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Montag, 28. November 2016

Goethe-Institut freut sich über Deutschen Kulturförderpreis 2016 für „Beirut Short Stories“

Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e.V. hat am 24. November den Deutschen Kulturförderpreis 2016 an das Projekt „Beirut Short Stories“ der KfW Stiftung vergeben. Der Geschäftsführer der KfW Stiftung, Dr. Bernd Siegfried, nahm gemeinsam mit dem Generalsekretär des Goethe-Instituts, Johannes Ebert, und Anita Djafari, Geschäftsführerin von Litprom, den Preis im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in Frankfurt entgegen. Die KfW Stiftung gewann den Preis in der Kategorie für große Unternehmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten. Der Deutsche Kulturförderpreis wird in den drei Kategorien kleine, mittlere und große Unternehmen vergeben. In diesem Jahr hatten sich rund 90 Unternehmen und Unternehmensstiftungen beworben.

Das Projekt „Beirut Short Stories“ wird vor Ort mit dem Goethe-Institut Libanon durchgeführt und bietet jungen arabischsprachigen Schreibtalenten im Libanon die Gelegenheit, sich in einer Schreibwerkstatt weiterzuentwickeln. Die Schreibwerkstätten werden von arabischsprachigen Schriftstellern geleitet. Nach Kairo mit Abbas Khider war Beirut mit Hussain Al Mozany die zweite Station des Projekts. Folgen soll auf weitere Sicht Amman. Die Autoren der besten Kurzgeschichten erhalten dabei die Möglichkeit, ihre Arbeitsergebnisse auf der Frankfurter Buchmesse und bei ausgewählten Literaturveranstaltungen in Deutschland zu präsentieren. Neben dem Austausch mit anderen Autoren entsteht so auch die Chance zur Vernetzung außerhalb des Nahen Ostens. Gleichzeitig erhalten Leser außerhalb des arabischen Sprachraums einen Einblick in die literarische Arbeit junger Autoren der Region.

„Die Kulturszenen in der arabischen Welt sind ein wichtiger Schlüssel für die gesellschaftliche Entwicklung im Nahen Osten. Die Zusammenarbeit und der Austausch mit jungen Autorinnen und Autoren ist dem Goethe-Institut deshalb ein besonderes Anliegen. ‚Beirut Short Stories’ bietet den Freiraum, den die Literaturszenen in der arabischen Welt und anderswo benötigen“, betonte der Generalsekretär des Goethe-Instituts, Johannes Ebert, anlässlich der Auszeichnung.

Der Vorstand der KfW Stiftung, Dr. Ulrich Schröder, sagte: „Wir freuen uns sehr, dass gerade in der aktuellen Situation mit ‚Beirut Short Stories’ ein Projekt ausgezeichnet wird, das den schriftstellerischen Nachwuchs im Nahen Osten fördert und dabei auf Austausch und Bereitschaft zur Verständigung setzt. Die Auszeichnung mit dem renommierten Deutschen Kulturförderpreis ist für uns eine großartige Bestätigung unserer Arbeit und zugleich ein Ansporn für die Zukunft.“

Die Texte finden Sie unter:

Auf Englisch über „adda“, dem Online-Magazin der Commonwealth Foundation und dritten Partner des Projektes: www.addastories.org 

„Beirut Short Stories“ ist ein gemeinsames Projekt der KfW Stiftung, des Goethe-Instituts Libanon und Litprom e.V. unter Mitwirkung der Commonwealth Foundation, London.

Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Mit 159 Instituten in 98 Ländern fördert es die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland, pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit und vermittelt ein aktuelles Deutschlandbild. Durch Kooperationen mit Partnereinrichtungen an zahlreichen weiteren Orten verfügt das Goethe-Institut insgesamt über rund 1.000 Anlaufstellen weltweit.

 Halten Sie sich über Projekte und Veranstaltungen der Goethe-Institute in aller Welt auf dem Laufenden und abonnieren Sie unsere monatliche Medieninfo unter www.goethe.de/medieninfo .

Donnerstag, 24. November 2016

Einladung zur Jahrespressekonferenz des Goethe-Instituts

Montag, 12. Dezember 2016, 10.30 Uhr
Goethe-Institut Berlin
Neue Schönhauser Straße 20, 10178 Berlin

Es sprechen:

Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts
Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts
Dr. Bruno Gross, Kaufmännischer Direktor des Goethe-Instituts
Angela Kaya, Leiterin des Goethe-Instituts London

Im Anschluss an die Jahrespressekonferenz besteht die Möglichkeit zu Einzelinterviews.



Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Mit 159 Instituten in 98 Ländern fördert es die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland, pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit und vermittelt ein aktuelles Deutschlandbild. Durch Kooperationen mit Partnereinrichtungen an zahlreichen weiteren Orten verfügt das Goethe-Institut insgesamt über rund 1.000 Anlaufstellen weltweit.



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Mittwoch, 23. November 2016

DART Journalism & Trauma - You Can Help! Survey on Hostile Environment, First Aid & Safety Training

The Dart Center is working with researchers at The University of Tulsa to better understand journalists’ experience with hostile environment, first aid, and safety training.
In recent years, various forms of hostile environment and safety training have become a staple in the news industry; in many news organizations such trainings are now mandatory for certain assignments. But there has not been any systematic research into its value or results, nor an independent assessment of the diverse training practices under the safety training umbrella.
Dr. Elana Newman and her team have developed an anonymous survey (https://utulsapsychology.az1.qualtrics.com/jfe/form/SV_25ggr4p880UJbhj)to more deeply understand journalists' experience of these trainings and their application in the field. The survey should not take more than 15 minutes to complete.
The results of this research will help organizational decision-makers and journalists ask the right questions prior to enrolling in safety training programs.



and please pass it on to any other journalists who may be interested in sharing their experiences.

Montag, 21. November 2016

Bundesregierung: Spionagebehörde soll Kommunikation entschlüsseln

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist besorgt über die Pläne der Bundesregierung, in Deutschland eine Behörde zum Aufbrechen verschlüsselter Kommunikation zu errichten. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll durch einen bloßen Beschluss im Haushaltsausschuss die Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (ZITiS) ab 2017 ihre Arbeit aufnehmen. Damit bekommen Sicherheitsbehörden bald auch Zugang zu sensibler Kommunikation, die Journalisten bewusst schützen.

 „ZITiS stellt einen Paradigmenwechsel dar, weil der Staat erstmals systematisch Kommunikation und Endgeräte angreifen wird. Zwangsläufig werden auch Journalisten betroffen sein, die mit Informanten kommunizieren und dabei ganz bewusst Verschlüsselung einsetzen“, sagte ROG-Vorstandsmitglied Matthias Spielkamp. „Die Bundesregierung muss für ZITiS ein Errichtungsgesetz verfassen, sodass der deutsche Bundestag und die Zivilgesellschaft am Gesetzgebungsverfahren beteiligt werden können.“ Passiere das nicht, so Spielkamp, „schafft die Regierung allein durch die Verabschiedung des Bundeshaushaltes kommende Woche eine Behörde mit weitreichenden Befugnissen, die Pressefreiheit im In- und Ausland massiv schwächen würde.“

ZITiS soll der Bundespolizei, dem Bundeskriminalamt und Bundesamt für Verfassungsschutz dabei helfen, verschlüsselte Nachrichten zu dechiffrieren (http://t1p.de/y4nr). Zudem soll sie Technologien entwickeln oder anschaffen, um Nachrichten bereits abzufangen, bevor sie verschlüsselt werden, etwa durch Überwachungsprogramme auf Computern und Smartphones oder das Abfangen von Daten, während sie getippt werden (http://t1p.de/0le2). Damit wäre auch die Kommunikation etwa von Whatsapp oder Facebook betroffen. Bis zu 400 Mitarbeiter sollen in Zukunft für ZITiS arbeiten (http://t1p.de/wq6o).

JOURNALISTEN MÜSSEN VERTRAULICH KOMMUNIZIEREN KÖNNEN

Reporter ohne Grenzen ist in seiner täglichen Arbeit immer wieder mit ausländischen Journalisten konfrontiert, deren Computer und Mobiltelefone gehackt wurden. In vielen Fällen wurde ihre gesamte Kommunikation abgehört und ausgewertet. So spielten während des Arabischen Frühlings Behörden etwa in Ägypten und Marokko Trojaner auf die Geräte von Journalisten und Aktivisten, um sie zu überwachen (http://t1p.de/1jzt).

Effektive Verschlüsselung ist für Journalisten essentiell. Informanten müssen sicher sein können, dass ihre Identität geschützt bleibt und sensible Informationen in Redaktionen gut aufgehoben sind. Ist das nicht der Fall, scheuen Informanten im Zweifel die Kontaktaufnahme und der gesellschaftlich wichtige Informationsfluss zu den Medien versiegt. Missstände bleiben unentdeckt, weil Informanten Angst vor Verfolgung haben, wenn sie sich an Journalisten wenden.

Auf diese Gefahren hat das Bundesverfassungsgericht unter anderem in den Entscheidungen zur Spiegel- und Cicero-Affäre hingewiesen, als Durchsuchungen von Redaktionsräumen das Grundvertrauen in Medien beschädigt hatten. Indem deutsche Sicherheitsbehörden und Geheimdienste nun auch zum Angriff auf Verschlüsselung bemächtigt werden, schwindet das Vertrauen in Journalisten. Aufgrund immer stärkerer Überwachung digitaler Kommunikation ist starke Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Journalisten mitunter die einzige Chance, vertraulich zu kommunizieren.

Reporter ohne Grenzen treibt die Verbreitung von Verschlüsselungsinstrumenten voran. Im Rahmen des Projektes „Hub of Digital Freedom“ wurden erst kürzlich in Berlin zehn ausländische Journalisten fortgebildet und in digitaler Sicherheit geschult. ZITiS konterkariert solche Ansätze, die Pressefreiheit weltweit zu stärken. Denn auch wenn ZITiS zunächst nur für deutsche Behörden Technologie entwickeln soll, wird verschlüsselte Kommunikation weltweit geschwächt. Durch den immer stärkeren Informationsaustausch von Sicherheitsbehörden weltweit werden erfolgreiche Wege zum Entschlüsseln von kryptografischer Kommunikation weitergegeben werden und am Ende auch in den Händen von Geheim- und Sicherheitsdiensten landen, die Journalisten regelmäßig überwachen.

Auf der jährlichen Rangliste der Pressefreiheit steht Deutschland auf Platz 16 von 180 Staaten. Weitere Informationen zur Lage der Journalisten in Deutschland finden Sie unter www.reporter-ohne-grenzen.de/deutschland.



(Diese Meldung auf der ROG-Webseite: http://t1p.de/qkvv)

Mittwoch, 16. November 2016

Besser spät als nie gepostet ...

Syrer Hadi Abdullah ist Journalist des Jahres


Die Preisträger Hadi Abdullah (links) sowie Li Tingyu (Mitte) und Lu Yuyu.

Reporter ohne Grenzen zeichnet den Syrer Hadi Abdullah als Journalist des Jahres 2016 aus. Abdullah hat sich als freier Journalist in gefährliche, von seinen meisten Kollegen gemiedene Gebiete des Bürgerkriegslandes gewagt, um Vertretern der Zivilgesellschaft internationales Gehör zu verschaffen. Dabei ist der 29-Jährige mehrmals knapp dem Tod entgangen.
„Durch seine mutige Berichterstattung eröffnet Hadi Abdullah der Weltöffentlichkeit wichtige Einblicke in die täglichen Nöte der Menschen in Syrien“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. „In einem Land, in dem unabhängiger Journalismus gleichbedeutend mit Lebensgefahr ist, hat er sich durch Professionalität und Mut ausgezeichnet.“
Als Medium des Jahres würdigt ROG die chinesische Informationswebseite 64Tianwang, die von der Regierung in Peking als „umstürzlerisch“ eingestuft wird und deren Reporter große persönliche Risiken in Kauf nehmen, um ihren Mitbürgern unabhängige Informationen zugänglich zu machen. Zu den Bürgerjournalisten des Jahres kürte die Jury das chinesische Paar Lu Yuyu und Li Tingyu. Beide haben systematisch Streiks und Demonstrationen im ganzen Land dokumentiert und sind deshalb seit Mitte Juni unter dem Vorwurf der „Störung der öffentlichen Ordnung“ im Gefängnis.
Mit den Preisen ehrt ROG jährlich Journalisten, Medien und Bürgerjournalisten, die sich in besonderer Weise um die Förderung oder Verteidigung der Pressefreiheit verdient gemacht haben. Die diesjährigen Preise werden am Abend bei einer Veranstaltung in Straßburg verliehen.

Journalist des Jahres: Hadi Abdullah

Der Preisträger Hadi Abdullah brach seine Ausbildung zum Krankenpfleger ab, um seine Energie der unabhängigen Berichterstattung aus Syrien zu widmen. In Journalistenkreisen machte er sich schnell einen Namen als gewissenhafter Reporter, der auch in gefährliche Landesteile fährt, um Vertreter der Zivilgesellschaft zu interviewen und zu filmen. Durch seine Berichte über die tagtäglichen Gräueltaten in Syrien wurde er zur Zielscheibe für regierungstreue Kräfte wie auch für bewaffnete Rebellengruppen.
Vergangenen Januar wurde Abdullah zusammen mit einem Kollegen kurzzeitig von der Dschihadistengruppe Al-Nusra-Front verschleppt. Mitte Juni wurde sein Kameramann Chaled al-Issa bei einem Bombenanschlag auf das Wohnhaus mit ihrer gemeinsamen Wohnung in Aleppo so schwer verletzt, dass er acht Tage darauf in einem Krankenhaus in der Türkei starb – kurz, bevor er zur weiteren Behandlung nach Deutschland verlegt werden sollte. Abdullah selbst trug schwere Verletzungen davon. Zwei Tage vor dem Bombenanschlag waren beide am Kopf verletzt worden, als sie über Gefechte in Aleppo berichteten.
In den mehr als fünfeinhalb Jahren des Konflikts in Syrien sind dort rund 200 Journalisten und Bürgerjournalisten wegen ihrer Arbeit getötet worden, davon allein 16 in diesem Jahr. Derzeit sitzen mindestens 26 Medienschaffende in den Gefängnissen des syrischen Regimes; mindestens 27 werden von anderen Konfliktparteien als Geiseln gehalten oder gelten als vermisst, darunter sechs ausländische Journalisten. Wer weiter aus dem Land berichtet, ist ständigen Drohungen und Schikanen ausgesetzt und riskiert verhaftet, entführt oder ermordet zu werden. Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht Syrien auf Platz 177 von 180 Ländern.

Medium des Jahres: 64Tianwang

Das unabhängige Nachrichtenportal 64Tianwang berichtet mit einem Netz von Bürgerjournalisten über Menschenrechtsverletzungen in China. Immer wieder sind seine Mitarbeiter verhaftet oder vor Gericht gestellt worden, beispielsweise für Berichte über Behördenversagen nach dem Erdbeben in Sichuan 2008 oder über Protestaktionen wie den Farbbeutelwurf auf ein überdimensionales Mao-Porträt auf dem Tiananmen-Platz in Peking 2014. Zuletzt verschleppten die Behörden Anfang September fünf der Bürgerjournalisten, die über Proteste während des G20-Gipfels in Hangzhou berichtet hatten; sie sitzen noch immer im Gefängnis. Mehrfach ist 64Tianwang zum Ziel von Hackerangriffen geworden.
„In 18 Jahren unserer Tätigkeit hat kein einziger Journalist von 64Tianwang ein von den Behörden vorbereitetes Geständnis unterzeichnet“, betont der Gründer der Webseite, Huang Qi. Ebenso hat sich bis heute keiner für die Propaganda der Kommunistischen Partei instrumentalisieren lassen, zu der etwa die Ausstrahlung erzwungener „Geständnisse“ von Regierungskritikern im staatlichen Fernsehen CCTV oder bei der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua gehört.

Bürgerjournalisten des Jahres: Lu Yuyu und Li Tingyu

Die chinesischen Bürgerjournalisten Lu Yuyu und Li Tingyu wurden nach ihrer Festnahme in der südwestchinesischen Provinz Yunnan am 15. Juni mehr als drei Wochen an unbekanntem Ort festgehalten, bevor sie Kontakt mit Anwälten aufnehmen konnten. Weil sie systematisch Streiks und Demonstrationen im ganzen Land dokumentiert haben, wird ihnen Störung der öffentlichen Ordnung vorgeworfen. Im Gefängnis wurden sie misshandelt; ihnen drohen lange Haftstrafen.
Seit 2012 durchsuchen sie täglich soziale Netzwerke auf entsprechende Informationen, sammeln und verifizieren Fotos und Berichte protestierender Arbeiter oder Bürger und veröffentlichen sie auf einer eigenen Webseite. Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaftler nutzen ihre Daten als Barometer für soziale Unruhen – ein Tabuthema für die Kommunistische Partei Chinas.
China ist abgesehen von der Türkei das Land mit den meisten inhaftierten Medienschaffenden weltweit: Derzeit sind dort rund 100 Journalisten und Bürgerjournalisten im Gefängnis. Das Propagandaministerium steuert die Berichterstattung mit täglichen Zensurdirektiven; auch das Internet wird umfassend zensiert. Unter Präsident Xi Jinping hat sich die Unterdrückung kritischer Stimmen noch einmal deutlich verschärft. Vor wichtigen politischen Ereignissen werden Blogger und Menschenrechtsaktivisten oft präventiv festgenommen, um kritische Berichte zu verhindern. Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht das Land auf Platz 176.

22 Nominierte, davon mehrere im Gefängnis

ROG verleiht den Preis „Journalist des Jahres“ seit 1992. Die Auszeichnung ist in jeder der drei Kategorien mit 2500 Euro dotiert. Viele der diesjährigen Nominierten kommen aus Ländern, in denen die Pressefreiheit massiv unterdrückt wird, und haben sich trotz Strafverfolgung, Drohungen oder Gewalt durch mutige, unabhängige Berichterstattung ausgezeichnet. Mehrere sitzen wegen ihrer Arbeit im Gefängnis.

In der Kategorie „Journalist des Jahres“ waren nominiert:

- Sejmur Chasi (Aserbaidschan)
- Edouard Perrin (Frankreich/Luxemburg)
- Ismail Alexandrani (Ägypten)
- Jineth Bedoya (Kolumbien)
- Alfred Taban (Südsudan)
- Zaheena Rasheed (Malediven)
- Hadi Abdullah (Syrien)
- Najiba Ayubi (Afghanistan)
- Mahfuz Anam (Bangladesch)

In der Kategorie „Medium des Jahres“ waren nominiert:

- Al-Saman (Oman)
- Ferghana (Zentralasien)
- Radio M (Algerien)
- Bawabat al-Wasat (Libyen)
- 64Tianwang (China)
- Agência Pública (Brasilien)
- Gazeta Wyborcza (Polen)

In der Kategorie „Bürgerjournalist des Jahres“ waren nominiert:

- Leonardo Sakamoto (Brasilien)
- Lu Yuyu und Li Tingyu (China)
- SOS Médias Burundi (Burundi)
- Ali al-Mearaj (Bahrain)
- Roya Saberi Negad Nobakht (Iran)
- Tania Quintero und Ivan García Quintero (Kuba)



Jump in Art - "Photography Talks. Ein Amerikaner in Berlin" mit Dr. Sebastian Neußer am Donnerstag, den 24.11.2016, 18-19:30 Uhr



 Jump in Art: Donnerstag, 24.11.2016 von 18.00 bis 19.30 Uhr
"Photography Talks. Ein Amerikaner in Berlin"



Der 1966 in New York geborene Jeff Cowen ist ein Weltbürger. Nach jahrelangen Aufenthalten in Amerika, Europa und Asien zog er 2007 nach Berlin, wo er seitdem lebt und arbeitet. In seiner Heimatstadt begann er zunächst mit dem philologisch-kulturhistorisch angelegte Studium der "Oriental and East Asian Studies", das er 1987 für ein Jahr in Japan fortsetzte. Parallel begann Jeff Cowen aber auch seine intensive Beschäftigung mit der Kunst der Fotografie, die er als Assistent namhafter New Yorker Fotografen wie Larry Clark und Raph Gibson perfektionieren konnte.
So wie seine Vorbilder, begann Jeff Cowen seine Laufbahn als "Street Photographer" in New York. Doch schon bald frustrierte ihn die Abhängigkeit von gegebenen Gegenständen und Situationen. Seiner eigenen Aussage nach, ging es ihm viel mehr darum, seine Arbeiten mehr aus sich selbst heraus zu schaffen. Bereits während seines Studiums in Japan machte sich Jeff Cowen mit den ästhetischen Vorstellungen der japanischen Kunstphilosophie vertraut, welche die "Ruhige Beachtung einfacher Dinge" (jap. "Wabi") und die "Schönheit, die durch die Patina der Zeit entsteht" (jap. "Sabi") befolgen.
"Mich interessiert die Idee dessen, was in Japan die schmerzliche Melancholie des Lebens ausmacht", sagt Jeff Cowen.
 
Porträt Jeff Cowen, (c) Andrej Glusgold; Jeff Cowen, "Yuki", 2005, Silbergelatineabzug,
Mischtechnik, 174x127 cm, (c) Jeff Cowen / Michael Werner Kunsthandel.
Die analogen Fotografien von Jeff Cowen sind Ausgangspunkt und Basis seines künstlerischen Prozesses. In seinen mystisch-mysteriösen Werken beabsichtigt er, die Grenzen des Mediums aus zeitgenössischer Perspektive auszuloten und zu erweitern. Er macht seine analogen Bilder zu einer Zeit, in der gerade die virtuelle Bildwelt die Erlebnisse des modernen Menschen dominiert. Das zumeist noch ungenutzte Potential der analogen Fotografie - nicht virtuell am Computer, sondern mit technischen Mitteln und Experimenten in der Dunkelkammer erzeugt - wird sichtbar. Unbelebten Objekten haucht Cowen eine Seele ein. Das Motiv verliert seine Abbildhaftigkeit und wird zu etwas Universellem mit eigenem Eigenleben.
Durch den Abend führen der Kölner Kunsthistoriker Dr. Sebastian Neußer, Mark Hesslinger M.A. und Suzana Leu M.A. Dazu gibt es wie immer kulinarische Überraschungen von Gourmet Wagner und Riesling vom Weingut Matthias Müller. Kosten inkl. Apéro und Stuzzichini: 15 €. 

Ludwig Museum
Danziger Freiheit 1 (am "Deutschen Eck")
D - 56068 Koblenz
Tel.: 0049 261 30 40 40
Fax: 0049 261 30 40 413
info@ludwigmuseum.org 
  
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Di-Sa 10.30 - 17.00, So 11.00 - 18.00 Uhr
Eintritt: Erw. 5 €, erm. 3,00 €, Kinder und Jugendliche frei.

VERANSTALTUNGSPROGRAMM:
http://www.ludwigmuseum.org/

Dienstag, 15. November 2016

Journalismus in der Ukraine: Pressegespräch am 22.11. in Berlin - Beobachter oder Kämpfer? Ukrainische Journalisten in Zeiten des Krieges


Reporter ohne Grenzen und die taz Panter Stiftung laden ein zum

PRESSEGESPRÄCH
am Dienstag, 22. November 2016
von 11 bis 12.30 Uhr
bei Reporter ohne Grenzen, Friedrichstraße 231, 10969 Berlin

Unter welchen Bedingungen arbeiten Journalisten heute in der Ukraine? Welche Art von Berichterstattung über den Krieg ist möglich, wo doch die meisten Journalisten aus dem Osten des Landes geflohen sind und diejenigen, die dennoch von dort berichten, bedroht werden? Wie lässt sich trotz Krieg und tiefer gesellschaftlicher Spaltung eine professionelle Berichterstattung aufrechterhalten? Kann der Kreislauf von Propaganda und Gegenpropaganda durchbrochen werden? Was brauchen die Menschen und die Journalisten in der Ukraine – und können wir aus dem Ausland helfen? Um diese Fragen geht es beim Pressegespräch über den Journalismus in der Ukraine zu Zeiten des Krieges mit:

Julia Boschko, TV-Journalistin aus Donezk/Kiew
Kyryl Savin, Ländermanager Ukraine der Deutsche Welle Akademie

Moderation: Ulrike Gruska, Pressereferentin bei Reporter ohne Grenzen

JULIA BOSCHKO hat bis 2014 für den ukrainischen Fernsehkanal TV 5 aus ihrer Heimatstadt Donezk berichtet. Nach der Besetzung des Donbass wurde sie wegen ihrer Berichte immer aggressiver bedroht und floh schließlich mit ihrer Tochter nach Kiew. Dort arbeitet sie weiter für TV 5 und berichtet vor allem über die Folgen des Krieges und die zahllosen Vertriebenen im eigenen Land. Zuvor hatte Boschko unter anderem über den Absturz eines Passagierflugzeugs im Osten der Ukraine 2006, ein Grubenunglück in Donezk 2008, den Bombenanschlag in Makiwka 2011 und das schwere Chemieunglück beim Konzern Stirol 2013 berichtet. Für ihre journalistische Arbeit erhielt sie zahlreiche Preise. Boschko ist noch bis Ende November Auszeit-Stipendiatin von Reporter ohne Grenzen und der taz Panter Stiftung.

KYRYL SAVIN ist seit Juni 2015 Ländermanager Ukraine der Deutsche Welle Akademie. Die DW Akademie unterstützt in der Ukraine den Umbau des Staatsfernsehens in einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, bietet Weiterbildungen für Journalisten in den Regionen an und trainiert Blogger und Bürgerjournalisten in mobilem Journalismus. Von 2007 bis Mai 2015 leitete Savin das Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in der Ukraine. Zuvor arbeitete er als politischer Referent für die Deutsche Botschaft in Kiew und beim dortigen Institut für Wirtschaftsforschung und Politikberatung. Savin hat in Kiew Internationale Wirtschaftsbeziehungen studiert und mit einer Fallstudie über Marketing Management deutscher Banken promoviert.

HINTERGRUND:
Im Oktober 2016 veröffentlichte Reporter ohne Grenzen den Media Ownership Monitor Ukraine (http://t1p.de/j1q3). Dreimonatige Recherchen vor Ort machten deutlich, wie stark die ukrainischen Medien an Korruption und mangelnder Transparenz ihrer Eigentumsverhältnisse kranken: Sie sind oft vor allem den Interessen ihrer Besitzer verpflichtet, und dienen eher dem Kampf um politischen und wirtschaftlichen Einfluss als der gesellschaftlichen Kontrolle der Mächtigen. In dem ausführlichen Länderbericht „Ernüchterung nach dem Euromaidan“ vom Juni 2016 beschreibt Reporter ohne Grenzen die schwierigen Arbeitsbedingungen für Journalisten in der Ukraine und die Folgen des Krieges auf die Medienpolitik der Regierung (http://t1p.de/6djd).

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Wir bitten um Anmeldung unter rog@reporter-ohne-grenzen.de.

(Diese Meldung auf der ROG-Webseite: http://t1p.de/zo0m)

Donnerstag, 10. November 2016

UNICEF-Heldenwoche - Werdet zum Helfen für Kinder! Vom 18. bis 25. November 2016 !!!

 „Be a hero!“ – bundesweite UNICEF-Helden-Aktionen
Vom 18. bis 25. November 2016 können Jugendliche zu Helden für Kinder und Gleichaltrige auf der ganzen Welt werden. Rund um den internationalen Tag der Kinderrechte (20. November) ruft UNICEF bundesweit junge Menschen dazu auf, sich während der „Heldenwoche“ mit Aktionen für Kinderrechte stark zu machen. „Für UNICEF ist jeder ein Held, der sich für Kinder und ihre Rechte einsetzt“, sagt Marlene Mörig, 18 Jahre alt und Mitglied des UNICEF-JuniorBeirates. „Mit unseren Aktionen können wir die Welt verändern. Lasst uns gemeinsam zu Helden für andere werden.“
Auf unicef.de/heldenwoche bekommen die Jugendlichen die Chance, aus verschiedenen Vorschlägen ihre Aktionen auszusuchen und zu planen – entweder alleine oder gemeinsam mit Freunden, Mitschülern, Geschwistern.

-       Bei der #sprayforpeace-Aktion können sie beispielsweise mit Sprüh- oder Straßenkreide eine Schablone mit der Aufschrift „Kindheit“ herunterladen und nach vorheriger Erlaubnis auf Wände oder Böden auftragen. Ein Foto der Aktion kann im Anschluss über die UNICEF Social Media Kanäle verbreitet werden.
-       Um die Kinderrechte in Städten und Schulen bekannter zu machen, können die Jugendlichen Abreißzettel mit verschiedenen Kinderrechten an Ampeln, Haltestellen usw. aufhängen. Passanten reißen ihr Lieblingsrecht ab und verbreiten dadurch die Rechte für Kinder in ihrer Stadt. Die Fotos der Kinderrechte-Zettel können ebenfalls gepostet werden unter dem Hashtag #lieblingsrecht.
-       Plätzchen backen, in eine Tüte packen, mit einem Kinderrechte-Zettel versehen und verschenken – auch das kann eine Aktion sein, die Jugendliche während der Heldenwoche posten können unter #unicefyouth

 
Neben diesen und weiteren Vorschlägen auf unicef.de/heldenwoche sind auch eigene Aktionsideen willkommen, wie zum Beispiel singen, dichten, tanzen oder einen Film zum Thema Kinderrechte drehen. 

 
Die UNICEF Heldenwoche findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. 2015 haben Jugendliche bundesweit Aktionen durchgeführt. Sie haben beispielsweise mit selbst gestalteten Buttons oder Papierschiffchen auf wichtige Kinderrechte aufmerksam gemacht oder auch jüngere Schülerinnen und Schüler über ihre Rechte informiert. 


Für Rückfragen: Simone Morawitz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, UNICEF Deutschland, 0221/93650-315 oder -237, Email: presse@unicef.de
 
Gerne vermitteln wir Ihnen Interviews mit unseren Mitgliedern des UNICEF-JuniorBeirates zum Thema Heldenwoche.
 

Reporter ohne Grenzen: Türkische Journalisten nicht ins Asylverfahren treiben - DEUTSCHE BOTSCHAFTEN VERWEISEN VERFOLGTE AUF ANTRAGSTELLUNG IN DER HEIMAT

Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert die Bundesregierung auf, bei der Visavergabe an verfolgte türkische Journalisten keine vermeidbaren bürokratischen Hürden zu errichten. „Es kann nicht sein, dass türkische Journalisten ungewollt in ein Asylverfahren getrieben werden, weil deutsche Behörden ihnen als einzige Alternative die Rückreise in ihre Heimat und damit direkt in die Arme einer Willkürjustiz lassen“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. „Bei der Visavergabe ist dringend mehr Flexibilität nötig, um den Bedürfnissen politisch verfolgter Journalisten gerecht zu werden. Hier könnten Deutschlands diplomatische Vertretungen deutlich mehr tun.“

Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth, hatte in einem am Dienstag veröffentlichten Zeitungsinterview ein wichtiges politisches Signal gesetzt und betont: „Alle kritischen Geister in der Türkei sollen wissen, dass die Bundesregierung ihnen solidarisch beisteht.“ Auf die Frage nach der Aufnahme verfolgter Politiker, Journalisten oder Künstler verwies auf das Grundrecht auf Asyl: „Deutschland ist ein weltoffenes Land und steht allen politisch Verfolgten im Grundsatz offen. Sie können in Deutschland Asyl beantragen. Das gilt dezidiert nicht nur für Journalisten. Dafür gibt es unser Recht auf Asyl.“ (http://t1p.de/5r5z)

Der wichtige Hinweis auf das Asylrecht geht jedoch weitgehend an den Bedürfnissen der betroffenen Journalisten vorbei: Die weitaus meisten der türkischen Medienschaffenden, die sich mit der Bitte um Zuflucht in Deutschland an Reporter ohne Grenzen wenden, wollen weder politisches Asyl noch dauerhaft im Ausland bleiben. Ihnen geht es vielmehr um vorübergehende Zuflucht, bis sich die politische Situation in der Türkei beruhigt hat – und vor allem darum, ihre journalistische Arbeit fortzusetzen. Würden sie politisches Asyl beantragen, könnten sie jedoch während eines Verfahrens von ungewisser Dauer nur sehr schwer eine Arbeit aufnehmen und wären in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt.

BENÖTIGT WERDEN AUFENTHALTSGENEHMIGUNGEN ALS FREIER JOURNALIST

Sinnvoller ist für diesen Personenkreis deshalb eine Aufenthaltsgenehmigung aufgrund der Arbeit als freier Journalist, die automatisch mit einer Arbeitsgenehmigung verbunden ist. Zudem ist in vielen Fällen schnelles Handeln entscheidend, da Justiz und Behörden in der Türkei derzeit fast täglich Journalisten oder deren Angehörige festnehmen, sie mit Verwaltungssanktionen wie Ausreisesperren oder der Annullierung von Reisepässen belegen und in vielen Fällen vor Gericht bringen. In der Praxis errichten die deutschen Behörden jedoch immer wieder zusätzliche Hürden nicht zuletzt für geflohene Journalisten, die sich bereits in Deutschland aufhalten.

Unter den von ROG betreuten Fällen ist etwa ein Journalist, der zunächst mit einem Touristenvisum nach Deutschland gekommen ist und angesichts der Repressionswelle in seiner Heimat nun einen neuen Aufenthaltstitel für einen längeren Aufenthalt benötigt. Gemäß dem üblichen Verfahrensweg müsste er zunächst in die Türkei zurückreisen und dort bei einer deutschen Auslandsvertretung eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen – obwohl ihm in seiner Heimat die reale Gefahr einer Festnahme aufgrund seiner journalistischen Arbeit droht. Dabei läge es im Ermessen der zuständigen Ausländerbehörde, die Aufenthaltsgenehmigung auch in Deutschland zu erteilen.

In einem anderen Fall hat ROG eine von Repressalien bedrohte Journalistin offiziell nach Deutschland eingeladen und die Bereitschaft zur Kostenübernahme für ihren Aufenthalt erklärt. Nun hat das deutsche Konsulat in Istanbul – entgegen der Praxis in vergleichbaren von ROG betreuten Fällen – zusätzliche Auflagen für die Visumerteilung gemacht und verlangt, die Antragstellerin müsse neben einem Rückflugticket auch eine Hotelbuchung vorlegen.

Das Nothilfereferat von Reporter ohne Grenzen in Berlin steht derzeit mit mehr als einem Dutzend Journalisten aus der Türkei über die Möglichkeit eines sicheren Aufenthalts in Deutschland in Kontakt. Daneben leistet ROG Hilfe vor Ort etwa durch Anwaltskosten für inhaftierte Medienschaffende.

DEUTSCHE BOTSCHAFTEN VERWEISEN VERFOLGTE AUF ANTRAGSTELLUNG IN DER HEIMAT

Immer wieder fliehen Journalisten – nicht nur aus der Türkei – auf der Flucht vor Verfolgung zunächst in andere Staaten, in denen sie aber keine Aussicht auf einen längeren legalen Aufenthalt haben. Auch in solchen Fällen haben deutsche Botschaften ungeachtet der offensichtlichen Gefahren für die Betroffenen beispielsweise auf das übliche Verfahren verwiesen, zur Beantragung eines deutschen Aufenthaltstitels zurück ins Heimatland zu reisen.

In einem Fall verweigerte eine Botschaft trotz Erfüllung sämtlicher Voraussetzungen ein Visum für ein Stipendienprogramm in Deutschland, weil sie Zweifel an der Rückkehrbereitschaft der Antragstellerin hegte. Nötig ist auch hier mehr Flexibilität: Die Botschaften sollten sich in solchen Ausnahmefällen selbst für die Visumerteilung zuständig erklären.

Eine wertvolle Ergänzung könnten auch zusätzliche Austausch- oder Stipendienprogramme für türkische Journalisten sein, mit deren Hilfe sich von Verfolgung bedrohte Journalisten wie derzeit in der Türkei zumindest kurzfristig der Repression in ihrem Heimatland entziehen könnten. Entsprechende Überlegungen, wie sie Staatsminister Roth in dem Zeitungsinterview angedeutet hat, sind aus Sicht von ROG zu begrüßen.

 Diese Meldung auf der ROG-Webseite: http://t1p.de/06mr

 Reporter ohne Grenzen
Ulrike Gruska / Christoph Dreyer / Anne Renzenbrink
presse@reporter-ohne-grenzen.de