästhetik? Hierzu hat das Goethe-Institut Paris das Forschungs- und Ausstellungsprojekt in Kooperation mit fünf Mode- und Kunsthochschulen sowie Organisationen blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland, Frankreich, Schweden und Belgien ins Leben gerufen. 

Design jenseits des Sehens

Seit Oktober 2016 haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an innovativen Designansätzen gearbeitet. In jedem Land wurde ein anderer Fokus gewählt: In Schweden ging es um Mode in Verbindung mit Klang, während sich die französischen Teilnehmenden dem Duft annahmen. In Belgien stand der Körper im Fokus, in Deutschland der Tastsinn. Immer ging es darum, dass Designerinnen und Blinde von der Perspektive des jeweils anderen lernen sollten.

Zwischen Kleidung, Objekt und Kunstwerk

Die Ergebnisse werden nun vom 18. bis zum 28. Januar 2018 im Pariser Parc de la Villette präsentiert – im Rahmen der internationalen Fashion Week und der Deutsch-Französischen Woche. Eine modulare und alle Sinne ansprechende Ausstellungsarchitektur setzt die Exponate multisensoriell in Szene. Sie soll die Beziehung von Gestalt und Klang, Identität und Geruch, Material und Haptik sowie Raum und Körper ausloten. Sehende Menschen sind aufgefordert, sich nicht nur auf ihre Augen zu verlassen. In Workshops, angeleitet von Mode- und Designstudierenden sowie blinden oder sehbeeinträchtigten Menschen, wird genäht, drapiert, ertastet und gekostet. Expertenvorträge und Filmvorführungen begleiten das Programm.

„BEYOND SEEING“ ist eine Initiative des Goethe-Instituts Paris in Zusammenarbeit mit dem Institut Français de la Mode (IFM) in Paris, der Internationalen Kunsthochschule für Mode (ESMOD Berlin/Paris), der École Nationale Supérieure des Arts Visuels (La Cambre) in Brüssel, der Swedish School of Textiles sowie den Selbsthilfeorganisationen blinder und sehbehinderter Menschen aller beteiligten Länder (Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband, Fédération des Aveugles de France, VIEWS International). Das Projekt wird zudem unterstützt durch das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) und dem Deutsch-Französischen Preis für Kultur- und Kreativwirtschaft. 


Katharina Scriba
Leiterin Kulturprogramme
Goethe-Institut Paris
Tel. + 33 (0)1 44 43 92 51
Katharina.Scriba@goethe.de

Goethe Institut Paris
https://www.goethe.de/ins/fr/de/sta/par.html

Dienstag, 21. November 2017

Das 6. Lumix Festival startet am 20. Juni 2018 in Hannover

Vom Mittwoch, 20. Juni, bis Sonntag, 24. Juni, findet das 6. Lumix Festival für jungen Fotojournalismus statt. Veranstalter des Festivals sind erneut die Hochschule Hannover und der Verein zur Förderung der Fotografie in Hannover e.V. Insgesamt 60 Reportagen, Serien und Essays mit etwa 1.500 Fotografien werden in den Pavillons auf dem ehemaligen Expo-Gelände und in einer großen Open-Air-Ausstellung in den »Gärten im Wandel« zu sehen sein. 

Ein Containerdorf, in dem Hochschulen, Redaktionen, Verbände, Initiativen und Fotografen-Kollektive ihre Arbeit zeigen und für sich werben können, soll nach der Premiere im Jahr 2016 diesmal noch größer werden. Im Hörsaal des Design Centers wird es acht Vorträge international renommierter Fotografinnen und Fotografen zu sehen geben, und das Atrium wird erneut zum Austragungsort einer Fototechnik-Messe.

Die beste Arbeit des Festivals wird mit dem Freelens Award ausgezeichnet, der mit 10.000 Euro dotiert ist. Drei weitere Arbeiten werden mit lobenden Erwähnungen geehrt, jeweils dotiert mit 1.000 Euro. Außerdem stiftet das Elektronikunternehmen Panasonic bereits zum fünften Mal den Lumix Multimedia Award mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro für die beste Multimedia-Produktion. Mit dem Lammerhuber Photography Award wird bereits zum vierten Mal die Reportage ausgezeichnet, die auf eindrucksvollste Weise eine Alltagsgeschichte erzählt. Der Preis, gestiftet vom berühmten österreichischen Fotografen und Verleger Lois Lammerhuber, ist mit 5.000 Euro dotiert.
Als Hauptsponsor und Namensgeber des Festivals ist zum sechsten Mal Panasonic mit seiner Kameramarke Lumix dabei, als wichtigster Unterstützer Freelens, Deutschlands größer Verband von Fotografinnen und Fotografen. Das Bewerbungsverfahren für das Ausstellungsprogramm und die Awards hat am 1. November begonnen und läuft bis zum 31. Januar 2018.
„Nachdem 2016 an den fünf Festivaltagen weit über 30.000 Besucher kamen, rechnen wir für 2018 mit einem weiteren Anstieg der Besucherzahlen“, sagt Prof. Rolf Nobel, Festivalleiter und ehemaliger Fotografieprofessor an der Hochschule Hannover.

Hinweise zur Teilnahme

Eintrittspreise und Öffnungszeiten:
Ermäßigt* 7,00 Euro / Regulär 12,00 Euro.
*Schüler|Studenten|Rentner|Arbeitslose|Behinderte (1 Begleitperson frei) 
Tickets erhalten sie unbegrenzt während der Veranstaltungstage an den Kassen im Design Center. Die Tickets, in Form eines Festival-Armbands, gelten als Veranstaltungsticket und sind für alle Tage gültig. Ein Vorverkauf ist nur durch den Erwerb von Gutscheinen möglich.
Die Ausstellungen in den Pavillons sind täglich von 10 - 20 Uhr geöffnet.
Weitere Informationen finden Sie unter http://www.fotofestival-hannover.de​ 
Hochschule Hannover
Fakultät III  Medien, Information und Design

Samstag, 18. November 2017

Bildredakteur/in | OSTKREUZSCHULE, Berlin - Einjähriges Zertifikatsstudium zur/zum Bildredakteur/in

Wie kommt man eigentlich in diesen wundervollen Beruf, bei dem man täglich die aktuellsten und tollsten Bilder auswählt, mit Fotografen und Autoren zusammenarbeitet und das Gesicht eines Mediums prägt? Zum Beispiel, indem man an die Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin geht, eine der wenigen Institutionen, die Bildredakteure ausbildet.

Ehemalige Absolventen arbeiten in Redaktionen und Agenturen wie Dummy, Fluter, Fluter Online, GEO, GEO kompakt, Laif, C3. Wer sich bis zum 26. November bewirbt, ist vielleicht dabei, wenn im März der neue Jahrgang startet.

Ausbildungsinhalte:

* diskutieren über aktuelle Tendenzen im Fotojournalismus
* lernen, wie man Bildrecherchen durchführt und Geschichten editiert
* erstellen und beurteilen von Portfolios und Proposals
* die internationale Agentur- und Fotografenszene kennenlernen
* Redaktionen, Agenturen, Galerien und Verlage besuchen
* alles über Bild- Persönlichkeits- und Urheberrechte erfahren
* arbeiten mit den Fotostudenten der Ostkreuzschule
* ein Fotobuch machen in Zusammenarbeit mit dem ICP in New York
* bloggen über Aktuelles rund um Fotografie und die Ostkreuzschule

Der Unterricht findet einmal im Monat in einem Block von sechs Tagen statt. Nadja Masri und zahlreiche Gastdozenten vermitteln alle Kompetenzen, die einen guten Bildredakteur ausmachen und stellen die Akteure der Szene vor.

Infos zur Anmeldung: www.ostkreuzschule.de/

an der Ostkreuzschule
Bewerbung noch bis 26. November 2017

OSTKREUZSCHULE

Behaimstr. 32/34, 19036 Berlin
T +49 (0)30-92794414
post@ostkreuzschule.de
www.ostkreuzschule.de

Mittwoch, 15. November 2017

ROG lädt ein: “City of Ghosts” – Vorpremiere und Diskussion am 23.11.

Gemeinsam mit der Berlin Film Society und Berliner Union Film präsentiert Reporter ohne Grenzen eine Vorpremiere von „City of Ghosts“, einem international ausgezeichneten Dokumentarfilm über die syrische Bürgerjournalistengruppe Raqqa is Being Slaughtered Silently. Im Anschluss an das Screening diskutieren Vertreter von Reporter ohne Grenzen und Raqqa is Being Slaughtered Silently über die aktuelle Lage der Medienfreiheit in Syrien und die Perspektiven nach der Vertreibung der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ aus ihrer ehemaligen Hochburg Rakka.

Der Film wird in der englischen Originalfassung gezeigt

am 23. November 2017
um 20 Uhr
in den Berliner Union Filmstudios,
Oberlandstr. 26-35, 12099 Berlin.

Eintritt: €10 / €8
Online-Kartenbestellung: www.eventbrite.de/e/city-of-ghosts-film-premiere-panel-discussion-qa-tickets-39215262907


On 23 November, the Berlin Film Society, Reporters Without Borders Germany and Berliner Union Film present a preview screening of the documentary City of Ghosts by Matthew Heineman. The screening will take place in one of the Berliner Union Film studios. Following the screening, a panel discussion including representatives of Reporters Without Borders and Raqqa is Being Slaughtered Silently will shed light on the current situation of media freedom in Syria and its perspectives after the end of IS rule over Raqqa.

Oscar-nominated filmmaker Matthew Heineman follows up Cartel Land with another real-life international thriller. With deeply personal access, City of Ghosts is the story of a brave group of Syrian citizen journalists risking their lives to stand up against the Islamic State in Raqqa.

About City of Ghosts:
A real-life international thriller, City of Ghosts exposes a new type of warfare: a battle over ideas, a fight for hearts and minds, a conflict over clicks and views. Captivating in its immediacy, it follows the journey of “Raqqa is Being Slaughtered Silently”—a handful of anonymous activists who banded together after their homeland was taken over by ISIS in 2014. With astonishing, deeply personal access, this is the story of a brave group of citizen journalists as they face the realities of life undercover, on the run, and in exile, risking their lives to stand up against one of the greatest evils in the world today.

When the situation for Raqqa is Being Slaughtered Silently became more and more dangerous, Reporters Without Borders helped the group’s activists rent a safe house in Istanbul, lobbied German authorities to grant them a legal status on short notice and supported the group after their arrival in Germany.

About Raqqa is Being Slaughtered Silently:
Raqqa is Being Slaughtered Silently is a campaign launched by a group of non-violent activists in Raqqa. They aim to expose the atrocities committed by The regime of Bashar Al-Assad and terrorist extremist group ISIS toward the civilian population. “We shed light on the overlooking of these atrocities by all parties. We are a nonpartisan and independent news page. We are not tied to any political or military group. We convey the truth objectively.”

About the Berlin Film Society:
Berlin Film Society is an independent, non-profit organisation which prides itself on showcasing independent and auteur cinema, as well as championing innovative filmmaking talent.

About Berliner Union Film:
Overlooking Berlin’s famous Tempelhof airport, the Berliner Union Film campus is an iconic production site with a rich history. The campus buildings were originally built in 1912 and for the past 100 years have played a role in creating movie and television productions.


Offizieller Trailer zum Film: https://youtu.be/jBeqGcMaC-A
Facebook-Event: www.facebook.com/events/1849419562034905/
Mehr zur Lage der Medienfreiheit in Syrien: www.reporter-ohne-grenzen.de/syrien

(Diese Einladung auf der ROG-Webseite: http://ogy.de/bw2b)

photokina 2018: photokina und DIGILITY: Aufbruch in neue Dimensionen

#photokina

photokina und DIGILITY: Aufbruch in neue Dimensionen

Digital Reality eröffnet neue Chancen für die Imagingbranche

Ab 2018 wird die DIGILITY, B2B-Konferenz und Expo für Technologien und Services zu Virtual-, Augmented und Mixed Reality, 3D-Imaging und Artificial Intelligence, als eigenständiges Event parallel zur photokina stattfinden. Nach ihrer erfolgreichen Premiere 2016 hat die DIGILITY 2017 mit 65 Ausstellern und über 1.400 Besuchern deutliches Wachstum gezeigt. Die DIGILITY ist auf dem besten Weg, zum europäischen Hotspot der Digital Reality-Szene zu werden. Für die Besucher der photokina eröffnet sich durch die Nähe zur DIGILITY eine neue Dimension des Imaging mit beeindruckender Angebotstiefe und -breite.

„Mit der photokina und der DIGILITY bietet Köln zukünftig einmal jährlich eine hervorragende Business- und Kommunikationsplattform zu Imagingtechnologien in allen Facetten“, so Christoph Werner, Leiter des Bereichs Digital, Entertainment und Mobility bei der Koelnmesse. „Digital Realities sind ein maßgeblicher Technologie- aber auch Contentbaustein für die Zukunft des Imaging. Auf der DIGILITY finden alle Interessierten die entsprechende Expertise und die richtigen Partner.“

Für weite Teile des aufstrebenden Wirtschaftszweigs Digital Reality sind wiederum die auf der photokina präsentierten Imagingtechnologien unverzichtbar. Ob Augmented Reality Start-up oder Entertainment-Konzern mit Virtual Reality Content: Lösungen und Produkte der auf der photokina präsenten Weltmarktführer im Imaging sind ein wichtiger Bestandteil der Wertschöpfungskette vieler Digital Reality Anwendungen.

Digital Reality im Fokus
Als eigenständige Veranstaltung konzentriert sich die DIGILITY auch weiterhin auf den Bereich „Digital Reality“ und wird ihr Angebot hier noch ausbauen. Software, Hardware und Services aus den Bereichen Virtual, Mixed und Augmented Reality, 3D, Computer-Generated Imaging, 360° Imaging sowie künstliche Intelligenz stehen im Fokus von Konferenzprogramm und Ausstellung.

Die DIGILITY findet 2018 vom 26. bis 27. September in der Halle 5.1 der Koelnmesse statt. In den Tickets für die DIGILITY ist der Besuch der photokina bereits enthalten. Kurzentschlossene Besucher der photokina können noch vor Ort ein DIGILITY-Ticket lösen.

photokina bei Facebook:
https://www.facebook.com/photokina

Koelnmesse GmbH
Messeplatz 1
50679 Köln
Deutschland

www.koelnmesse.de

Spanien soll Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2021 werden - Kulturelle Entwicklungen und Strömungen der letzten Jahrzehnte im Fokus

Die Frankfurter Buchmesse und das spanische Ministerium für Bildung, Kultur und Sport haben – im Beisein des spanischen Verlegerverbandes – eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, um den Auftritt Spaniens als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse (20.-24. Oktober 2021) vorzubereiten. Damit wäre Spanien genau 30 Jahre nach seinem letzten Ehrengastauftritt in Frankfurt präsent. Zu den meistgelesenen und wichtigsten zeitgenössischen spanischen Autoren gehören Fernando Aramburu, Dolores Redondo, Carlos Ruiz Zafón, Javier Marías, Almudena Grandes und Arturo Pérez-Reverte. Die spanische Sprache wird von rund 500 Millionen Menschen gesprochen und ist somit eine der lebendigsten Sprachen weltweit.

 
 
Iñigo Mendez de Vigo, Minister für Bildung, Kultur und Sport Spaniens, und Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse © Marifé Boix-García

Die Partner bezeichnen diesen Ehrengastauftritt auf der Frankfurter Buchmesse als herausragende Möglichkeit, die Entwicklungen und Strömungen in der spanischen Kultur der letzten Jahrzehnte aufzuzeigen und die spanische Literatur und Autoren einem internationalen Publikum vorzustellen. Ein weiteres Ziel des Auftrittes ist es, die Kreativ- und Kulturbranche Spaniens international zu vernetzen.

„Spanien durchlebt derzeit – wie viele andere Länder Europas – sehr bewegte Zeiten, in denen wir politische Spannungen und ein Auseinanderdriften der Perspektiven beobachten”, sagte Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, bei der Unterzeichnung. „Kulturschaffende und Literaten stehen vor der besonderen Herausforderung, diese Zeiten nicht nur auszuleuchten und zu dokumentieren, sondern auch konstruktiv umzudeuten und Brücken zu bauen.”

Die Frankfurter Buchmesse ist die wichtigste Buch- und Medienmesse weltweit. Jedes Jahr nehmen rund 286.000 Besucher aus 125 Ländern teil, darunter rund 170.000 Fachbesucher. 10.000 akkreditierte Journalisten und Blogger aus 75 Ländern berichten jedes Jahr live über die rund 4.000 Events und Aktivitäten, die während der Buchmesse stattfinden.

Die weltweite Resonanz der Frankfurter Buchmesse möchten der Verlegerband und das Kulturministerium 2021 dazu nutzen, neue Einblicke in die kulturelle Landschaft Spaniens und ihre wichtigsten Teilbereiche zu vermitteln. Dabei sollen die Vielfalt und die Innovation in der Kultur- und Kreativbranche eine zentrale Rolle spielen. Neben der klassischen Buchbranche wollen sich auch Teilnehmer anderer Branchen – visuelle Künste, Kulturerbe, Film, Fernsehen, Radio, Musik, Games, Gastronomie etc. – präsentieren.

Der Ehrengastauftritt knüpft an das Leseförderungsprogramm 2017-2020 an, das unter dem Motto „Leer te da vidas extra” („Lesen schenkt dir mehrere Leben“) vom Secretaría de Estado de Cultura am 3. Mai dieses Jahres verabschiedet wurde sowie an das „Kulturprogramm 2020“, dessen übergeordnetes Ziel in der Verbreitung der Kultur Spaniens im internationalen Rahmen besteht.

Seit dem letzten Auftritt Spaniens als Ehrengast im Jahr 1991 hat die spanische Buchbranche einen beispiellosen Wandel durchlebt, der sich durch eine neue kulturelle Vielfalt auszeichnet. Mit durchschnittlich 80.000 Neuerscheinungen pro Jahr positioniert sich Spanien außerdem als eines der Länder mit der größten Buchproduktion weltweit.

Die Buchbranche ist eine der wichtigsten wirtschaftlichen Triebfedern innerhalb des spanischen Kultursektors. Laut dem vom Ministerium für Bildung, Kultur und Sport veröffentlichten „Jahrbuch für Kulturstatistik 2016“ trug die Buch- und Presseverlagsbranche im Jahr 2014 0,9 % zum Gesamtbruttoinlandsprodukt sowie 34,1% zum Gesamtbruttoinlandsprodukt der Kulturwirtschaft bei. Somit ist das Verlagswesen die wichtigste Kulturindustrie Spaniens - und ein starker Jobmotor: 2015 arbeiteten 515.000 Personen in der Branche, darunter waren 49.500 (9,6%) im Verlagswesen (Buch, Presse und sonstige) beschäftigt.

Laut den neuesten Zahlen von der International Publishers Association ist Spanien einer der vier wichtigsten europäischen Märkte nach Deutschland, Großbritannien und Frankreich.
 
Über die Frankfurter Buchmesse 


 
Die Frankfurter Buchmesse ist mit über 7.300 Ausstellern aus 102 Ländern, rund 286.000 Besuchern, über 4.000 Veranstaltungen und rund 10.000 akkreditierten Journalisten und Bloggern die größte Fachmesse für das internationale Publishing. Darüber hinaus ist sie ein branchenübergreifender Treffpunkt für Player aus der Filmwirtschaft und der Gamesbranche. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildet seit 1976 der jährlich wechselnde Ehrengast, der dem Messepublikum auf vielfältige Weise seinen Buchmarkt, seine Literatur und Kultur präsentiert. Die Frankfurter Buchmesse organisiert die Beteiligung deutscher Verlage an rund 20 internationalen Buchmessen und veranstaltet ganzjährig Fachveranstaltungen in den wichtigen internationalen Märkten. Mit der Gründung des Frankfurt Book Fair Business Clubs bietet die Frankfurter Buchmesse Unternehmern, Verlegern, Gründern, Vordenkern, Experten und Visionären ideale Voraussetzungen für ihr Geschäft. Die Frankfurter Buchmesse ist ein Tochterunternehmen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. www.buchmesse.de

Montag, 16. Oktober 2017

Ehrengast Frankreich (2017) übergab die GastRolle an Georgien (2018)

Der Messesonntag der Frankfurter Buchmesse steht jedes Jahr unter dem Motto eines symbolischen Verabschiedens und Begrüßens / Auftritt Katie Melua
 
 

Foto: Katie Melua bei Ihrem Konzert während der Handover Ceremony 2017 at the Frankfurt Bookfair France - Georgia, Frankfurter Buchmesse Gastrollen Übergabe, Frankreich - Georgien, Foto Holger Wenzel



 Jedes Jahr am letzten Tag der Frankfurter Buchmesse findet eine ganz besondere Veranstaltung statt. Am Nachmittag des Messesonntags verabschiedet sich der amtierende Ehrengast und übergibt in einer feierlichen Zeremonie an den künftigen. Eigens dafür wurde das Objekt der GastRolle kreiert, welches jährlich um einen literarischen Beitrag des folgenden Ehrengastes erweitert wird. Ehrengast 2017, Frankreich, hatte ein Zitat von Paul Ricœur gewählt:

„Hospitalité où le plaisir d’habiter la langue de l’autre est compensé par le plaisir de recevoir chez soi, dans sa propre demeure d’accueil, la parole de l’étranger.“ Zu Deutsch: „Sprachliche Gastfreundschaft also, bei der das Vergnügen, die Sprache des anderen zu bewohnen, vergolten wird durch das Vergnügen, bei sich, in seiner eigenen, gern aufnehmenden Bleibe, das Wort des Fremden zu empfangen.“

Georgien, Ehrengast 2018, präsentiert sich auf der GastRolle mit einem Auszug aus dem Nationalepos „Der Recke im Tigerfell“ von Schota Rustaweli aus dem 12. Jahrhundert:

„Wie die Sonne gleiche Lichtflut auf Gestrüpp und Rosen gießt,
sieh, dass Arm’ und Reiche du mit gleicher Fürstengnade misst.
Auch den Trotz bezwing durch Güte, die allzeit bezwingend ist
spende – wie die Flut, vom vollen Meere kommend, meerwärts fließt.“


Paul de Sinety, Vorsitzender von „Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“, resümierte: „Mit dem Ehrengastauftritt Frankreichs auf der Frankfurter Buchmesse war gleichwohl auch die französische Sprache eingeladen. Dies war uns eine große Ehre und Freude und die außergewöhnliche Gelegenheit, zusammen mit unseren deutschen Freunden das Europa der Kultur neu zu denken. Dies ist eine Vision, die wir gerne mit unseren georgischen Freunden teilen möchten. Die Einladung Georgiens als Gastland der Frankfurter Buchmesse 2018 ist in dieser Hinsicht sehr symbolträchtig und wir wünschen unserem europäischen Nachbarn über die Grenzen der Europäischen Union hinweg alles Gute.“

Auf der Bühne begleiteten Pénélope Bagieu, französische Autorin und Illustratorin, und der georgische Autor Davit Gabunia die GastRollen-Übergabe.
„Unser diesjähriger Ehrengast Frankreich öffnete uns den Blick für den französischen Sprachraum. Wir haben den Reichtum, die thematische Vielfalt und Widersprüchlichkeit der französischsprachigen Literatur kennengelernt, die weit über die Staatsgrenzen unseres Nachbarlandes hinweg geschrieben und gelesen wird. Mit Georgien kündigt sich nun ein Ehrengast an, dessen jahrtausendealte kulturelle Wurzeln vielen von uns noch weitgehend unbekannt sind. Wir freuen uns auf die literarischen Entdeckungen und sind sehr gespannt auf die Persönlichkeiten und Geschichten, die uns das georgische Organisationskomitee im Oktober 2018 vorstellen wird“, sagte Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse.

Der Beitrag Georgiens auf der GastRolle ist in den kunstvoll geschwungenen Buchstaben des georgischen Alphabets verfasst. Die einzigartige Schrift spielt auch für die britisch-georgische Sängerin Katie Melua, die die GastRollen-Übergabe musikalisch begleitete, eine große Rolle: “Ihr verdanke ich, dass ich das Bücherlesen liebgewonnen habe und das spielte eine entscheidende Rolle bei der Herausbildung meiner Persönlichkeit“, so die Künstlerin. „Georgien ist stets in meinem Herzen. Mein Schaffen ist ein Teil meines Charakters, der nicht zuletzt aus georgischen Buchstaben geformt wurde.“

Medea Metreveli, Projektleiterin Ehrengast 2018, versprach für das nächste Jahr weitere spannende und ungewöhnliche Begegnungen. „Unter dem Motto ‚Georgia - Made by Characters‘ wollen wir die große literarische Tradition des Landes, die bis ins 5. Jahrhundert zurückreicht und so reich an Genres ist, und die einzigartige Schrift präsentieren, in der sie niedergeschrieben wurde“, erklärte Medea Metreveli. „Wir wollen zeigen, wie sich die georgische Literatur seit der Unabhängigkeit Georgiens auf eine ganz andere und experimentelle Weise etabliert und wieder ihre eigene Identität entwickelt hat. Und schließlich möchten wir unsere historischen und kulturellen Erfahrungen und unsere Antwort auf die Herausforderungen der modernen Welt mit der ganzen Welt teilen.“

Freitag, 13. Oktober 2017

Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2018 – Georgien stellt sich vor

Seit dem 4. Jahrhundert nach Christus gibt es die georgischen „characters“ – die 33 kunstvoll geschwungenen Buchstaben des einzigartigen Alphabets, das kürzlich zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde. Unter dem Motto „Georgia – Made by Characters“ möchte Georgien nun die Geschichten und Werke vorstellen, die in dieser Schrift niedergeschrieben wurden und damit auch die Charaktere, die dahinterstehen: Autoren, Künstler – die Georgier selbst. Heute stellte Georgien auf der Frankfurter Buchmesse sein Konzept für den Ehrengast-Auftritt 2018 vor und gab einen ersten Einblick in das umfangreiche Literatur- und Kulturprogramm.

„Georgien ist eine der ältesten Kulturnationen der Welt und verfügt über eine für solch ein kleines Land unglaubliche Fülle an Kulturschätzen“, so Mikheil Giorgadze, Minister für Kultur und Denkmalschutz Georgiens. „Wir freuen uns, dass wir 2018, wenn Georgien den 100. Jahrestag seiner Unabhängigkeit feiert, in Deutschland unsere einzigartige kulturelle Identität zeigen können. Wir wollen ‚Georgia – Made by Characters‘ zu einer Feier der georgischen Literatur, Kultur und Kreativität machen.“
„Georgien blickt auf eine 15 Jahrhunderte lange literarische Tradition und eine bewegte Geschichte zurück. Dieses kulturelle Erbe prägt und inspiriert zeitgenössische Autorinnen und Autoren auch heute noch. Auf der Frankfurter Buchmesse 2018 werden unsere Besucherinnen und Besucher aus aller Welt die lebendige Literaturszene des kaukasischen Landes entdecken.“, sagte Juergen Boos, Geschäftsführer der Frankfurter Buchmesse.

Unter der sowjetischen Besatzung zwischen 1921 bis 1991 wurde georgische Literatur nur sporadisch übersetzt. Seit der Unabhängigkeit gelingt es der georgischen Autoren- und Verlagsszene wieder an ihre literarische Tradition anzuknüpfen und gleichzeitig ihre eigene Identität zu etablieren. Seit 2010 wurden bereits mehr als 65 georgische Bücher mit Unterstützung des Georgian National Book Centers in deutschsprachigen Ländern veröffentlicht. Im Rahmen des Ehrengastauftritts sind weitere 90 Neuübersetzungen in deutscher Sprache geplant. Die Palette reicht von klassischen bis zu zeitgenössischen Autorinnen und Autoren, von Erzählungen, Epen und Anthologien georgischer Poesie über Sachbücher, Kinder- und Jugendliteratur, Krimis bis hin zu einer Sammlung von kritischen Essays.

Die georgische Literatur ist abwechslungsreich: eine spannende Synthese von orientalischen und abendländischen Einflüssen, offen für Innovationen und zugleich autark. Eines der bedeutendsten literarischen Werke Georgiens ist das Epos Der Recke im Tigerfell von Schota Rustaweli (1172–1216). Die moderne georgische Literatur basiert auf der Tradition vieler Jahrhunderte. „Sie hat sich Schritt für Schritt neben der modernen Weltliteratur entwickelt und vermittelt ein klares Bild von dem Charakter der Nation, die sie hervorgebracht hat“, erklärte Medea Metreveli, Leiterin des georgischen Ehrengast-Komitees. „Wir wollen als Ehrengast unsere Antwort auf die Herausforderungen der modernen Welt präsentieren – die Antwort eines Landes, das so klein ist wie unseres und das seine historischen und kulturellen Erfahrungen mit der ganzen Welt teilen möchte.“

Zu den derzeit bekanntesten Schriftstellern zählt Aka Morchiladse, der meistgelesene Gegenwartsautor Georgiens. Allein fünf seiner Bücher werden bis zum Ehrengast-Auftritt 2018 auf dem deutschen Markt erscheinen. Zaza Burchuladze hat mit seinem Buch Touristenfrühstück bereits in Deutschland für Aufmerksamkeit gesorgt, veröffentlicht im nächsten Jahr einen neuen Roman. Die hierzulande wohl bekannteste Autorin ist Nino Haratischwili. Die in Hamburg lebende Georgierin, die ihre Bücher in deutscher Sprache verfasst, hat mit ihrem vielbeachteten Roman Das achte Leben (Für Brilka) interessante Einblicke in die georgische Geschichte und Lebensart vermittelt. Im Ehrengastauftritt Georgiens sieht sie eine große Chance: „Es könnte sich lohnen, die europäische Literatur um die georgische zu erweitern, weil die Vielfalt, die Koexistenz von Verschiedenem als Idee genau das ist, was für mich Europa ausmacht und was heutzutage leider oftmals in Frage gestellt wird“, sagte sie bei der heutigen Vorstellung des Ehrengastkonzeptes.

Ausblick auf das Programm 2018

Im nächsten Jahr wird die georgische literarische Szene in ihrer ganzen Vielfalt in Frankfurt vertreten sein und bei einer Vielzahl an Lesungen, Workshops und Konferenzen spannende Einblicke in die georgische Literatur, Kultur und Lebensart geben. Begleitet wird der Gastlandauftritt durch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Ausstellungen, Musik-, Theater- oder Filmvorführungen. Dieses vereinigt das Beste aus Urgeschichte, antiker und zeitgenössischer Kunst, Fotografie, Architektur, Design, Typografie, Film Illustration.

Rund 500 Lesungen und Events im deutschsprachigen Raum stimmen ab jetzt auf den Ehrengast-Auftritt ein. 70 Schriftsteller aus Georgien werden mit ihren Büchern in bis zu 30 Städte in Deutschland, der Schweiz und Österreich reisen und an rund 20 literarischen Festivals wie der lit.COLOGNE, dem Harbour Front Literaturfestival Hamburg sowie den Literaturtagen Zofingen teilnehmen.

Bereits auf der diesjährigen Buchmesse startet Georgien seinen Kulturmarathon: bei der GastRollen-Übergabe mit der britisch-georgischen Sängerin Katie Melua, mit Diskussionen zum Deutsch-Georgischen Jahr 2017 und einer Reihe von Veranstaltungen, bei denen georgische Autorinnen und Autoren sowie Kritiker mit deutschen Moderatoren sowohl über die klassische georgische Literatur als auch über zeitgenössische Publikationen sprechen, etwa Lasha Bugadze, Zurab Karumidze, Salome Benidze, Nestan Nene Kvinikadze und Beka Adamaschwili.

Dienstag, 10. Oktober 2017

„Frankfurter Buchmesse 2017: Ort der politischen Auseinandersetzung und Meinungsfreiheit“

Appell an neue Bundesregierung: Unabhängige und vielfältige Verlagslandschaft fördern / Gastredner Markus Dohle: Verlagsbranche muss neue Wege zu den Lesern finden

Wenige Stunden bevor Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron gemeinsam mit weiteren Würdenträgern aus dem In- und Ausland und in Anwesenheit zahlreicher Literaten, Künstler, Schauspieler und Verleger die Eröffnungsfeier der 69. Frankfurter Buchmesse zu einem Gipfeltreffen internationaler Kulturschaffender adeln, zeichnet Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, ein dynamisches Bild sowohl des traditionellen Buchmarktes als auch der angrenzenden Branchen, deren Vertreter immer zahlreicher ihren Weg nach Frankfurt finden. Gleichzeitig ist die Frankfurter Buchmesse mehr denn je ein Forum, auf dem das Weltgeschehen reflektiert wird und Autoren und politische Aktivisten eine Bühne für ihr Anliegen finden.

„Wir liberal-demokratisch gesinnten Büchermenschen müssen in Zeiten, in denen giftige Narrative Hochkonjunktur haben und die Verbreitung von Angst und Hass wieder gesellschaftsfähig wird, mit attraktiveren Gegenentwürfen antworten,“ sagte Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse heute auf der Eröffnungspressekonferenz. „Die Frankfurter Buchmesse bringt Menschen zusammen, die eine Vielzahl von unterschiedlichen Meinungen vertreten. Sie ist deshalb bestens dazu geeignet, leidenschaftliche Diskussionen und Auseinandersetzungen zu beherbergen.“

In seiner Rede zur Entwicklung der internationalen Buchmärkte zeigte sich Markus Dohle, CEO des multinationalen Verlagskonzerns Penguin Random House, optimistisch: Seit dem Start der digitalen Transformation der Medienindustrie vor etwa 15 Jahren seien die Buchmärkte in den meisten Ländern langsam, aber kontinuierlich gewachsen. Die fundamentale Herausforderung der digitalen Transformation bestehe für die Verlagsbranche darin, neue Wege zu Leserinnen und Lesern zu finden. „Die Entwicklung und das Wachstum von E-Commerce für Bücher aller Formate erfordert ein verändertes Buchmarketing und die Fähigkeit, Nachfrage für unsere Bücher direkt und skaliert zu erzeugen“, so Dohle. Penguin Random House ist die größte Publikumsverlagsgruppe der Welt mit mehr als 250 Verlagen auf fünf Kontinenten.

Die Rolle der Buchbranche für eine freie, demokratische Gesellschaft stellte Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, heraus. „Das ist die Stunde der Buchbranche“, sagt er. In unruhigen Zeiten förderten Verlage und Buchhandlungen Dialog, verlässliche Information und Meinungsbildung. Dafür benötigten sie sichere Rahmenbedingungen. An die sich neu formierende Bundesregierung appellierte er daher: „Verbessern Sie die Rahmenbedingungen für eine unabhängige, lebendige und vielfältige Verlagslandschaft. Nur wenn Verlage für ihre Leistungen eine marktgerechte Vergütung erhalten und Planungssicherheit haben, können sie in Literatur und neue innovative Lese- und Vertriebsmodelle investieren. Es geht um nichts Geringeres als die Qualität unserer Bildung und die Unabhängigkeit der Verlage.“

Beim größten Treffen der internationalen Buch- und Medienbranche werden in diesem Jahr rund 7.300 Aussteller aus 102 Ländern erwartet – das ist eine weitere leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2017 ist Frankreich.

Die Buchmesse ist jedoch nicht nur ein zentraler Marktplatz für den Handel mit Lizenzen und geistigem Eigentum - mehr denn je wird sie als ein Ort frequentiert, an dem kulturpolitische Konzepte von relevanten, internationalen Akteuren diskutiert werden. So findet auf Einladung der französischen Kulturministerin Françoise Nyssen am Messemittwoch, 11. Oktober, erstmalig ein informelles Arbeitstreffen von Kulturminister/innen der Europäischen Union auf der Frankfurter Buchmesse statt. Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters wird daran teilnehmen.

Der THE ARTS+ Innovation Summit, ebenfalls am Messemittwoch, widmet sich der Frage: „Wie kann ein europäisches Innovationsnetzwerk für die Kultur- und Kreativwirtschaft funktionieren?“ Denn die Digitalisierung ermöglicht durch neue Technologien wie Augmented Reality, künstliche Intelligenz, Big Data oder 3D-Druck Innovationen und neue Geschäftsmodelle in allen Branchen. Der THE ARTS+ Innovation Summit bringt Kreative, Unternehmer, Start-ups, Förderer, Mittler und Politiker aus ganz Europa an einen Tisch.

Freitag, 6. Oktober 2017

Fake News, Schreiben im Exil und die Neue Rechte

Neues Veranstaltungsformat: Weltempfang Satelliten / Juergen Boos im Gespräch mit Åsne Seierstad und Hans Leyendecker, Aslı Erdoğan, Can Dündar und Burhan Sönmez sowie mit Thomas Wagner und Gerhard Hensel
 


Welchen Einfluss haben Fake News auf die politische Berichterstattung und ihre Wahrnehmung? Wie lebt und schreibt es sich im Exil? Und wie umgehen mit dem Erstarken der Neuen Rechten? Diese Themen sind aktuell allgegenwärtig und werden auch die Gespräche auf der Frankfurter Buchmesse (11.-15. Oktober 2017) dominieren. Messedirektor Juergen Boos lädt deshalb ein zu drei Pressegesprächen, in denen er sich mit Experten, Journalisten, Schriftstellern und Aktivisten ein Bild machen wird über den aktuellen Stand der Diskussion und über die persönlichen Einschätzungen und Erfahrungen seiner Gäste.

Das neue Gesprächsformat „Weltempfang Satelliten“ findet an den drei Fachbesuchertagen jeweils von 9.30 – 10.15 Uhr im Business Club (Halle 4.0) statt.

Warum spielen Fake News so eine große Rolle bei der Mobilisierung von „Protest“ und „Wut“ in der Gesellschaft? Was bedeutet es für den Qualitätsjournalismus, wenn jeder Mensch prinzipiell in der Lage ist, Fake News zu veröffentlichen und ein entsprechendes Publikum zu finden? Am Mittwoch, 11. Oktober 2017, spricht Juergen Boos mit Kriegsreporterin Åsne Seierstad (Zwei Schwestern - Im Bann des Dschihad, Kein & Aber) und dem profilierten investigativen Journalisten Hans Leyendecker über den Einfluss von Fake News auf unsere Gesellschaft.

Die Meinungs- und Publikationsfreiheit ist in der Türkei und in vielen anderen Ländern akut bedroht. Viele Schriftsteller und Autoren leben und publizieren daher im Exil. Am Messedonnerstag unterhält sich Juergen Boos mit der Journalistin Aslı Erdoğan (Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch, Knaus), Can Dündar (Verräter - Von Istanbul nach Berlin. Aufzeichnungen im deutschen Exil, Hoffmann & Campe) und Burhan Sönmez (Istanbul, Istanbul, btb) über ihre Erfahrungen im Exil.

Und am Messefreitag geht es im Gespräch mit Thomas Wagner (Die Angstmacher – 1968 und die Neuen Rechten, Aufbau) und Gerald Hensel (Gründer, Fearless Democracy, Partner PLOT) um das neue Selbstverständnis von rechten Gruppierungen.


Das gesamte Weltempfang-Programm ist unter www.buchmesse.de/weltempfang zu finden. 

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