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Donnerstag, 8. Dezember 2016

Mathias Énard erhält den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2017

Der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2017 wird dem französischen Schriftsteller und Übersetzer Mathias Énard für seinen Roman „Kompass“ verliehen. Das Werk erschien 2016 im Verlag Hanser Berlin.

In ihrer Begründung verweist die Jury darauf, dass die Zeit der großen gefährlichen Simplifizierungen über uns hereingebrochen sei – begleitet von einem Zynismus, der vor allem auf einem gründet: Unkenntnis. Die Erfolge der Populisten, das Umsichgreifen von Vorurteilen, die sich gegen alles vermeintlich Fremde richten, geben davon dramatisch Zeugnis. Besonders die arabische Welt fällt dieser Entwicklung zum Opfer. In einer Zeit also, in der allenthalben Spaltung und Hass zu erleben ist, tritt Mathias Énard als einzigartiger Vermittler auf, allerdings nicht als Prediger, sondern als leidenschaftlicher Orientforscher, der sich durch einen stupenden Kenntnisreichtum auszeichnet sowie durch literarische Sprachkraft. In einer Welt, in der sich Orient und Okzident zunehmend in einer Schockstarre aus Feindseligkeit, Angst, aus Drohung und Gegendrohung gegenüberstehen, schenkt er den Lesern einen von großer menschlichen Anteilnahme geprägten Einblick in den arabischen Kulturraum. In seinem von Wissen sprühenden Roman „Kompass“ zeigt er auf, wie die islamische, die christliche und die jüdische Tradition ineinandergreifen. Und belegt den jahrhundertelangen Einfluss des Orients auf die europäische Kultur: Ohne den Orient können wir den Okzident nicht denken. Am Ende dieses großen melancholischen und doch weltzugewandten Romans, der eine literarische Feier unseres gemeinsamen kulturellen Erbes ist und zugleich die gegenwärtigen barbarischen Akte der Zerstörung im arabischen Raum heraufbeschwört, steht ein einfacher Satz, eine Widmung. Er lautet: „Für die Syrer“.

Die Preisverleihung 2017 an Mathias Énard findet anlässlich der Eröffnung der Leipziger Buchmesse am Abend des 22. März 2017 im Gewandhaus zu Leipzig statt. Die Laudatio hält die Geschichtswissenschaftlerin Leyla Dakhli.

Medienkontakte:
Für Rezensionsexemplare und Termine mit dem Preisträger vor Beginn der Leipziger Buchmesse: Thomas Rode, Verlag Hanser Berlin, Tel. 030 252948015, E-Mail: thomas.rohde@hanser.de
Für Termine mit dem Preisträger am Tag der Preisverleihung und während der Leipziger Buchmesse: Matthias Graf, Stadt Leipzig, Geschäftsstelle Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, Tel.: 0341 123-4293, E-Mail: matthias.graf@leipzig.de


Über den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung
Der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, seit 1994 jährlich vergeben und mit 20.000 Euro dotiert, zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen in Deutschland. Das Preiskuratorium bilden der Freistaat Sachsen, die Stadt Leipzig, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. und die Leipziger Messe. Ausführliche Informationen zum Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, den bisherigen Preisträgern, dem Kuratorium und der Jury sind unter http://www.leipzig.de/buchpreis zu finden.

Über die Leipziger Buchmesse
Die Leipziger Buchmesse ist der wichtigste Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche und versteht sich als Messe für Leser, Autoren und Verlage. Sie präsentiert die Neuerscheinungen des Frühjahrs, aktuelle Themen und Trends und zeigt neben junger deutschsprachiger Literatur auch Neues aus Mittel- und Osteuropa. Durch die einzigartige Verbindung von Messe und „Leipzig liest“ – dem größten europäischen Lesefest – hat sich die Buchmesse zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Im Verbund mit der Leipziger Buchmesse öffnet die Manga-Comic-Con (MCC) in Halle 1. Parallel dazu findet die 23. Leipziger Antiquariatsmesse statt.

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