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Freitag, 26. August 2016

„Goethe-Institut Damaskus | Im Exil“ öffnet im Herbst für zwei Wochen in Berlin

Als symbolischer Ort entsteht in Berlin ein temporärer Raum für Kunst und Kultur, für Kooperation und Austausch syrischer Künstler in Berlin - das „Goethe-Institut Damaskus | Im Exil“. Vom 20. Oktober bis 5. November 2016 widmet sich ein vielseitiges Programm den Themen Heimat, Flucht und Vertreibung und zeigt Möglichkeiten künstlerischen Schaffens im Berliner Exil auf. Damit setzt das Goethe-Institut ein Zeichen für die Hoffnung auf eine Zukunft nach dem Krieg.

2012 musste das Goethe-Institut Damaskus aufgrund der Sicherheitslage geschlossen werden. Das 1955 gegründete Institut war über viele Jahre ein Ort des Zusammentreffens für Kulturschaffende, Studierende und Partner zwischen Deutschland und Syrien. Viele Menschen, die dem Goethe-Institut Damaskus verbunden waren, mussten das Land verlassen und leben nun im europäischen Exil, zumeist in der Hoffnung, eines Tages nach Syrien zurückkehren zu können.

Dieser Hoffnung gibt „Goethe-Institut Damaskus | Im Exil“ einen Raum: Vom 20. Oktober bis 5. November 2016 zieht das Goethe-Institut Damaskus in ein leerstehendes Berliner Ladenlokal und nimmt einzelne Fäden seiner Arbeit in Syrien wieder auf. Gemeinsam mit syrischen und deutschen Filmemachern und Künstlerinnen, Literaten, Musikern und Kuratorinnen entsteht ein zweiwöchiges Programm aus Ausstellungen, Filmreihen, Performances, Konzerten und Podiumsdiskussionen.

Beispielsweise diskutiert der Theaterautor und -regisseur Anis Hamdoun mit dem Kunstkritiker Hanno Rauterberg über die Politisierung der Flucht in der aktuellen Gegenwartskunst und die Frage nach der sozialen Verantwortung in der Zusammenarbeit mit geflüchteten Kulturschaffenden. Eine Gesprächsrunde mit dem Präsidenten des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann befasst sich mit dem Niedergang der Verlagslandschaft im arabischen Raum und dessen Folgen für Literatur und Leserschaft der Region.

Ein Konzert mit seinem Trio Hewar gibt der bekannte syrische Klarinettist und Komponist Kinan Azmeh, der Ska und Jazz mit klassischen arabischen Elementen verbindet. Eine Filmreihe zeigt das syrische Kino vor der Revolution und die Entwicklung seit 2011. Für die Ausstellung „70m²“ gestalten syrische Nachwuchskünstler und -kuratorinnen unter der Leitung des Künstlers Nasan Tur den Veranstaltungsraum während des Projektzeitraums dreimal zu verschiedenen Themen.

Begleitet wird das Programm von Netzwerktreffen und Café-Betrieb. Darüber hinaus dient der Raum als temporäre Bibliothek, bietet syrische und deutsche Literatur, Magazine sowie Kinder- und Jugendbücher, Selbstlernmaterialien, Tablet- und PC-Stationen.

„Goethe-Institut Damaskus | Im Exil“
20. Oktober bis 5. November 2016
Rosa-Luxemburg-Straße 16, Berlin-Mitte
www.goethe.de/damaskusimexil

„Goethe-Institut Damaskus | Im Exil” ist ein Projekt des Goethe-Instituts. Medienpartner sind die Deutsche Welle, Radioeins vom rbb, das Magazin Rosegarden und die tageszeitung.