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Samstag, 25. Juni 2016

(n-ost) Verleihung n-ost-REPORTAGEPREIS 2016: Preisträger ausgezeichnet

n-ost-REPORTAGEPREIS 2016
Auszeichnung für Beiträge aus Rumänien, Bosnien und Herzegowina und Bulgarien


(n-ost) Berlin, 24.06.2016 -
Der n-ost-Reportagepreis 2016 wurde vor 115 Gästen gestern Abend, am 23. Juni, im Grünen Salon der Volksbühne Berlin zum zehnten Mal verliehen.
Der Preis geht an herausragende, hintergründige Osteuropa-Reportagen, die im Vorjahr in deutschsprachigen Medien erschienen sind. Er wird in den drei Kategorien Text, Radio und Foto je einmal verliehen und ist mit jeweils 2.000 Euro dotiert.

Die Preisträger 2016 sind:
Christoph Cadenbach mit der Textreportage Guter Stiel (Süddeutsche Zeitung Magazin, 23.10.2015)
Mechthild Müser mit der Radioreportage Jede Nacht haben sie andere geholt (WDR/DKultur/BR, 04.06.2015)
Pepa Hristova mit der Fotoreportage The Bartered Bride (u.a. Kunstmagazin Art, Süddeutsche Zeitung, 17.10.2015)

In ihren Reportagen schildern die Autoren Geschichten jenseits der tagesaktuellen Schlagzeilen:
Christoph Cadenbach verfolgt den Weg und den Wertzuwachs von Steinpilzen aus den Karpatenwäldern bis in die Großmarkthalle in München. Die in Deutschland als Delikatessen gehandelten Pilze werden in Rumänien von Roma gesammelt – für sie sind die Pilze eine große Chance. Cadenbachs Reportage hat „viel Schwung, eine überzeugende Dramaturgie und ein originelles Thema“ (Werner D’Inka, Herausgeber der F.A.Z. in seiner Laudatio).
Die Radioreportage von Mechthild Müser erzählt am Beispiel des Bosnienkriegs „einprägsam erschreckend und zugleich schlicht“, wie sexuelle Gewalt zur bewussten Kriegsstrategie wird. Sie verwebt persönliche Schicksale mit Aussagen von Wissenschaftlern und Diskussionen auf politischer Ebene. Ihr Stil „macht das Feature zu einer besonderen Dokumentation und Analyse“ (Laudatorin Silke Engel, Sprecherin der Universität Potsdam).
Pepa Hristova dokumentiert in ihrer Fotoreportage eine archaische Tradition bulgarischer Roma, die auf Brautmärkten ihre Töchter im heiratsfähigen Alter feilbieten. Die Fotografin porträtiert die herausgeputzten Mädchen vor riesigen Bildtafeln mit idealisierten Stadtansichten. „Diese Porträts haben einen doppelten Boden. Sie hallen nach“ (Laudator Michael Hauri, Geschäftsführer 2470.media).

Außerdem wurde bereits zum dritten Mal der Recherchepreis Osteuropa von Brot für die Welt und Renovabis vergeben. Die beiden Hilfswerke fördern aufwändige Reportage-Projekte in Mittel- und Osteuropa mit jährlich bis zu 7.000 Euro. Preisträger 2016 sind Simone Brunner und Florian Bachmeier, die in der Ostukraine auf beiden Seiten der Frontlinie Jugendliche porträtieren werden, die mit dem Krieg aufwachsen. Einen Zuschuss erhalten außerdem Merle Hilbk und Andrey Sosnin für eine Recherche über die Ansiedlung von Flüchtlingen in der Tschernobyl-Zone in Belarus.

Im Zentrum des Abends standen die insgesamt neun nominierten Reportagen: Autoren und Fotografen berichteten von ihren Recherchen und stellten ihre Beiträge vor. Schauspielerin Dorothee Krüger las Auszüge aus den drei nominierten Texten.

 n-ost – Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung
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