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Donnerstag, 22. Dezember 2016

SOLWODI: 15. Februar 2017, Parlamentarischer Abend, ab 19 Uhr, im Mainzer Landesmuseum

"Solwodi kann 2017 sein 30-jähriges Bestehen in Deutschland feiern."

Zum zweiten Mal nach 2015 ist SOLWODI auch im kommenden Jahr 2017 wieder Teil eines Parlamentarischen Abends in Mainz, dank der Einladung des Landtagspräidenten Herrn Hendrik Hering ins Landesmuseum Mainz.

Für den parlamentarischen Abend hat SOLWODI einen wichtigen Partner mit ins Boot genommen, den Verein "Django Rheinhardt Kultur- und Beratung  e.V., um Ihnen auch dieses Projekt im Bemühen um Sinti- und Roma-Frauen vorstellen zu können.


Die musikalische Rahmengestaltung des Abends übernimmt Herr Django Rheinhardt.


Sr. Dr. Lea Ackermann

SOLWODI Deutschland e.V.
Propsteistr. 2
56154 Boppard-Hirzenach


www.facebook.com/solwodi.de

Dienstag, 20. Dezember 2016

UNICEF-Foto des Jahres 2016 Die Verteidigung des Lächelns Siegerfoto des internationalen Fotowettbewerbs zeigt die Widerstandskraft von Kindern

UNICEF zeichnet den iranischen Fotografen Arez Ghaderi für sein Porträt eines lächelnden Nomadenmädchens mit dem ersten Preis des Wettbewerbs „UNICEF-Foto des Jahres 2016“ aus. Das strahlende Lächeln des Mädchens macht das Foto zu einem Symbol für die Widerstandskraft, mit der Kinder immer wieder selbst schwierigsten Lebensumständen ihr Recht auf Unbeschwertheit entgegensetzen. Den zweiten Preis gewinnt der in Köln lebende Fotojournalist Ali Nouraldin für eine Momentaufnahme im Flüchtlingslager Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze. Er hält eine Stunde der Verzauberung fest, in der Kinder in einem Behelfskino unter nächtlichem Himmel gebannt einen Film verfolgen. Der dritte Preis geht an den syrischen Fotografen Mohammed Badra. Sein Foto zeigt zwei festlich gekleidete Mädchen vor einer mit Einschüssen übersäten Wand in der umkämpften syrischen Stadt Duma, nahe Damaskus.

Arez Ghaderi hat einen Moment des „Trotzdem“ eingefangen“, sagte die aus dem Iran stammende und in Deutschland aufgewachsene Schauspielerin Jasmin Tabatabai bei der Preisverleihung in Berlin. „In unserer Welt voller Katastrophen vermittelt sein Foto die Hoffnung, dass selbst elende Lebensumstände die Fröhlichkeit und spielerische Leichtigkeit von Kindern nicht völlig zerstören können."

Armut kann nicht glücklich machen. Nirgendwo. Aber im UNICEF-Foto des Jahres 2016 offenbart sich ein Kinderrecht: das Recht, manchmal einfach unbeschwert zu sein“, sagte Peter-Matthias Gaede, Vorstandsmitglied von UNICEF Deutschland.

„Die Bilder und Reportagen des Wettbewerbs belegen die Offenheit und Beobachtungskraft, mit der sich Fotojournalisten auf die Welt der Kinder einlassen“, sagte Prof. Rolf Nobel, Vorsitzender der Jury unabhängiger Fotoexperten. „Statt unsere medial erzeugten Erwartungen mit spektakulären Bildern zu bedienen, erzeugen sie Einfühlung und Verstehen.“

Das Siegerbild: Die Verteidigung des Lächelns

Ein tapferes Lächeln, vielleicht sogar ein Augenblick wirklicher Freude. Es ist diese Widerstandskraft, diese Strahlkraft eines Mädchens auf einer Müllhalde im Iran, die das Bild des im Westen weithin unbekannten Fotografen Arez Ghaderi zu einem Symbolbild macht. Zum Ausdruck einer manchmal auch verzweifelten Hoffnung. Der 27 Jahre alte Iraner, als freier Fotograf arbeitend, hat das Mädchen in einer provisorischen Zeltstadt irgendwo in der Razavi-Khorasan Provinz getroffen. Belutschen-Familien aus der Grenzregion zu Afghanistan und Pakistan haben sich hierher aufgemacht auf der Suche nach neuen Chancen. Während die Erwachsenen in nahen Dörfern nach Arbeit suchen, streunen die Kinder über Plastikberge, um aus ihnen herauszuklauben, was noch nutzbar sein könnte. Eine Kindheit, wie wir sie kennen, haben diese Mädchen und Jungen nicht. Aber sie spielen – und verteidigen ihr Lächeln gegen die erdrückende Macht von Armut und Not.

Im Iran gelang es in den letzten 25 Jahren die Kindersterblichkeit von 54 auf 16 Todesfälle pro tausend Neugeborene zu senken. Die Alphabetisierungsrate stieg von 54 auf 85 Prozent. Aber ähnlich wie in anderen Schwellenländern haben hier viele Kinder eine sehr harte Kindheit.

2. Preis: Stunde der Verzauberung

Es ist Nacht angebrochen in Idomeni. Eine Nacht zwischen weiteren Tagen des Wartens, der Bewegungslosigkeit, der Ungewissheit. Über 12.000 Flüchtlinge, meist aus Syrien und in der Mehrzahl Kinder und Jugendliche, harrten im Frühjahr 2016 hier an der griechisch-mazedonischen Grenze aus; gestoppt auf ihrem Weg nach Deutschland, von dem viele träumen. Freiwillige Helfer haben ein Behelfskino unter freiem Himmel aufgebaut, um sie aus der Lagerrealität zu entführen und ihre Gedanken verreisen zu lassen. Der 1985 im Gaza-Streifen geborene, gegenwärtig in Köln lebende und für internationale Medien arbeitende Fotojournalist Ali Nouraldin, hat diese Stunde der Verzauberung während eines längeren Aufenthalts in Idomeni eingefangen. Besonders berührt haben ihn die ebenso bangen wie hoffnungsvollen Fragen, die ihm immer wieder von den Flüchtlingen gestellt wurden. So griff ein kleines Kind nach seiner Hand und ließ sich erwartungsvoll von den Schulen in Deutschland erzählen.

3. Preis: Die Kinder, die aushalten müssen

Duma, die neuntgrößte Stadt Syriens, nicht weit von Damaskus. Eine Stadt im Krieg, voller apokalyptischer Szenen, voller Begegnungen mit Blut, Schmerz und Tod. Auch für die Kinder. Der in Duma geborene und für die Agentur epa arbeitende Fotojournalist Mohammed Badra hat ursprünglich Architektur studiert. Doch der Krieg wandelte ihn: Er wurde zum Zeugen der Ereignisse, er leistete erste Hilfe für den Roten Halbmond, die Schwesterorganisation des Roten Kreuzes und engagierte sich in der psychologischen Betreuung von Opfern des Bürgerkriegs. Badras Bild der beiden festlich gekleideten Kinder, der feste Blick des Mädchens in Weiß, der unruhige Blick des Mädchens in Rot, die mit Einschusslöchern übersäte Wand – ein fast surrealer Moment im Waffengetöse. Wovon auch seine Aufnahmen unterirdischer Spielplätze zeugen. Laut UNICEF leben in Syrien derzeit über eine halbe Million Kinder in belagerten Städten.

Sieben weitere Reportagen hob die Jury mit ehrenvollen Erwähnungen hervor
·         Yahya Arhab, Jemen (epa, european pressphoto agency), Reportage: Die, die gar nicht vergessen können (Jemen)
·         Laura Boushnak, (Frankreich), (Rawiya Collective), Reportage: Weshalb Mohammed das Schwimmen so liebt (Libanon)
·         Mauricio Lima, Brasilien (für New York Times), Reportage: Ankommen, endlich ankommen! (Europa)
·         Kirsty Mackay, Großbritannien (Institute), Reportage: Ist etwas schlimm an Rosarot? (Großbritannien)
·         Alex Masi, Italien (freier Fotograf), Reportage: Und sie sollen Krieger werden (Ukraine)
·         Jordi Pizarro, Spanien (freier Fotograf), Reportage: Gutes kommt zusammen (Indien)
·         Benedikt Ziegler, Deutschland (Student MA der Fotografie, Hochschule Dortmund), Reportage: Wenn eine „Altenkrankheit“ schon Kinder martert (Deutschland)
Seit seiner Gründung vor 70 Jahren, am 11. Dezember 1946, haben Fotografen die Arbeit von UNICEF begleitet und mit ihren Reportagen und Bildern auf die Situation der Kinder aufmerksam gemacht. Der internationale Wettbewerb „UNICEF-Foto des Jahres“ wurde im Jahr 2000 von UNICEF Deutschland ins Leben gerufen. Jedes Jahr werden seither Bilder und Reportagen professioneller Fotojournalisten prämiert, die die Persönlichkeit und die Lebensumstände von Kindern auf herausragende Weise dokumentieren.

 Detaillierte Informationen zu allen Reportagen und dem Wettbewerb „UNICEF-Foto des Jahres“ finden Sie auf www.unicef.de/foto

ROG: Konfliktparteien in Aleppo müssen Schutz von Journalisten gewährleisten

Reporter ohne Grenzen ist besorgt über die Sicherheit von Journalisten in der syrischen Stadt Aleppo. Unter den Zehntausenden Zivilisten, die in Ost-Aleppo bei Minusgraden ausharren, waren Ende vergangener Woche nach ROG-Informationen auch mehrere Dutzende Medienschaffende. Der Großteil von ihnen sind Bürgerjournalisten, die über soziale Medien aus den umkämpften Gebieten berichten.

„Die mutigen Bürgerjournalisten in Ost-Aleppo versorgen die syrische Bevölkerung und die Weltöffentlichkeit seit Monaten mit den einzigen unabhängigen Informationen über die verheerende Situation in der Stadt. Ohne sie könnten wir uns kein verlässliches Bild von der Lage vor Ort machen“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. „Unter der Genfer Konvention sind die Konfliktparteien verpflichtet, Medienschaffende zu schützen – das gilt sowohl für Journalisten, die in Aleppo bleiben wollen, als auch für diejenigen, die das Gebiet verlassen möchten.“

In den vergangenen Wochen haben Bürgerjournalisten Videos auf Facebook und Twitter gepostet, um über die Lage zu informieren. Dazu gehören etwa Omar Al-Arab (http://t1p.de/xfl0) und Salah Al-Ashkar (http://t1p.de/kp2c). Der Journalist Zouhir Al-Shimale sprach mit ROG vergangenen Donnerstag darüber, wie schwer es sei, in den belagerten Gebieten zu leben und über die Situation zu berichten (http://t1p.de/vo86).

Die Journalisten arbeiten zum Teil auch für internationale Medien. Der freie Journalist Hadi Abdullah berichtete unter anderem für Al-Jazeera. Er wurde von ROG als Journalist des Jahres 2016 ausgezeichnet (http://t1p.de/h5j9). Abdullah hat sich in gefährliche, von seinen meisten Kollegen gemiedene Gebiete in Syrien gewagt. Dabei ist der 29-Jährige mehrmals knapp dem Tod entgangen. Der Journalist Zouhir Al-Shimale hat für die Wochenzeitschrift Die Zeit aus Aleppo berichtet.

GEFÄHRLICHSTES LAND FÜR JOURNALISTEN WELTWEIT

Der jahrelange Krieg hat Syrien zum weltweit gefährlichsten Land für Journalisten gemacht, wie aus der am Montag veröffentlichten Jahresbilanz der Pressefreiheit 2016 hervorgeht (http://t1p.de/5x49). Reporter riskieren für die Arbeit vor Ort ihr Leben. Sie können jederzeit Opfer von Luftangriffen oder Artilleriebeschuss werden, von Sicherheitskräften des Regimes festgenommen oder von Dschihadisten entführt werden.

Seit dem Jahr 2011 sind in Syrien mindestens 62 Journalisten sowie 152 Bürgerjournalisten und Medienmitarbeiter getötet worden (http://t1p.de/vo86). Allein dieses Jahr wurden dort mindestens elf professionelle Journalisten und acht Bürgerjournalisten im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit getötet. Mindestens 28 Medienschaffende sitzen wegen ihrer Arbeit in den Gefängnissen der Regierung. Momentan steht das Nothilfe-Referat von Reporter ohne Grenzen in Berlin mit rund 20 syrischen Medienschaffenden in Kontakt.

Die Anzahl ausländischer Journalisten wurde in den vergangenen Jahren aufgrund der Schwierigkeiten, ein Visum zu bekommen und sich frei zu bewegen, immer weniger. Am vergangenen Donnerstag musste die schwedische Journalistin Cecilia Uddén Syrien verlassen (http://t1p.de/q8tl). Die Regierung hatte der Korrespondentin von Radio Schweden wegen „falscher“ Berichterstattung das Journalistenvisum entzogen. Uddén hatte aus Aleppo und Damaskus berichtet.

Reporter ohne Grenzen unterstützt die Klage der Hinterbliebenen der US-Kriegsreporterin Marie Colvin (http://t1p.de/kih0). Sie war im Februar 2012 in Syrien getötet worden. Mit Hilfe von Informationen hochrangiger Überläufer und von syrischen Regierungsdokumenten zeigt ihre Klage detailliert die direkte Verantwortung hochrangiger Regimevertreter für die gezielte Ermordung der Journalistin. Der tödliche Granatenangriff auf ein Untergrund-Medienzentrum in der belagerten Stadt Homs am 22. Februar 2012 war demnach Teil der Strategie des Assad-Regimes, unabhängige Journalisten auszuschalten, um ohne störende internationale Aufmerksamkeit gegen die Zivilbevölkerung vorgehen zu können.

In einigen Gebieten Syriens riskieren ausländische Journalisten zudem, von bewaffneten Gruppen entführt zu werden. Vor allem die Dschihadisten des „Islamischen Staats“ (IS) entführen Journalisten, um Kritiker zum Schweigen zu bringen, ihre Terrorherrschaft durchzusetzen und Lösegelder zur Finanzierung ihrer Kriegsmaschinerie einzutreiben.

Auf der jährlichen Rangliste der Pressefreiheit steht Syrien auf Platz 177 von 180 Staaten. Weitere Informationen über die Lage der Journalisten vor Ort finden Sie unter www.reporter-ohne-grenzen.de/syrien.


(Diese Meldung auf der ROG-Webseite: http://t1p.de/yhgs)

Montag, 19. Dezember 2016

Jahresbilanz der Pressefreiheit 2016: Weltweit 74 Medienschaffende wegen ihrer Arbeit getötet

Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mindestens 74 Journalisten, Bürgerjournalisten und Medienmitarbeiter wegen ihrer Arbeit getötet worden. Fast drei Viertel von ihnen wurden gezielt angegriffen. Das geht aus dem heute veröffentlichten zweiten Teil der Jahresbilanz der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (ROG) hervor (www.reporter-ohne-grenzen.de/jahresbilanz). Unter den Getöteten waren 57 professionelle Journalisten, neun Bürgerjournalisten und acht Medienmitarbeiter.

Damit sind in den vergangenen zehn Jahren mindestens 695 professionelle Journalisten im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Die gefährlichsten Länder für Journalisten und andere Medienschaffende waren 2016 Syrien, Afghanistan, Mexiko, der Irak und der Jemen. Rund zwei Drittel der gewaltsamen Todesfälle dieses Jahr entfielen auf Kriegs- und Konfliktregionen.

„Besonders erschreckend ist, dass so viele Journalisten gezielt wegen ihrer Tätigkeit angegriffen und ermordet werden“, sagte ROG-Vorstandssprecherin Britta Hilpert. „Diese Zahlen zeigen, wie folgenlos bisher alle internationalen Bemühungen geblieben sind, Journalisten besser vor Gewalt zu schützen. Der künftige UN-Generalsekretär Antonio Guterres sollte den Schutz von Journalisten zu einer vordringlichen Aufgabe machen und schnellstmöglich einen Sonderbeauftragten berufen, um die vielen Beschlüsse zu diesem Thema endlich durchzusetzen.“

VIELE JOURNALISTEN FLIEHEN VOR ZUNEHMENDEN GEFAHREN

2015 waren mindestens 101 Medienschaffende wegen ihrer Arbeit getötet worden, darunter 67 professionelle Journalisten. Der deutliche Rückgang in diesem Jahr ist jedoch kein Anlass zur Entwarnung: Er erklärt sich vor allem dadurch, dass aus einigen Ländern viele Journalisten geflohen sind, weil die Fortsetzung ihrer Arbeit dort zu gefährlich gewesen wäre. Dies gilt insbesondere für Syrien, den Irak, Libyen, den Jemen, Afghanistan und Burundi. Damit fehlen gerade aus Ländern mit akuten politischen Konflikten unabhängige Informationen, die es auch der Weltöffentlichkeit ermöglichen würden, sich ein verlässliches Bild von der Lage dort zu machen.

Fünf der Getöteten waren Journalistinnen und Medienmitarbeiterinnen. Drei von ihnen starben beim Selbstmordanschlag auf einen Kleinbus ihres Fernsehsenders Tolo TV in der afghanischen Hauptstadt Kabul am 20. Januar. Die beiben anderen wurden in Mexiko und Somalia ermordet.

Gefährlichstes Land außerhalb von Kriegsgebieten war 2016 erneut Mexiko. Dort wurden im Laufe des Jahres neun professionelle Journalisten in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet. Doch auch im Kriegsland Afghanistan wurden alle zehn im zu Ende gehenden Jahr getöteten Journalisten gezielt wegen ihrer Tätigkeit ermordet.

348 MEDIENSCHAFFENDE IN HAFT, 52 ENTFÜHRT, EINER VERSCHWUNDEN

Am 13. Dezember zog ROG bereits Bilanz über Verhaftungen und Entführungen von Journalisten in diesem Jahr: Weltweit saßen zum Stichtag 1. Dezember mindestens 348 Medienschaffende (darunter Journalisten, Bürgerjournalisten und Medienmitarbeiter) wegen ihrer Arbeit im Gefängnis, sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor – die meisten von ihnen in der Türkei, in China, Syrien, Ägypten oder dem Iran. Entführt waren zu diesem Zeitpunkt 52 Medienschaffende – und zwar ausnahmslos in Syrien, im Jemen oder im Irak. 21 von ihnen befinden sich in der Gewalt der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“. Ein Journalist – der Burunder Jean Bigirimana – verschwand 2016 ohne Spur.

Um die Verantwortlichen für solche Verbrechen endlich zur Rechenschaft zu ziehen und den Kreislauf der Straflosigkeit zu durchbrechen, wirbt Reporter ohne Grenzen bei den Vereinten Nationen intensiv für die Einsetzung eines UN-Sonderbeauftragten für den Schutz von Journalisten. Dieser sollte die Bemühungen der verschiedenen UN-Institutionen zum Schutz von Journalisten koordinieren, die bestehende völkerrechtliche Vorschriften durchsetzen und auf diese Weise die Zahl von Übergriffen und Gewaltakten gegen Journalisten endlich wirksam verringern.

Schon jetzt gibt es zwar eine ganze Reihe von UN-Resolutionen für einen besseren Schutz für Journalisten vor allem in Konfliktgebieten; sie hatten aber bislang kaum konkrete Auswirkungen auf die Lage der Betroffenen.


WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:
- Mehr zur Jahresbilanz der Pressefreiheit: www.reporter-ohne-grenzen.de/jahresbilanz
- Sicherheitsleitfaden für Journalisten (PDF, Englisch): http://t1p.de/ai7o
- Mehr zum Kampf gegen Straflosigkeit: www.reporter-ohne-grenzen.de/themen/straflosigkeit

(Online ab Montag 06:00 Uhr unter: www.reporter-ohne-grenzen.de/jahresbilanz)

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Jahresbilanz der Pressefreiheit 2016: Weltweit mindestens 348 Journalisten in Haft und 52 entführt

Die Repressionswelle seit dem Putschversuch in der Türkei hat die Zahl der weltweit inhaftierten Journalisten in diesem Jahr deutlich in die Höhe getrieben. Das geht aus dem heute veröffentlichten ersten Teil der Jahresbilanz der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (ROG) hervor (www.reporter-ohne-grenzen.de/jahresbilanz).

Weltweit sitzen derzeit mindestens 348 Medienschaffende wegen ihrer Arbeit im Gefängnis, sechs Prozent mehr als vor einem Jahr – die meisten von ihnen in der Türkei, in China, Syrien, Ägypten oder dem Iran. Darunter sind neben 187 professionellen Journalisten auch 146 Blogger und Bürgerjournalisten sowie 15 sonstige Medienmitarbeiter. Entführt sind weltweit derzeit 52 Medienschaffende – und zwar ausnahmslos in Syrien, im Jemen oder im Irak. 21 von ihnen befinden sich in der Gewalt der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“.

„Die Hexenjagd gegen Journalisten in der Türkei sprengt alle bekannten Dimensionen“, sagte ROG-Vorstandssprecherin Britta Hilpert. „Dass die Türkei, die ja immer noch EU-Beitrittskandidat ist, in einer Reihe mit notorischen Feinden der Pressefreiheit wie den Regimen in China, Syrien und dem Iran findet, ist bezeichnend für das drastische Vorgehen der türkischen Behörden gegen die Pressefreiheit. Die hohe Zahl entführter Journalisten in Syrien, dem Irak und dem Jemen zeigt einmal mehr, dass die unabhängige Berichterstattung stets zu den ersten Opfern eines Krieges gehört.“

Den zweiten Teil der Jahresbilanz der Pressefreiheit mit den Zahlen getöteter Journalisten sowie den gefährlichsten Regionen für Reporter veröffentlicht Reporter ohne Grenzen am 19. Dezember.

MEHR ALS 100 JOURNALISTEN IN DER TÜRKEI IM GEFÄNGNIS

Allein in den Gefängnissen der Türkei sitzen derzeit weit über 100 Journalisten. Bei 41 von ihnen ist nach sorgfältiger Prüfung durch ROG ein Zusammenhang der Haft mit ihrer journalistischen Tätigkeit eindeutig. Bei Dutzenden weiteren ist er nicht auszuschließen, hat sich bislang aber nicht mit Sicherheit feststellen lassen. Denn oft erfahren selbst die Verhafteten und ihre Anwälte über längere Zeit nicht, was genau die Justiz ihnen zur Last legt.

Daneben ist China das Land weltweit mit den meisten Medienschaffenden, die wegen ihrer Arbeit im Gefängnis sitzen. Derzeit sind es mindestens 103, darunter 81 Blogger und Bürgerjournalisten. In Ägypten sind mindestens 27 Journalisten wegen ihrer Arbeit in Haft: Das Regime von Präsident Abdelfattah al-Sisi geht gnadenlos gegen jeden vor, der – oft auf sehr zweifelhafter Grundlage –verdächtigt wird, in Kontakt zur Muslimbruderschaft zu stehen.

In Syrien sitzen mindestens 28 Journalisten, Bürgerjournalisten und Medienmitarbeiter wegen ihrer Arbeit in den Gefängnissen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad. Auch ihre Kollegen im Iran werden ausspioniert, verfolgt, verhört und unter oft erbärmlichen Haftbedingungen eingesperrt: Mindestens 24 sitzen dort wegen ihrer Tätigkeit im Gefängnis.

ALLEIN IN MOSSUL ZEHN MEDIENSCHAFFENDE ENTFÜHRT

Allein in der irakischen Millionenstadt Mossul halten IS-Kämpfer seit fast zwei Jahren zehn Journalisten und Medienmitarbeiter in ihrer Gewalt. Mindestens 15 weitere sind Geiseln der Huthi-Rebellen im Jemen, die meisten von ihnen seit mehr als einem Jahr. Die weitaus meisten (89 Prozent) der Entführten kommen aus den jeweiligen Ländern selbst. Darunter sind viele freie Journalisten, die gegen geringe Bezahlung große Risiken bei der Berichterstattung auf sich nehmen.

Ein Journalist 2016 verschwunden: Von Jean Bigirimana fehlt jede Spur, seit er Ende Juli in Burundi in Gewahrsam von Geheimdienstbeamten gesehen wurde.

Um die Verantwortlichen für solche Verbrechen endlich zur Rechenschaft zu ziehen und den verheerenden Kreislauf der Straflosigkeit zu durchbrechen, wirbt Reporter ohne Grenzen bei den Vereinten Nationen intensiv für die Einsetzung eines UN-Sonderbeauftragten für den Schutz von Journalisten. Dieser sollte die Bemühungen der verschiedenen UN-Institutionen zum Schutz von Journalisten koordinieren, die bestehende völkerrechtliche Vorschriften durchsetzen und auf diese Weise die Zahl von Übergriffen und Gewaltakten gegen Journalisten endlich wirksam verringern.

Schon jetzt gibt es zwar eine ganze Reihe von UN-Resolutionen für einen besseren Schutz für Journalisten vor allem in Konfliktgebieten; sie hatten aber bislang kaum konkrete Auswirkungen auf die Lage der Betroffenen.


WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:
- Mehr zur Jahresbilanz der Pressefreiheit: www.reporter-ohne-grenzen.de/jahresbilanz
- Sicherheitsleitfaden für Journalisten (PDF, Englisch): http://t1p.de/ai7o
- Mehr zum Kampf gegen Straflosigkeit: www.reporter-ohne-grenzen.de/themen/straflosigkeit


REDAKTIONELLE HINWEISE:
Den zweiten Teil unserer Jahresbilanz der Pressefreiheit veröffentlichen wir am Montag, 19. Dezember 2016. Er dokumentiert, wie viele Journalisten 2016 bei ihrer Arbeit getötet wurden und welche Regionen für Medienschaffende weltweit am gefährlichsten sind. Für Redaktionen verschicken wir ihn vorab am Sonntagnachmittag, 18. Dezember, mit Sperrfrist Montag 06:00 Uhr; für die Montagsausgaben von Zeitungen sind die Informationen frei zur Verwendung.


(Direkt auf der ROG-Website lesen: www.reporter-ohne-grenzen.de/jahresbilanz)

UNICEF-Foto des Jahres 2016 - Jasmin Tabatabai, Schauspielerin und Sängerin, zeichnet Siegerreportage aus, die die Widerstandskraft von Kindern trotz bedrückender Lebensumstände zeigt

Für unzählige Mädchen und Jungen auf der Welt ist die Kindheit eine Zeit der Entbehrungen. Trotzdem zeigen Kinder auch in schwierigsten Situationen vielfach eine erstaunliche Resilienz. 70 Jahre nach der Gründung des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen thematisiert das UNICEF-Foto des Jahres 2016 diese Widerstandskraft von Kindern angesichts von Armut, Not und Gewalt.

Für den Wettbewerb 2016 haben 90 von internationalen Experten nominierte Fotografen aus 29 Nationen über 1.100 Bilder eingereicht. Eine unabhängige Jury von Fotoexperten unter der Leitung von Rolf Nobel, Leiter Lumix Fotofestival für jungen Fotojournalismus, vergab zudem einen zweiten und dritten Preis, und sieben Ehrenvolle Erwähnungen. Zum 17. Mal vergibt UNICEF Deutschland diesen Preis. 

 

Jury:

§  Jasmin Tabatabai, Schauspielerin und Sängerin
§  Preisträger des „UNICEF-Fotos des Jahres 2016“
§  Peter-Matthias Gaede, Vorstandsmitglied UNICEF Deutschland
 §  Prof. Rolf Nobel, Vorsitzender der Jury „UNICEF-Foto des Jahres 2016“ Unicef Deutschland

more to come Dec, 20th, 2016

Montag, 12. Dezember 2016

goEast >>> East-West Talent Lab & OPPOSE OTHERING!

East-West Talent Lab & OPPOSE OTHERING!

With the East-West Talent Lab, goEast provides young filmmakers from the areas of direction and production with a valuable platform for networking and further education during the festival week in Wiesbaden. Tomorrow's pros are able to gain festival and co-production experience here for the first time. However, goEast's efforts to reach young professionals don't stop there: the festival has dedicated itself to offering programmes that focus on critical, socially engaged filmmaking for this crucial group. With the project OPPOSE OTHERING! goEast deepens its commitment to a filmmaking ethos devoted to advancing the cause of human rights. After the successful start in 2016 the project goes into the second round.


EAST-WEST TALENT LAB

goEast fosters and connects young filmmakers and artists from Central and Eastern Europe and Germany, with a focus on the Rhine-Main region. A programme consisting of a broad range of networking and educational events has been assembled for the 30 participants of the East-West Talent Lab and implemented with the assistance of internationally renowned experts. The goEast Development Award, worth 3,500 euros, is presented to the originator of the best project idea. The East-West Talent Lab addresses young filmmakers from Central and Eastern Europe as well as Germany to apply for the programme with their project ideas. The application form can be downloaded here (http://www.filmfestival-goeast.de/download/documents/ewtl_2017_application_form.doc)

OPPOSE OTHERING!

OPPOSE OTHERING! is humanly committed filmmaking. The project, which is supported by the Foundation Remembrance, Responsibility and Future, is entering the second round in 2017: Young filmmakers from Germany and Central and Eastern Europe paired in bi-national tandem teams will set off together on a journey through their countries. Their central objective: to use the means of cinema to investigate exclusionary attitudes towards individuals of different social, religious, cultural, ethnic backgrounds and / or sexual identity and to present portraits of individuals and projects that are working to promote solidarity, civil courage and resistance to discrimination. The detailed Call for Applications can be found here . (http://www.filmfestival-goeast.de/download/documents/161101_Oppose-Othering_CfA.doc)


Jahrespressekonferenz des Goethe-Instituts: Kultur als Schlüssel zum Dialog

Das Jahr 2016 war geprägt von internationalen Krisen und Konflikten, Flucht und Vertreibung, Einschränkung der Meinungsfreiheit. Europa erlebte zunehmend instabile Entwicklungen, die europäischen Werte werden durch nationalistische und populistische Tendenzen infrage gestellt. Das Goethe-Institut begegnet diesen globalen Herausforderungen mit einem effizienten Ausbau seines Netzwerks, einem Strukturwandel durch Digitalisierung und seiner genuinen Stärke: Sprache und Kultur als Schlüssel zum Dialog.

Der Präsident des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann betonte bei der Jahrespressekonferenz, dass sich besonders in turbulenten Zeiten das Potenzial des langfristigen Kulturaustauschs zeige: „Wir sind vor Ort meist seit vielen Jahren im engen und vertrauensvollen Kontakt mit Künstlern, Partnern und Nichtregierungsorganisationen und können so schnell und effektiv auf Herausforderungen reagieren. Durch die konsequente Verknüpfung der verschiedenen Präsenzformen, den weiteren Ausbau unseres Netzwerks und strategische Partnerschaften haben wir unser Innovationspotenzial deutlich gesteigert.“ Es gelte, Freiräume zu schaffen und zu erhalten in Ländern, in denen der staatliche Zugriff die Meinungsfreiheit einschränkt: „Meinungsfreiheit ist für uns ein hohes Gut. In Kairo haben wir beispielsweise ein neues Institutsgebäude eröffnet, das schon architektonisch auf Transparenz und Begegnung setzt und für das kulturelle Leben in der ägyptischen Hauptstadt ein wichtiger Treffpunkt ist. Auch in der Türkei halten wir den Dialog mit Künstlern und der Zivilgesellschaft aufrecht.“

Behutsamer Ausbau des Netzwerks
Der Generalsekretär des Goethe-Instituts Johannes Ebert führte aus, dass in Reaktion auf die aktuellen globalen Herausforderungen das Netzwerk der größten deutschen Kulturmittlerorganisation behutsam ausgebaut werde: „2017 wird das Goethe-Institut neue Goethe-Zentren in Baku und Eriwan gründen. Für den Ausbau unserer Arbeit in der aufstrebenden Kaukasus-Region hat uns der Deutsche Bundestag für die Dauer von drei Jahren insgesamt 3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Mit unserer Programmarbeit wollen wir die Begegnung mit den Kulturschaffenden in Armenien und Aserbaidschan fördern und neue Freiräume des kreativen Austauschs ermöglichen.“

Auch durch die Erweiterung von Residenzprogrammen soll das Netzwerk verstärkt werden. Das Goethe-Institut hat als größter deutscher Anbieter weltweiter Residenzprogramme im November 2016 im brasilianischen Salvador da Bahia mit der neuen Künstlerresidenz Vila Sul sein erstes Residenzhaus auf der Südhalbkugel eröffnet, wie Klaus-Dieter Lehmann berichtete. Das Haus soll ein Ort des Austauschs für Kulturschaffende, Künstlerinnen, Wissenschaftler und Publizisten aus Deutschland und der ganzen Welt sein, die sich mit Fragen des Süd-Süd-Dialogs auseinandersetzen.

Neben den Goethe-Instituten und Residenzen als Frei- und Dialogräumen sind für Klaus-Dieter Lehmann die umfassende digitale Modernisierung der Sprach- und Kulturarbeit, Zugänge zu Bildung und die sozialen Netzwerke unverzichtbar. „Wir verstehen uns schon jetzt als innovativen Akteur im digitalen Anwendungsbereich. Für die notwendige Offensive zu einem breiten Strukturwandel benötigen wir jedoch eine Schwerpunktförderung, die in einer veränderten Welt über Reichweiten, Akzeptanz und Gestaltungsmöglichkeiten verfügt.“

Der Kaufmännische Direktor Bruno Gross gab einen Überblick über die finanzielle Situation des Goethe-Instituts: „2016 konnte das Goethe-Institut die Mittel des Vorjahres verstetigen, während sich bei den Eigeneinnahmen eine leichte Steigerung um zwei Prozent feststellen ließ.“ Die Nachfrage nach den Sprachkursen des Goethe-Instituts entwickle sich positiv, besonders in Nordafrika, Asien und Südosteuropa sei die Nachfrage nach Deutsch als Fremdsprache besonders groß. Bei den Prüfungen und Online-Kursen sei sogar ein starkes Wachstum festzuhalten. Mit 137 Millionen Euro an Eigeneinnahmen aus Sprachkursen und Prüfungen erwirtschaftete das Goethe-Institut 2016 rund 34,6 Prozent seines Haushalts selbst.

Die Zukunft Europas – „Collecting Europe“
Angesichts des zunehmenden Populismus und Nationalismus stellt das Goethe-Institut die Zukunft Europas in den Mittelpunkt seiner Arbeit. Generalsekretär Johannes Ebert sieht für Kulturinstitutionen in Europa heute eine besondere Verantwortung. „Europa steht für Freiheit, Gerechtigkeit und kulturelle Vielfalt. Wenn diese Werte unter Druck geraten, müssen wir als Goethe-Institut Haltung zeigen. Unsere Goethe-Institute in Europa genießen Vertrauen und sind in ihren Gastländern umfassend vernetzt. Gemeinsam mit unseren Partnern sehen wir uns verpflichtet, Verantwortung für Europa zu übernehmen.“ Kultur und offener Dialog können neue Perspektiven eröffnen und auch diejenigen ansprechen, die Zweifel und Befürchtungen in Bezug auf eine offene Gesellschaft haben. „Deshalb möchten wir verstärkt junge Menschen und diejenigen, die sich gegen Europa positionieren, ansprechen, um gemeinsam mit ihnen über die Bedeutung und die Verteidigung freiheitlicher Werte nachzudenken.“

Auch über Ängste, die es in den europäischen Gesellschaften gibt, müsse man diskutieren, so Ebert: „Die große Konferenz ‚European Angst‘ in Brüssel mit wichtigen Intellektuellen wie Herta Müller, Slavoj Žižek oder Didier Eribon brachte in der vergangenen Woche auch kontroverse Positionen zu Europa zutage. Es ist wichtig, dass wir den Diskurs über Europas Zukunft offen führen. Besonders gefreut hat es mich, dass neben Intellektuellen, Politikern und Kulturschaffenden maßgeblich auch Studierende beteiligt waren. Diese Interaktion und die Einmischung der Zivilgesellschaft wollen wir weiter fördern.“

Vertieft wird dieser thematische Fokus zum Beispiel mit dem Gedankenexperiment „Collecting Europe“, das gemeinsam mit dem Victoria and Albert Museum in London durchgeführt wird: Wie Angela Kaya, Institutsleiterin in London, berichtete, wurden zwölf internationale Künstlerinnen und Designer aufgefordert, aus dem Jahr 4017 auf das heutige Europa zu schauen – ganz bewusst auch aus der außereuropäischen Perspektive. „Collecting Europe“ kulminiert im Februar 2017 in einem einwöchigen Festival mit Ausstellung und begleitenden Diskussionsrunden, Performances und Workshops.

Migration und Integration: Zugang zu Bildung gewähren
Johannes Ebert betonte die Bedeutung des Themas Flucht für das Goethe-Institut: „Unterstützung für Menschen auf der Flucht – dies bleibt eine große Aufgabe für das Goethe-Institut. Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass jetzt keine verlorene Generation entsteht.“ Neben Aktivitäten in Deutschland habe das Goethe-Institut seine Programme in den Nachbarländern Syriens im zurückliegenden Jahr deutlich verstärkt. Zugang zu Bildung, die Förderung von Kreativität gerade junger Menschen und die Unterstützung geflüchteter Künstler und Kulturschaffender – dies seien für das Goethe-Institut zentrale Herausforderungen. „Viele Initiativen konnten wir ausbauen, um Perspektiven vor Ort zu schaffen. Andere haben wir im vergangenen Jahr neu gestartet, wie zum Beispiel die Bibliotheksbusse in der Türkei und dem Libanon und die Ideas Boxes – mobile Bildungs- und Informationszentren, die in Jordanien, dem Irak, Libanon und der Türkei zum Einsatz kommen. Projekte wie diese benötigen die dauerhafte Unterstützung durch das Auswärtige Amt“, sagte Generalsekretär Johannes Ebert. Mit „Goethe-Institut Damaskus im Exil“ habe man außerdem ein Experiment in Deutschland gewagt, das sehr erfolgreich war.

Der abschließende Ausblick galt dem Kulturprogramm „Die iranische Moderne“. Drei Monate lang geben iranische und deutsche Philosophen, Künstlerinnen und Kulturschaffende in Vorträgen, Lesungen und Konzerten Einblicke in die iranische Kunst-, Musik- und Literaturszene. Johannes Ebert sagte: „Das Goethe-Institut ist überzeugt, dass über das Kulturprogramm neue Verbindungen und ein offener Dialog zwischen deutschen und iranischen Kulturschaffenden erstehen werden.“

Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Mit 159 Instituten in 98 Ländern fördert es die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland, pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit und vermittelt ein aktuelles Deutschlandbild. Durch Kooperationen mit Partnereinrichtungen an zahlreichen weiteren Orten verfügt das Goethe-Institut insgesamt über rund 1.000 Anlaufstellen weltweit.

Pressefreiheit in der Türkei - Protestkundgebung am 14. Dezember 2016 in Stuttgart

For your kind interest ... there's an old saying which goes like this
"Don't shoot the messenger."

Es gilt der übliche Disclaimer: Durch das Veröffentlichen des Beitrags machen wir uns Inhalte (was immer diese sein mögen) AUSDRÜCKLICH nicht zu eigen.


Seit Verhängung des Ausnahmezustandes in der Türkei wurden über 100 Journalisten verhaftet und Medien geschlossen. Reporter ohne Grenzen unterstützt daher eine Protestkundgebung gegen die Angriffe der türkischen Regierung auf die Pressefreiheit.
Am Mittwoch, 14. Dezember 2016
um 17Uhr
Wilhelmsplatz
70182 Stuttgart
Unterstützt von
  • Reporter ohne Grenzen
  • Deutsche Journalisten und Journalistinnen in ver.di (DJU) BaWü
  • Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in ver.di (VS) BaWü
  • Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) Baden-Württemberg
  • Deutscher Journalisten Verband (DJV) Baden-Württemberg
Seit Verhängung des Ausnahmezustandes in der Türkei durch die Regierung von Präsident Erdogan am 20. Juli 2016 wurden nach Zählung der Europäischen Journalistenföderation (EJF) 121 Journalistinnen und Journalisten verhaftet und in Gefängnisse gebracht (Stand: 16. November 2016); 168 Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehsender und andere Medien wurden zwangsweise geschlossen (Stand: 29. Oktober 2016); und über 2500 Journalistinnen und Journalisten sind ohne Arbeit und Einkommen. Betroffen sind Journalistinnen und Journalisten sowie Medien, die über die Regierung von Präsident Erdogan kritisch berichten und kommentieren.
Die Angriffe der türkischen Regierung auf die Pressefreiheit gehen einher mit Verhaftungen von Oppositionspolitikern und Gewerkschaftern sowie der Entlassung von Richtern, Lehrern und anderen Beamten aus dem Staatsdienst. Davon in besonderem Maß betroffen ist die kurdische Minderheit der Türkei aber auch die Gewerkschaftsbewegung und kritische Bürger.
Referenten:

ROG-Kampagne „Digitales Exil“: Verfolgten Journalisten eine Stimme geben

Zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember bietet Reporter ohne Grenzen (ROG) verfolgten Journalisten für einen Tag „digitales Exil“. Dafür bittet die Organisation Social-Media-Nutzer, auf ihren Accounts Artikel eines verfolgten Kollegen zu posten. Mit der Kampagne macht ROG auf die weltweit zunehmenden Repressalien gegen Journalisten aufmerksam.

Twitter- und Facebook-Nutzer ändern für einen Tag oder mehrere Stunden ihr Profil- und Titelbild und posten zwei Artikel des Journalisten, den sie unterstützen möchten. Zur Wahl stehen Artikel des türkischen Journalisten Can Dündar, der bahrainischen Journalistin Nazeeha Saeed und des simbabwischen Journalisten Ray Mwareya. Auf der Webseite https://digitales-exil.org/ können Internetnutzer die Beiträge herunterladen.

Gegen den ehemaligen Cumhuriyet-Chefredakteur Dündar läuft in Istanbul ein Verfahren wegen angeblicher Unterstützung einer terroristischen Organisation (http://t1p.de/xzai). Sein Fall steht symbolisch für die Willkür, mit der die türkische Regierung gegen kritische Journalisten vorgeht.

Saeed ist eine Journalistin aus Bahrain und arbeitet als Korrespondentin für Radio Monte Carlo Doualiya and France24. Sie berichtete unter anderem über die pro-demokratischen Proteste in Bahrain. Wegen ihrer journalistischen Arbeit wurde sie 2011 zeitweise inhaftiert und geschlagen. Im Juni 2016 erteilten ihr die bahrainischen Behörden ein Ausreiseverbot. Saeed ist Gewinnerin des Johann-Philipp-Palm-Preises für Meinungs- und Pressefreiheit (http://t1p.de/lygh).

Mwareya ist freiberuflicher Journalist aus Simbabwe und arbeitet für das Global South Development Magazine (http://t1p.de/pct2). Mwareya verfasste unter anderem einen Artikel über die korrupten Machenschaften der nationalen Politik in der Kaffeeindustrie, der eine breite internationale Aufmerksamkeit erlangte. Daraufhin erhielt er ernstzunehmende Drohungen und beschloss, kurzzeitig unterzutauchen. Im Februar war er auf Einladung von Reporter ohne Grenzen im Rahmen des Auszeit-Stipendiums für drei Monate in Deutschland. Mwareya ist der erste Gewinner des UN Global Migration Fair Reporting Prize.

Weitere Infos zur Kampagne finden Sie unter https://digitales-exil.org/.


(Diese Meldung auf der ROG-Webseite: http://t1p.de/ib4y
Kampagnen-Webseite: https://digitales-exil.org/)

Freitag, 9. Dezember 2016

ROG-Terminankündigung: Reporter ohne Grenzen veröffentlicht Jahresbilanz der Pressefreiheit

Angriffe auf die Pressefreiheit in Zahlen: Reporter ohne Grenzen veröffentlicht am kommenden Dienstag (13. Dezember) den ersten Teil der Jahresbilanz der Pressefreiheit 2016. Darin dokumentieren wir, wie viele Journalisten im zu Ende gehenden Jahr wegen ihrer Arbeit inhaftiert oder entführt wurden und wie viele verschwunden sind. Außerdem illustrieren wir diese Gefahren an beispielhaften Fällen aus besonders stark betroffenen Ländern. Wir versenden den ersten Teil der Jahresbilanz der Pressefreiheit am Dienstagmorgen, 13. Dezember 2016, um 06:00 Uhr ohne Sperrfrist.

Im zweiten Teil der Veröffentlichung werden wir knapp eine Woche später Bilanz ziehen, wie viele Journalisten 2016 bei ihrer Arbeit getötet wurden und welche Regionen für Medienschaffende weltweit am gefährlichsten sind. Diesen zweiten Teil der Jahresbilanz der Pressefreiheit veröffentlichen wir am Montag, 19. Dezember 2016. Für Redaktionen werden wir ihn vorab am Sonntagnachmittag, 18. Dezember, mit SPERRFRIST Montag 06:00 Uhr verschicken; für die Montagsausgaben von Zeitungen sind die Informationen frei zur Verwendung.

Frühere Jahrgänge der Jahresbilanz der Pressefreiheit finden Sie unter www.reporter-ohne-grenzen.de/jahresbilanz.

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Mathias Énard erhält den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2017

Der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2017 wird dem französischen Schriftsteller und Übersetzer Mathias Énard für seinen Roman „Kompass“ verliehen. Das Werk erschien 2016 im Verlag Hanser Berlin.

In ihrer Begründung verweist die Jury darauf, dass die Zeit der großen gefährlichen Simplifizierungen über uns hereingebrochen sei – begleitet von einem Zynismus, der vor allem auf einem gründet: Unkenntnis. Die Erfolge der Populisten, das Umsichgreifen von Vorurteilen, die sich gegen alles vermeintlich Fremde richten, geben davon dramatisch Zeugnis. Besonders die arabische Welt fällt dieser Entwicklung zum Opfer. In einer Zeit also, in der allenthalben Spaltung und Hass zu erleben ist, tritt Mathias Énard als einzigartiger Vermittler auf, allerdings nicht als Prediger, sondern als leidenschaftlicher Orientforscher, der sich durch einen stupenden Kenntnisreichtum auszeichnet sowie durch literarische Sprachkraft. In einer Welt, in der sich Orient und Okzident zunehmend in einer Schockstarre aus Feindseligkeit, Angst, aus Drohung und Gegendrohung gegenüberstehen, schenkt er den Lesern einen von großer menschlichen Anteilnahme geprägten Einblick in den arabischen Kulturraum. In seinem von Wissen sprühenden Roman „Kompass“ zeigt er auf, wie die islamische, die christliche und die jüdische Tradition ineinandergreifen. Und belegt den jahrhundertelangen Einfluss des Orients auf die europäische Kultur: Ohne den Orient können wir den Okzident nicht denken. Am Ende dieses großen melancholischen und doch weltzugewandten Romans, der eine literarische Feier unseres gemeinsamen kulturellen Erbes ist und zugleich die gegenwärtigen barbarischen Akte der Zerstörung im arabischen Raum heraufbeschwört, steht ein einfacher Satz, eine Widmung. Er lautet: „Für die Syrer“.

Die Preisverleihung 2017 an Mathias Énard findet anlässlich der Eröffnung der Leipziger Buchmesse am Abend des 22. März 2017 im Gewandhaus zu Leipzig statt. Die Laudatio hält die Geschichtswissenschaftlerin Leyla Dakhli.

Medienkontakte:
Für Rezensionsexemplare und Termine mit dem Preisträger vor Beginn der Leipziger Buchmesse: Thomas Rode, Verlag Hanser Berlin, Tel. 030 252948015, E-Mail: thomas.rohde@hanser.de
Für Termine mit dem Preisträger am Tag der Preisverleihung und während der Leipziger Buchmesse: Matthias Graf, Stadt Leipzig, Geschäftsstelle Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, Tel.: 0341 123-4293, E-Mail: matthias.graf@leipzig.de


Über den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung
Der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, seit 1994 jährlich vergeben und mit 20.000 Euro dotiert, zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen in Deutschland. Das Preiskuratorium bilden der Freistaat Sachsen, die Stadt Leipzig, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. und die Leipziger Messe. Ausführliche Informationen zum Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, den bisherigen Preisträgern, dem Kuratorium und der Jury sind unter http://www.leipzig.de/buchpreis zu finden.

Über die Leipziger Buchmesse
Die Leipziger Buchmesse ist der wichtigste Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche und versteht sich als Messe für Leser, Autoren und Verlage. Sie präsentiert die Neuerscheinungen des Frühjahrs, aktuelle Themen und Trends und zeigt neben junger deutschsprachiger Literatur auch Neues aus Mittel- und Osteuropa. Durch die einzigartige Verbindung von Messe und „Leipzig liest“ – dem größten europäischen Lesefest – hat sich die Buchmesse zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Im Verbund mit der Leipziger Buchmesse öffnet die Manga-Comic-Con (MCC) in Halle 1. Parallel dazu findet die 23. Leipziger Antiquariatsmesse statt.

Montag, 5. Dezember 2016

App „Ankommen“: jetzt auch als Website

Die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit (BA), dem Bayerischen Rundfunk (BR) und dem Goethe-Institut entwickelte App „Ankommen“ wird um eine mobile Website erweitert: Unter www.ankommenapp.de erhalten Neuankommende in Deutschland künftig auch über das World Wide Web praktische Hilfe und Informationen zum Asylverfahren, zum Arbeitsmarktzugang und zum Leben in Deutschland.

Seit ihrem Start im Januar 2016 wurde die App bereits rund 200.000 Mal heruntergeladen. Und die Zahl der Downloads steigt täglich an. „Ankommen“ hilft nicht nur mit vielen Informationen bei der schnellen Orientierung während der ersten Wochen, sondern verfügt zusätzlich über einen kostenlosen Basis-Sprachkurs für die ersten Schritte auf Deutsch. Die App-Inhalte werden zudem laufend weiterentwickelt. Die Informationen zum Asylverfahren wurden aktualisiert, der Sprachkurs des Goethe-Instituts um weitere Kapitel ergänzt.

„Die Ausweitung der App auf die Website und die ständige Weiterentwicklung garantieren stets aktuelle Informationen rund um das Ankommen von Geflüchteten in Deutschland“, sagt Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit und Leiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts: „Die App ‚Ankommen‘ und die Website sind genau auf die Bedürfnisse von neu Ankommenden ausgerichtet. Der Selbstlern-Sprachkurs des Goethe-Instituts bietet einen idealen ersten Zugang zur deutschen Sprache und erleichtert den Einstieg in den Deutschunterricht.“

Die Resonanz auf die App verlief bisher durchweg positiv. Bereits im April 2016 wurde die App von der Stiftung Warentest mit dem Prädikat „empfehlenswert“ ausgezeichnet. Weitere zweimal wurde sie für Auszeichnungen nominiert und erhielt ihren ersten Preis: Am 10. Oktober 2016 wurde „Ankommen“ als Startup des Jahres mit dem „LeadAward“ in der Kategorie „Online“ ausgezeichnet. Mit dem renommierten Medienpreis werden seit 2003 jährlich hauptsächlich Fotografien und Beiträge aus Zeitungen, Zeitschriften und Online-Medienangeboten prämiert. Zudem ist die App „Ankommen“ Gewinner der „WSA-Germany 2016“ und wurde von der „WSA Germany“-Jury für den UN-World Summit Award MOBILE („WSA-Mobile“) in der Kategorie „Regierung und Bürgerengagement“ nominiert. Die Gewinner werden im Februar 2017 bekannt gegeben.

Bei der Entwicklung der App leistete der BR technische und didaktische Hilfe für die Partner BAMF, BA und Goethe-Institut. Mit der Weiterentwicklung des Angebots um die neue Internetseite hat der BR seine Aufgabe nun abgeschlossen und übergibt das Projekt damit an das federführende BAMF. Da es im In- und Ausland viele Nachfragen nach Unterstützung für ähnliche Projekte gibt – so will etwa die schwedische Regierung eine App für Geflüchtete in Schweden auf den Weg bringen – hat der BR angekündigt, die Leistung und Erfahrungen seiner Entwickler zur Verfügung zu stellen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Mit 159 Instituten in 98 Ländern fördert es die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland, pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit und vermittelt ein aktuelles Deutschlandbild. Durch Kooperationen mit Partnereinrichtungen an zahlreichen weiteren Orten verfügt das Goethe-Institut insgesamt über rund 1.000 Anlaufstellen weltweit.
   

Freitag, 2. Dezember 2016

Osteuropa/Zentralasien Junges Themenportal „Konverter“

Wo sind die besten Skater-Spots in Tiflis? Was erlebt man in einem Wohnheim in Nowosibirsk? Warum sind die Parks in Taschkent oft besser als jedes Café? Das und vieles mehr erfahren junge Leserinnen und Leser in Osteuropa und Zentralasien auf der neuen Themenplattform „Konverter“ des Goethe-Instituts, die ab dem 9. Dezember online ist. 


Auf der neuen Themenplattform „Konverter“ spiegeln junge Autorinnen und Fotografen multiperspektivisch Themen ihres Alltags wider und fragen sich dabei: Was ist das Besondere an unserem Alltag? Wie sieht die Street-Fashion in unserer Stadt aus? Welche Songs drücken unser Lebensgefühl im Moment am besten aus?

Grenzüberschreitung als Programm

Ob Erzählung, Kritik oder Karikatur, Schnappschuss oder Bilderstrecke – die Inhalte auf „Konverter“ stehen gleichberechtigt nebeneinander und können von den Lesern so aus verschiedenen Perspektiven erkundet werden. Jede Bilderstrecke nimmt sie mit an einen anderen Ort in die Ukraine, nach Usbekistan, Russland, Georgien oder Kasachstan.

Der Fokus von „Konverter“ liegt auf einer größtmöglichen Präsenz in den Sozialen Medien. Dadurch können die Leser und Leserinnen unmittelbar Bezug zu den Beiträgen nehmen. „Konverter“ wird seine Inhalte somit nicht nur auf vielen Kanälen senden, sondern auch aus vielen Richtungen Meinungen und Anregungen empfangen. Die Grenzüberschreitung und der Diskurs sind bei „Konverter“ Programm.

Dauerhafter Netzdiskurs

Der Name der Plattform ist der Informatik entliehen. Sie funktioniert wie ein Konverter, der eine Datei in ein anderes Format umwandelt, dabei aber den Inhalt nicht verändert. Die Geschichten auf der Website werden auf Englisch, Russisch und Deutsch erzählt. So können sich auch junge Leser und Leserinnen in Deutschland ein Bild von den Lebenswelten in den beteiligten Ländern machen: Über die Träume und Hoffnungen, Wünsche und Ängste, Nöte und Erfolge der jungen Menschen.

Die Redaktion des Portals ist zunächst am Goethe-Institut Nowosibirsk angesiedelt. Nach zwei Jahren wechselt sie zu einem Institut in einem anderen Land, um von dort aus neue Impulse zu setzen.

Die Plattform ist ab dem 9. Dezember unter www.konverter.media verfügbar.

„Konverter“ ist ein Regionalprojekt der Goethe-Institute in der Region Osteuropa/Zentralasien. Mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amts.

Kulturprogramm „Die iranische Moderne“ (Goethe), Berlin 7. Dezember 2016 bis März 2017

Am 7. Dezember startet das Kulturprogramm „Die iranische Moderne“ in Berlin. Drei Monate lang geben iranische und deutsche Philosophen, Künstlerinnen und Kulturschaffende in Vorträgen, Lesungen und Konzerten Einblicke in das zeitgenössische iranische Kulturleben. 

Das Goethe-Institut startet in enger Kooperation mit dem CTM-Festival, dem Literarischen Colloquium Berlin, der Freien Universität Berlin und weiteren Partnern das lang geplante Kulturprogramm „Die iranische Moderne“. Das Programm will ein überraschendes Bild der zeitgenössischen iranischen Kulturszene zeigen und Räume der kulturellen Zusammenarbeit schaffen. Neben philosophischen Diskursen werden Positionen zur aktuellen Situation in der Kunst-, Musik- und Literaturszene des Irans beleuchtet.

Iran und das Versprechen der Moderne

Was versteht man unter der „iranischen Moderne“? Welche Widersprüche sind mit ihr verknüpft? Diesen Fragen gehen die iranischen Philosophen Meysam Sefidkhosh und Hossein Mesbahian am 7. Dezember in der Diskussion „Philosophical Discourse and Modernity. Current Positions from Iran“ im Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin nach. Sie setzen sich mit dem Begriff und der Narration der Moderne im philosophischen Diskurs des Irans auseinander.

Zeitgenössische Kunstszene im Iran  

Bedeutende Ausstellungen und Publikationen, hohe Preise auf internationalen Auktionen: Bildende Kunst aus dem Iran erfährt seit einigen Jahren enorme Aufmerksamkeit. In der Gesprächsreihe „Art as a Social Mirror“ berichten iranische Kuratorinnen und Künstler in der Akademie der Künste von den Bedingungen, unter denen sie im Iran arbeiten, und wie sich westliche Klischees über den Iran auf ihre Kunst auswirken. Mit dabei sind unter anderem Fereydoun Ave, Maler und zentrale Figur der iranischen Kunstszene, und Anahita Ghabaian, Leiterin der „Silk Road Art Gallery“.

Zwischen Avantgarde-Electronica und Afro-Iran

Im Rahmen des CTM-Festivals wird Ata ‚Sote‘ Ebtekar mit dem audiovisuellen Komponisten Tarik Barri und den Instrumentalisten Arash Bolouri und Behrouz Pashaei zusammenarbeiten. Ihre Verschmelzung von elektronischen Klängen mit traditionellen akustischen Instrumenten verspricht eine „persische Techno-Apokalypse“. Siavash Amini und 9T Antiope sind als weitere Vertreter der pulsierenden Szene der experimentellen Klangkunst Teherans eingeladen. Ihre Sounds kann man am 1. Februar 2017 im Hebbel am Ufer (HAU1) hören. Mehdi Saki und seine Band Kamakan stammen aus dem Süden Irans, sie gehören zur arabischsprachigen Gruppe der Iraner. Mit persischen, afrikanischen und arabischen Klängen bringen sie am 28. Januar 2017 das Weddinger „Silent Green“ zum Tanzen.

Literatur der Ferne und der Heimat

Iranische Schriftstellerinnen und Schriftsteller kommen im Rahmen des Kulturprogramms in Berlin zusammen, um mit ihrem Publikum über Themen der Ferne und Heimat zu diskutieren. So wird der iranische Autor Mahmud Doulatabadi im Gespräch mit Iris Radisch („DIE ZEIT“) am 18. Februar 2017 in „Fremdheitsgefühle“ in der Schaubühne Berlin über seinen neuen Erzählband sowie über Flucht und Migration sprechen. Er hat wie kein anderer Schriftsteller die moderne iranische Literatur geprägt, dennoch steht ein Großteil seiner Bücher auf dem Index. In Deutschland weithin unbekannte Schriftstellerinnen wie Nasim Marashi oder Nahid Tabatabai werden ihre literarischen Werke vorstellen und über ihr Leben als Autorinnen in der iranischen Hauptstadt berichten.

Das Kulturprogramm „Die iranische Moderne“ organisiert das Goethe-Institut in enger Kooperation mit dem Literarischen Colloquium Berlin, dem CTM-Festival, der Freien Universität Berlin, der Schaubühne Berlin, dem Hebbel am Ufer und weiteren Partnern. Gefördert wird das Kulturprogramm durch das Auswärtige Amt.

Zugleich soll es die Werke der geplanten Ausstellung „Die Teheran Sammlung“ der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Zusammenarbeit mit dem Teheraner Museum für Zeitgenössische Kunst (TMoCA) in einen kulturellen und historischen Kontext stellen. Die Ausstellung „Die Teheran Sammlung“ ist eine Kooperation der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin mit dem Teheran Museum of Contemporary Art und dem MAXXI (Rom).