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Freitag, 16. Februar 2018

Georgia – Made by Characters, Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2018 Einladung zum Pressegespräch auf der Leipziger Buchmesse

Einladung zum Pressegespräch auf der Leipziger Buchmesse
15. März 2018, 12 Uhr, Pressekonferenzraum

© Leipziger Messe/Brzoska 

Sehr geehrte Damen und Herren,
  
zahlreiche Neuerscheinungen georgischer Bücher in deutscher Sprache sowie ein umfangreiches literarisches Programm stimmen die deutschsprachigen Leser in den kommenden Wochen und Monaten auf Georgien, den Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2018 (10.-14. Oktober), ein. Unter dem Motto „Georgia – Made by Characters“ präsentiert Georgien sein einzigartiges Alphabet. Zugleich geben die teilnehmenden Sprecher spannende Einblicke in die Literatur und Kulturtradition, in die bewegte Geschichte sowie in das Georgien von heute und seine besondere Identität.

Wir möchten Ihnen die wichtigsten Neuerscheinungen vorstellen und einen Ausblick auf das literarische Programm der nächsten Monate geben und laden Sie ein zu einem Pressegespräch
am Donnerstag, 15. März 2018
um 12 Uhr

im Pressekonferenzraum des Pressezentrums der Leipziger Buchmesse, Neues Messegelände, Messehaus/Erdgeschoss.

Als Gesprächspartner stehen Ihnen zur Verfügung:
Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse
Mikheil Giorgadze, Minister für Kultur und Sport, Georgien
Medea Metreveli, Direktorin des Georgian National Book Center
Nino Haratischwili, Autorin, Dramaturgin 

Hier finden Sie eine Übersicht der georgischen Autorinnen und Autoren auf der Leipziger Buchmesse bzw. im deutschsprachigen Raum im März 2018.  
http://pr.book-fair.com/i/M_Sx03qE6UiKUFj9JjHjNkQ4I6K7-gKT

Bitte teilen Sie der betreuenden Presseagentur projekt2508 (Mirjam Flender, Kirsten Lehnert) unter press@georgia-characters.com mit, ob Sie an dem Termin teilnehmen. Diese vermitteln Ihnen auch gerne Interviews, Kontakte und weitere Informationen. 


Über die Frankfurter Buchmesse
 
Die Frankfurter Buchmesse ist mit über 7.300 Ausstellern aus 102 Ländern, rund 286.000 Besuchern, über 4.000 Veranstaltungen und rund 10.000 akkreditierten Journalisten und Bloggern die größte Fachmesse für das internationale Publishing. Darüber hinaus ist sie ein branchenübergreifender Treffpunkt für Player aus der Filmwirtschaft und der Gamesbranche. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildet seit 1976 der jährlich wechselnde Ehrengast, der dem Messepublikum auf vielfältige Weise seinen Buchmarkt, seine Literatur und Kultur präsentiert. Die Frankfurter Buchmesse organisiert die Beteiligung deutscher Verlage an rund 20 internationalen Buchmessen und veranstaltet ganzjährig Fachveranstaltungen in den wichtigen internationalen Märkten. Mit der Gründung des Frankfurter Buchmesse Business Clubs bietet die Frankfurter Buchmesse Unternehmern, Verlegern, Gründern, Vordenkern, Experten und Visionären ideale Voraussetzungen für ihr Geschäft. Das 2016 entwickelte Format THE ARTS+ ist Messe, Business Festival und ein internationaler Treffpunkt der Kultur- und Kreativindustrie. Ziel ist es, die Potentiale der Digitalisierung für kreative Inhalte zu nutzen und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Die Frankfurter Buchmesse ist ein Tochterunternehmen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. www.buchmesse.de
 
 

Dienstag, 13. Februar 2018

Internetzensur in Russland: Der Spielraum für Blogger und Journalisten wird enger

Reporter ohne Grenzen lädt ein zur Podiumsdiskussion
am Montag, den 26. Februar
von 19 bis 20:30 Uhr
bei wikimedia, Tempelhofer Ufer 23/24, 10963 Berlin

In den Anfängen der Ära Putin war das Internet in Russland noch relativ frei, heute jedoch ist die Meinungsfreiheit online enorm eingeschränkt. Dutzende Blogger und Nutzer sozialer Netzwerke werden jedes Jahr zu Gefängnisstrafen verurteilt – manche bloß, weil sie einen kritischen Kommentar geteilt haben. Die Behörden sperren etliche Internetseiten ohne Gerichtsbeschluss und haben die Vorratsdatenspeicherung enorm verschärft. Anonym zu kommunizieren, ist fast unmöglich. Mit dem Überwachungssystem SORM kann der Geheimdienst massenhaft Telefon- und Internetdaten abfangen. Messengerdienste, die Verschlüsselung anbieten, stehen unter Druck.

Welche Folgen hat das für die Pressefreiheit in Russland? Was bedeutet es für ganz normale Internetnutzer? Beeinflusst es die Situation vor Putins erwarteter Wiederwahl als Präsident am 18. März? Gibt es Lücken im System und wenn ja, wie können Journalisten und Menschenrechtler diese nutzen?

Darüber diskutieren zum Start der Russland-Kampagne von Reporter ohne Grenzen 2018:

Irina Borogan, Investigativjournalistin und Geheimdienstexpertin
Artem Kosljuk, Vorsitzender der NGO Roskomsvoboda
Roman A. Sacharow, Journalist und Vertreter der Stiftung zum Schutz von Glasnost

Moderation: Ulrike Gruska, Reporter ohne Grenzen

IRINA BOROGAN ist Expertin für Geheimdienste und Überwachung und eine der bekanntesten Investigativ-Journalistinnen Russlands. Zusammen mit Andrej Soldatow gründete sie im Jahr 2000 die unabhängige Nachrichtenseite Agentura.Ru, die sich auf das Thema Überwachung konzentriert. Für diverse Medien berichtete Borogan u.a. über die Geiselnahmen im Moskauer Musicaltheater Nord-Ost und in Beslan, über den Krieg im Libanon und die Spannungen in der Westbank. Sie schreibt regelmäßig für den Guardian, die Moscow Times, Foreign Policy und Foreign Affairs. Zusammen mit Soldatow veröffentlichte sie mehrere Bücher, zuletzt 2015 „The Red Web: The Struggle Between Russia's Digital Dictators and the New Online Revolutionaries“.

ARTEM KOSLJUK ist Leiter und Mitbegründer der Nichtregierungsorganisation Roskomsvoboda, die seit 2012 gegen Internetzensur kämpft. Die Organisation unterstützt Menschen, deren Inhalte online blockiert wurden, und sammelt Informationen über gesperrte Webseiten. 2017 hat sie eine Kampagne für den Erhalt des Messengerdienstes Telegram in Russland gestartet. Kosljuk ist Mitglied der Piratenpartei Russlands, Vorstandsmitglied der „Vereinigung der Internetnutzer“ und Mitgründer des „Zentrums für Digitale Rechte“. Er beschäftigt sich vor allem mit staatlicher Regulierung und dem Schutz von Bürgerrechten im Internet.

ROMAN A. SACHAROW ist Journalist aus St. Petersburg und für die Stiftung zum Schutz von Glasnost aktiv. 2015 gewann er einen viel beachteten Prozess gegen den Russischen Staat vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Er hatte gegen die anlasslose Massenüberwachung mithilfe des staatlichen Systems SORM geklagt, das sein Recht auf Privatsphäre verletze. Während des Prozesses durchsuchten russische Sicherheitskräfte mehrmals unangekündigt Sacharows Wohnung, zweimal wurde er festgenommen. Der Journalist lebt inzwischen im Exil und arbeitet von dort weiter als Chefredakteur des Nachrichtenportals www.legalpress.ru.

Die Veranstaltung findet auf Russisch und Deutsch statt und wird simultan gedolmetscht. Nach der Diskussion besteht die Möglichkeit zu Gesprächen mit den Teilnehmern in informellem Rahmen.

Da die Anzahl der Plätze begrenzt ist, melden Sie sich bitte unter rog@reporter-ohne-grenzen.de an.

Für Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an presse@reporter-ohne-grenzen.de.

(Diese Einladung auf der ROG-Webseite: http://t1p.de/3qh8)

Donnerstag, 8. Februar 2018

Programm RAY 2018 Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain – EXTREME, 8. Februar 2018



EXTREME
RAY 2018 Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain


Das Bildliche bestimmt unseren Alltag und unsere Wirklichkeit. Mit dem Thema EXTREME werden die RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain 2018 diese Bildmächtigkeit anhand einer Vielfalt internationaler künstlerischer Strategien in den Mittelpunkt ihrer dritten Ausgabe stellen. Seit Jahrzehnten findet sich in den Institutionen und Sammlungen in Frankfurt und der Region Rhein-Main eine bemerkenswerte Dichte und Kompetenz im Bereich der Fotografie. Nach den ersten beiden erfolgreichen Ausgaben RAY 2012 und RAY 2015 wird diese außerordentliche Qualität und Vielfalt erneut in einer einzigartigen Konstellation präsentiert: Über 40 Künstlerinnen und Künstler, 15 Partnerinstitutionen, 10 Ausstellungsorte und 6 Städte im Rhein-Main-Gebiet schließen sich zusammen und machen diesen Fokus international sichtbar. Mit Ausstellungen, zahlreichen Events und erstmals mit einem viertägigen Festival zum Triennale-Thema EXTREME bietet RAY zwischen dem 24. Mai und 9. September 2018 eine facettenreiche Auseinandersetzung mit der Fotografie.




Geografische und kulturelle Grenzen verschwimmen im Zuge der fortschreitenden technischen Möglichkeiten und suggerieren ein neues weltweites Miteinander: Wir konsumieren die gleichen Produkte, wir nutzen die gleichen Kommunikationskanäle und verwenden die gleiche Bildsprache in den sozialen Medien. Doch gleichzeitig verhärten sich die weltanschaulichen Positionen. Dichotomien wie Nord/Süd, lokal/global, wahr/falsch potenzieren sich, und aus Gegenüberstellungen werden Extreme. Unsere Welt polarisiert sich zwischen postfaktischer Informationspolitik und dem aufklärerischen Impetus von Wikileaks, zwischen einem differenziert kritischen Diskurs und Populismus, Liberalisierung und Konservatismus, Handwerk und Technisierung, Religion und Säkularismus.

In inhaltlich miteinander korrespondierenden Ausstellungen reflektieren die ausgewählten Künstlerinnen und Künstler mit ihrer fotografischen Praxis diese auseinanderklaffenden Gegensätze, gesellschaftliche Transformationen, Identitätskonzepte und ästhetische Tendenzen im 21. Jahrhundert. Der Reiz des Extremen ist seit jeher untrennbar mit der Fotografie verwoben. Was das Extreme heute besonders erfolgreich macht, ist das Übermaß und die grenzenlose Verfügbarkeit digital zirkulierender Informationen und Bilder, die nach einer Ökonomie der Aufmerksamkeit verlangen. Je außergewöhnlicher, unangepasster, randständiger das Motiv, desto größer die Beachtung, welche die Bilder erfahren. Das Extreme weckt die Begehrlichkeit, es festzuhalten und für die Nachwelt sichtbar zu machen. Die dabei entstehenden Bilder sind ebenso Beweismaterial wie fotografischer Ausdruck einer Faszination für das Außergewöhnliche. Der Punkt, an dem die Norm aufhört und die Abweichung beginnt, ist jedoch einem steten Wandel unterworfen. So blickt RAY 2018 auf Formen des Extremen jenseits des Spektakels. Der Verweis auf das Extreme einer künstlerischen Position erschließt sich zum Teil erst in der Verbindung mit einer anderen, die in ihrer gegenläufigen Thematik, Bildsprache oder auch künstlerischen Strategie einen Antipol bildet. Der Begriff des Extremen steht im Kontext der Zeit und im Dialog mit dem Anderen.

Das inhaltliche Konzept von RAY 2018 EXTREME wurde gemeinsam von folgenden Kuratorinnen und Kuratoren entwickelt: Anne-Marie Beckmann (Deutsche Börse Photography Foundation), Peter Gorschlüter (MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main), Alexandra Lechner (Darmstädter Tage der Fotografie), Celina Lunsford (Fotografie Forum Frankfurt) und Matthias Wagner K (Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main). Dieses Team hat fünf Ausstellungen erarbeitet, in denen die ausgewählten künstlerischen Positionen unterschiedliche Aspekte des Extremen beleuchten.

Die Ausstellung EXTREME. SELF, präsentiert von den Darmstädter Tagen der Fotografie in Kooperation mit dem Kunstforum der TU Darmstadt, zeigt die drei Künstlerinnen Aneta Grzeszykowska, Laís Pontes und Isabelle Wenzel, die sich ebenso persönlichen wie ideenreichen Aspekten der Wahrnehmung des Selbst widmen und sich jenseits des Selfie-Wahns bewegen.

 Die Deutsche Börse Photography Foundation zeigt mit der Ausstellung EXTREME. TERRITORIES in The Cube (Eschborn) Landschaften, die sich durch politische und wirtschaftliche Entwicklungen in zum Teil dystopische Orte verwandelt haben. Präsentiert werden Arbeiten von Christoph Bangert, Anne Heinlein und Göran Gnaudschun, Sze Tsung Nicolás Leong, Gregor Sailer und Guy Tillim.

Das Fotografie Forum Frankfurt widmet sich dem ökologischen Wandel: In der Ausstellung EXTREME. ENVIRONMENTS illustrieren Mathieu Asselin, Krista Caballero und Frank Ekeberg, Lois Hechenblaikner, Paula Luttringer, Pradip Malde, Gideon Mendel und Ami Vitale die Auswirkungen des Menschen auf die Umwelt in verschiedenen Teilen der Welt.

Mit Werken von Cao Fei, Richard Mosse und Paulo Nazareth nimmt die Ausstellung EXTREME. NOMADS im MMK 1 des MMK Museum für Moderne Kunst zeitgenössische Formen nomadischer Existenz in den Blick und setzt sich mit der Entgrenzung von Politik, Ökonomie, Gesellschaft und Kultur im digitalen Zeitalter auseinander.

Im Museum Angewandte Kunst werden mit EXTREME. BODIES Darstellungen von Körper und Identität beleuchtet. Die Künstlerinnen und Künstler, u. a. Antoine d’Agata, Arno Rafael Minkkinen, Boris Mikhailov und Carolin Saage, beschäftigen sich mit Gender, Drogenexzessen, randständigen Lebensweisen, Armut, Über-Präsenz sowie dem Verschwinden des eigenen Körpers.

Dienstag, 6. Februar 2018

Italien wird Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2023 - Vertragsunterzeichnung in Rom

 
 
Italien wird Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2023 (18.-22. Oktober). Der Ehrengastvertrag wurde heute Vormittag von Dario Franceschini, dem italienischen Kulturminister, und Juergen Boos, dem Direktor der Frankfurter Buchmesse, im Beisein des Präsidenten des italienischen Verlegerverbandes Ricardo Franco Levi unterschrieben.

Juergen Boos sagte anlässlich des Treffens: „In der Kulturszene Italiens ist derzeit eine Aufbruchsstimmung zu beobachten: Nachdem der italienische Buchmarkt in den letzten Jahren eine Phase dynamischer Umbrüche und einschneidender Veränderungen erlebt hat – dazu gehören Verlagskonsolidierungen ebenso wie neue Buchhandelskonzepte und eine neue Buchmesse in Mailand – ist die positive Energie überall zu spüren. Auf der Frankfurter Buchmesse konnte man diese Dynamik sehr gut ablesen – die italienische Präsentation überzeugte mit einem Ausstellerkonzept, das Tradition, kulturelles Erbe und Zukunftsfähigkeit in den Vordergrund rückte. Wir freuen uns sehr, dass wir diese Entwicklung in den nächsten fünf Jahren begleiten werden und sind überzeugt davon, dass sie auf der Buchmesse 2023 in einer außergewöhnlichen Präsentation gipfeln wird.“

“Der Ehrengastauftritt Italiens auf der Frankfurter Buchmesse 2023 hat eine starke symbolische Bedeutung”, sagte Kulturminister Dario Franceschini. „Er bestätigt das weltweite Ansehen unserer Kreativwirtschaft und zeigt ihre Vitalität, kulturelle Kraft und wirtschaftliche Bedeutung. Dank dieser Vereinbarung bekommt das nationale Verlagswesen eine großartige Gelegenheit, die, da bin ich mir sicher, auf das Vollste ausgeschöpft werden wird.“

“Wir sind sehr stolz auf die wichtige Rolle, die italienischen Verlagen auf der internationalen Bühne der Frankfurter Buchmesse 2023 zugewiesen wurde“, kommentierte der Präsident des italienischen Verlegerverbandes (AIE), Ricardo Franco Levi, die offizielle Bekanntmachung, dass Italien 2023 Ehrengast der Frankfurter Buchmesse sein wird. „Dieser Anlass bietet Italien die Gelegenheit, sich ein ganzes Jahr lang als wichtiger Akteur in der deutschen Kulturszene zu präsentieren, sein internationales Ansehen zu beweisen und damit Publizieren als die führende Kulturwirtschaft unseres Landes zu bestätigen“, erklärte Präsident Levi. „Es freut uns, dass wir eine kleine, aber nicht unbedeutende Rolle bei dieser Wahl gespielt haben. Bereits jetzt, ab dem Jahr 2018, dem Europäischen Jahr des Kulturerbes, können wir das Beste aus dem Erbe herausholen, das mit dem Verlegen von Büchern verbunden ist“, fügte der Präsident hinzu. „Wir werden uns im vollsten Umfang auf unsere Teilnahme an der Buchmesse 2023 vorbereiten.“

Freitag, 2. Februar 2018

Schule trotz Krieg: Bildung kann nicht warten | UNICEF-Report 2018 „Die Chance auf Bildung“

Wegen der wachsenden Zahl von langanhaltenden sowie neuen humanitären Krisen haben Millionen von Mädchen und Jungen keine Chance auf Bildung: Allein in 24 Konfliktländern gehen derzeit laut UNICEF rund 27 Millionen Kinder zwischen sechs und 14 Jahren nicht zur Schule.

Das gefährdet nicht nur die Zukunft der betroffenen Kinder in Ländern wie Syrien, Jemen oder Südsudan, sondern auch die Aussichten auf Rückkehr zu einer friedlichen Entwicklung in ihrer Heimat. UNICEF forderte heute bei der Veröffentlichung des „UNICEF Report 2018 – Die Chance auf Bildung“ in Berlin, Lernangebote als Teil der lebenswichtigen Grundversorgung in humanitären Krisen besser und konstanter zu finanzieren.

„Neben Armut und Unterentwicklung sind Krieg und Gewalt heute die größten Feinde der Bildung“, sagte UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender. „Gerade in Krisenländern müssen Schulen und psychosoziale Hilfsangebote die Widerstandskraft der Kinder stärken.“

„Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung“, ergänzte Dr. Jürgen Heraeus, Vorsitzender von UNICEF Deutschland. „Kein Land der Welt kann es sich leisten, dass ein großer Teil der jungen Menschen von Bildung und damit von Chancen und Verdienstmöglichkeiten ausgeschlossen bleibt.“

Schule ist in Krisensituation mehr als ein Ort zum Lernen: Unterricht gibt Mädchen und Jungen durch einen geregelten Alltag auch Halt und Sicherheit. Durch psychosoziale Betreuung werden Kinder dabei unterstützt, schlimme Erlebnisse zu verarbeiten. Schule ist darüber hinaus der beste Schutz für Kinder vor Frühehen, Ausbeutung oder Rekrutierung. Bis heute sind Bildungsprogramme im Rahmen der humanitären Hilfe jedoch stark unterfinanziert. Durchschnittlich betragen die weltweiten Ausgaben für Bildung nur 3,6 Prozent der Gesamtausgaben für humanitäre Hilfe.
UNICEF plant, 2018 rund ein Viertel seines weltweiten Nothilfe-Budgets für Bildungsprogramme in Krisenländern auszugeben und damit fast neun Millionen Kindern zum Beispiel im Jemen, in Syrien, der Demokratischen Republik Kongo oder im Südsudan Lernchancen zu ermöglichen.

Bildungskrise in Konfliktländern

Gefährliche Schulwege, Flucht und Vertreibung, fehlende Lehrer oder wirtschaftliche Not infolge von Konflikten führen dazu, dass Kinder nicht lernen können. Für Mädchen in Konfliktregionen ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie nicht zur Schule gehen, 2,5 Mal so groß wie für Jungen. Aber Schulen werden weltweit auch immer häufiger zur direkten Zielscheibe der Gewalt:
  • In der Kasai Region der Demokratischen Republik Kongo wurden 2017 400 Schulen angegriffen.
  • Mindestens 1.600 Schulen im Jemen sind ganz oder teilweise zerstört.
  • Im Nordosten von Nigeria sind durch die Gewalt der Terrormiliz Boko Haram 1.400 Schulen zerstört. Seit 2009 wurden rund 2.300 Lehrer getötet und 19.000 weitere vertrieben.
  • In fast 300 Fällen wurden Schulen im Südsudan angegriffen oder für militärische Zwecke missbraucht. Zwei Millionen Kinder gehen dort nicht zur Schule.
  • Rund jede dritte Schule in Syrien ist außer Betrieb, weil sie zerstört, stark beschädigt oder zweckentfremdet wurde. 1,7 Millionen Kinder in Syrien gehen nicht zur Schule.
  • Jede fünfte Schule im Osten der Ukraine ist nach über drei Jahren Konflikt zerstört oder beschädigt.
Angriffe auf Schulen und andere Bildungseinrichtungen sind eine schwere Menschenrechtsverletzung gegen Kinder. UNICEF und seine Partner dokumentieren solche Vorfälle. UNICEF hat wiederholt Angriffe auf Schulen scharf verurteilt und fordert alle Konfliktparteien auf, für den Schutz von Zivilisten und insbesondere Kindern zu sorgen.

UNICEF-Neujahrsgespräch: Kindheit braucht Frieden

Beim traditionellen Neujahrsgespräch in Schloss Bellevue diskutieren heute auf Einladung von UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender internationale Experten der humanitären Hilfe darüber, wie Kindern auch unter schwierigsten Bedingungen Zugang zu Bildung und psychosozialer Hilfe ermöglicht werden kann.

In Flüchtlingscamps und informellen Siedlungen richtet UNICEF weltweit Notschulen sowie Kinder- und Jugendzentren ein. Damit Kinder auch trotz Krieg und Vertreibung den Anschluss und die Hoffnung nicht verlieren, sucht UNICEF zum Teil ungewöhnliche Lösungen. So können Kinder in Syrien durch ein Fernlernprogramm auch dann mit speziellen Büchern weiter lernen, wenn der Schulweg zu gefährlich oder die Schule zerstört ist. In Kamerun und Niger gibt es Radio-Lernprogramme für vertriebene Kinder, die vor der Gewalt durch Boko Haram fliehen mussten.

Um eine verbesserte Reaktion und langfristige Lösungen im Bildungsbereich nachhaltig zu etablieren, setzt sich UNICEF gemeinsam mit Partnern wie der Global Partnership for Education (GPE) für mehr koordinierte politische und finanzielle Unterstützung für Bildung weltweit ein, beispielsweise im Rahmen des Fonds „Education Cannot Wait“ oder bei der heute in Dakar, Senegal, stattfinden Finanzierungskonferenz der GPE.

Die Bundesregierung ist einer der wichtigsten Unterstützer der UNICEF-Arbeit weltweit. Bildung und psychosoziale Unterstützung für jedes Kind sind hierbei zentrale Bereiche, um Kinder in Notsituationen zu schützen – aber auch, um ihnen und ihrem Umfeld langfristige Perspektiven zu ermöglichen. So unterstützt das BMZ beispielsweise die Initiative „No Lost Generation“, die Kindern in Syrien und seinen Nachbarländern neue Perspektiven eröffnet.

Der „UNICEF Report 2018 – Die Chance auf Bildung“ erscheint im Fischer Taschenbuch Verlag.

Mit seiner Kampagne #Kindheitbrauchtfrieden ruft UNICEF Deutschland zur Unterstützung für Kinder im Krieg und auf der Flucht auf.

www.unicef.de/kindheit

Mittwoch, 31. Januar 2018

Festival für jungen Fotojornalismus, 20. bis 24. Juni 2018, Hannover (LUMIX-Festival)

Aus etlichen Ländern der Welt haben uns junge Fotografinnen und Fotografen bereits ihre Geschichten zugesandt. Und wir freuen uns auf einen Endspurt mit weiteren außergewöhnlichen visuellen Arbeiten, denn wir verlängern die Bewerbungsfrist! Auch das Vortragsprogramm nimmt weiter Kontur an, die Stände der Fototechnikschau und Plätze im Container-Dorf sind heiß begehrt. Mit dem STERN haben wir zum zweiten Mal einen Partner zur Seite, der für Nachwuchsfotografen interessante Möglichkeiten der Förderung bietet.

Bewerbungsfrist verlängert bis 5.2.!

Die Zeit rennt und die offizielle Bewerbungsfrist für das 6. LUMIX Festival für jungen Fotojournalismus ist vorbei. Aber wir geben euch noch fünf weitere Tage, um Fotogeschichten und Multimedia-Projekte einzureichen. Bis zum 5.2. ist nun also noch Zeit.
Schickt uns eure fotojournalistischen Arbeiten oder Multimedia-Reportagen, wir freuen uns über jeden weiteren Bewerber und sind gespannt darauf, die unterschiedlichsten visuellen Geschichten zu entdecken. Das Bewerbungsportal findet ihr unter dem folgenden Link: https://fotofestival-hannover.de/bewerbung/bewerbung.html


Nina Berman kommt

Das Vortragsprogramm der 6. Auflage des LUMIX Festival für jungen Fotojournalismus nimmt immer konkretere Formen an. Wir freuen uns, dass die amerikanische Fotografin Nina Berman einen Einblick in ihren Arbeitsalltag und Projekte geben wird.
Die Dokumentarfotografin, Filmemacherin, Autorin und Lehrende Nina Berman ist 1960 geboren. Ihre Themen umfassen amerikanische Politik, Militarismus und die posttraumatischen Folgen des Krieges. Sie ist die Autorin von »Purple Hearts – Back from Iraq«, einem Buch mit Portraits und Interviews mit verwundeten amerikanischen Veteranen und von »Homeland«, einer Untersuchung der Militarisierung der amerikanischen Gesellschaft nach dem 11. September 2001. Vor kurzem ist ihr aktuellstes Buch erschienen, »An autobiography of Miss Wish«, die Geschichte einer Frau, die über 25 Jahre lang Opfer von sexueller Gewalt war. 
Nina Bermans Arbeit wurde mit zahlreichen Awards in Kunst und Journalismus ausgezeichnet, u.a. von der World Press Photo Foundation, Pictures of the Year International, der Open Society Foundation und der New York Foundation for the Arts, dem Aftermath Project und Hasselblad. Außerdem unterrichtet sie als assoziierte Professorin an der Columbia University Graduate School of Journalism, dessen Fotografie-Programm sie leitet.

Nina Berman hält ihren Vortrag am 22. Juni um 19:30 Uhr im Hörsaal des Design Centers.


Matt Black kommt

Matt Black ist der dritte Fotograf, der seine Zusage gegeben hat, beim LUMIX Festival einen Vortrag über seine engagierte Arbeit zu geben. Sein Langzeit-Projekt »Geography of Poverty« ist seit Jacob Holdts »Bilder aus Amerika« vielleicht die subjektivste und beeindruckendste fotografische Dokumentation der Wirklichkeit jenseits des amerikanischen Traums vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Düsteres Schwarzweiß von den Schattenseiten der USA, fotografiert und gesammelt in 20 Jahren und auf zahllosen Reisen durch das Land.
Der 1970 in Kalifornien geborene und lebende Fotograf und Filmer Matt Black konzentriert sich in seiner Arbeit vor allem auf die Themen Migration, Landwirtschaft, Armut und Umwelt in seiner Heimat und in Mexiko. Alles fotografiert in Schwarzweiß und bestens komponiert, aber ohne jegliche ästhetische Verselbständigung. Er erhielt bereits zahlreiche Preise, u.a. von der Magnum Foundation, World Press Photo, W. Eugene Smith Grant und dem Pulitzer Center on Crisis Reporting. 2015 wurde er Nominee der legendären Agentur MAGNUM.
Matt Black spricht über seine Arbeit am 20. Juni um 19:30 Uhr im Hörsaal des Design Centers.


STERN ist wieder Kooperationspartner

Die Kooperation zwischen dem LUMIX Festival und dem deutschen Wochenmagazin STERN geht in die zweite Runde. Dadurch gibt es die Möglichkeit Portfoliosichtungen mit Bildredakteuren des STERN wahrzunehmen. Erfahrene Redakteure nehmen an Podiumsgesprächen und Diskussionen während des Festivals teil. Außerdem werden im Rahmen einer Ausstellung ausgewählte Fotos gezeigt, die die STERN-Stipendiaten der vergangenen Jahre im Rahmen ihrer Arbeit für das Wochenmagazin angefertigt haben.
Das Stipendium des STERN ist ein Teil aus dem Förderprogramm „Junge Fotografie“, um jungen Fotojournalistinnen und –journalisten den Einstieg in den Beruf zu erleichtern. Eine zweite Maßnahme ist der „STERN Grant“, ein Förderpreis in Höhe von 10.000 Euro, der beim vergangen Festival in Hannover zum ersten Mal vergeben wurde. Der spanische Fotograf Sebastián Liste bekam dabei die finanzielle Unterstützung für seine Geschichte „Mexico. An intimate pandemic".
Ab dem ab 1.2. bis zum 28.2. können sich Fotografinnen und Fotografen unter 35 Jahren mit abgeschlossenem Studium für das STERN-Stipendium bewerben. Weitere Informationen unter: https://www.stern.de/sonst/junge-fotografie-stern-stipendium-6467870.html.


Stände der Fototechnikschau füllen sich

 Olympus, Sigma, Probis, FREELENS e.V., laif, Café Lehmitz Photobooks, Peperoni Books, Druckerei Wanderer, FokusPokus und natürlich Panasonic haben ihren Stand für das 6. LUMIX Festival bereits fest gebucht. Das heißt, dass inzwischen die Hälfte aller Stände vergeben ist. In diesem Jahr soll die Fototechnikschau noch hochkarätiger und vielfältiger gestalten werden. Sie bildet im 1500 qm großen Atrium das Herzstück des Festivals. Verschiedenste Unternehmen präsentieren den rund 40.000 Besuchern neueste Technik und interessante Produkte rund um das Thema Kamera und Foto. Natürlich kommen zum Festival nach Hannover nicht nur Young Professionals, sondern auch „alte Hasen“ aus der gesamten Fotografie-Branche. Denn zeitgleich zum Festival finden die DGPh-Tagung sowie die FREELENS-Mitgliederversammlung statt.
Wenn Sie 2018 erstmals oder erneut mit einem Stand vertreten sein wollen, kontaktieren Sie bitte unser Team unter technikschau@fotofestival-hannover.de und wir senden Ihnen gerne eine Aussteller-Mappe mit allen wichtigen Informationen und einem Anmeldeformular zu.


Gutschein sichern

Die erste Ladung Gutscheine war schnell vergriffen, neue sind jetzt gedruckt und diese können nun wieder per E-Mail bestellt sowie direkt an einigen Verkaufsstellen in Hannover erworben werden. Die Gutscheine gelten als Eintrittskarte für alle fünf Festivaltage und kosten regulär 12 Euro bzw. ermäßigt 7 Euro (Schülerinnen und Schüler, Studierende, Rentnerinnen und Rentner, Arbeitslose, Behinderte inklusive einer Begleitperson). Einzulösen sind die Gutscheine vom 20. bis 24. Juni 2018 von 10 bis 20 Uhr an den Kassen im Eingangsbereich des Design Centers.
Die Gutscheine können bis kurz vor dem Festival via Mail an shop@fotofestival-hannover.de bestellt oder direkt in der Hochschule Hannover im Pressebüro (30539 Hannover, Expo Plaza 2, EP 2 Raum 2A.2.28), in der Zentralbibliothek der Hochschule Hannover (30459 Hannover, Ricklinger Stadtweg 118), im Hafven (30167 Hannover, Kopernikusstraße 14) sowie in der GAF | Galerie in der Eisfabrik (30171 Hannover, Seilerstraße 15d) erworben werden. Bitte informieren Sie sich vorher über die jeweiligen Öffnungszeiten.

 So erreichen Sie uns:
LUMIX Festival für jungen Fotojournalismus
Festival-Büro
Schwarzer Bär 2
30449 Hannover

Dienstag, 30. Januar 2018

n-ost und Partnerorganisationen erheben Verfassungsbeschwerde gegen das BND-Gesetz zur „Ausland-Ausland-Überwachung“

Das Journalisten-Netzwerk n-ost hat gemeinsam mit Partnerorganisationen beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eine Verfassungsbeschwerde gegen die Ermächtigung des Bundesnachrichtendienstes (BND) zur sogenannten Ausland-Ausland-Überwachung eingereicht. Die Verfassungsbeschwerde unterstützen neben n-ost der Deutsche Journalisten-Verband (DJV), die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju), die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF), netzwerk recherche (nr) und Reporter ohne Grenzen (ROG).
Unter den KlägerInnen sind namhafte InvestigativjournalistInnen, darunter die Gewinnerin des diesjährigen Alternativen Nobelpreises Khadija Ismayilova (Aserbaidschan), Blaž Zgaga (Slowenien) und Richard Norton-Taylor (Großbritannien).

Die Klage richtet sich gegen die weitreichenden Überwachungsbefugnisse des deutschen Auslandsgeheimdienstes BND durch das Gesetz zur Ausland-Ausland-Fernmeldeaufklärung vom 23. Dezember 2016 (BNDG-Novelle). Das Gesetz ermöglicht es, Telekommunikation im Ausland gezielt mitzuschneiden und alle anfallenden Inhalts- und Verkehrsdaten auszuwerten.



Anders als bei rein inländischen Überwachungsmaßnahmen nach der Strafprozessordnung braucht der BND für eine solche strategische Überwachung keinen konkreten Verdacht und keine richterliche Genehmigung. Die Kommunikation wird anhand bestimmter Suchbegriffe unter Annahme einer allgemeinen Bedrohungslage durchsucht. Die Überwachung kann damit jeden treffen, der Teil der Kommunikation beispielsweise mit JournalistInnen im Ausland ist. Die Rechtsgrundlage hierfür war bis 2016 uneindeutig. Diese Lücke sollte die BNDG-Novelle schließen.

Das Gesetz knüpft nach Überzeugung der KlägerInnen die Überwachung an völlig unzureichende Voraussetzungen. So kann eine Überwachung bereits zu dem vagen Zweck angeordnet werden, „Erkenntnisse von außen- und sicherheitspolitischer Bedeutung“ zu gewinnen. Diese Voraussetzung liegt praktisch immer vor.



"Eine derartige Überwachung erschüttert das Vertrauen der Quellen von Journalisten in die Geheimhaltung ihrer Identität", sagt Hanno Gundert, Geschäftsführer von n-ost. "Diese Aushöhlung des Quellenschutzes zerstört eine wesentliche Grundlage des investigativen Journalismus und bedroht damit weltweit die Pressefreiheit."

Die Verfassungsbeschwerde bemängelt auch die Regelungen zur Kontrolle der Überwachung und die teilweise automatisierte Kooperation des BND mit ausländischen Geheimdiensten. Die KlägerInnen befürchten, dass die Daten aus der vom BND überwachten Kommunikation ohne vernünftige Begrenzungen an andere Geheimdienste weitergegeben werden können. Damit ermöglicht die BNDG-Novelle einen Verlust der Kontrolle des BND über die Daten, wodurch JournalistInnen auch persönlich in Gefahr geraten können, wenn ihre Kommunikationsdaten in die falschen Hände geraten.

Ausführliche Informationen zu den KlägerInnen und die Beschwerde im Wortlaut finden Sie unter http://notrustnonews.org/

Samstag, 27. Januar 2018

EKD fördert Auszeit-Stipendium für Journalisten aus Kriegs- und Krisenländern

Reporter ohne Grenzen freut sich über die Entscheidung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), das Auszeit-Stipendienprogramm von ROG und der taz Panter Stiftung (http://www.taz.de/!p4258/) zu unterstützen. Aus den Mitteln ihrer Menschenrechtsarbeit will die EKD für die kommenden drei Jahre jeweils einen zusätzlichen Stipendienplatz fördern. Damit ermöglicht die evangelische Kirche eine flexiblere Vergabe der Stipendien, indem jeweils ein weiterer Journalist aus einem Kriegs- oder Krisenland für bis zu drei Monate eine Auszeit von Krieg, Repression oder Verfolgung bekommen kann.

Die Auszeit-Stipendien richten sich an Journalisten, die nach der Arbeit in einem repressiven Umfeld oder in Kriegs- oder Unruhegebieten eine Verschnaufpause benötigen oder die aufgrund ihrer Arbeit vorübergehend aus dem Fokus staatlicher Sicherheitsorgane genommen werden müssen. Die Stipendiaten können sich, wenn sie wollen, während des Aufenthalts komplett aus dem öffentlichen Leben zurückziehen und die Zeit zum Schreiben oder Denken nutzen.

Bisherige Stipendiaten kamen aus Afghanistan, Burundi, Simbabwe, der Türkei, Uganda und der Ukraine. Der derzeitige Teilnehmer des Programms, der Kriegsfotograf Uygar Önder Simsek, kehrt kommende Woche nach drei Monaten in Berlin in seine Heimat Türkei zurück (http://ogy.de/z2de). Nächster Auszeit-Stipendiat wird ab März ein Journalist aus Äthiopien.

WEITERE STIPENDIEN UND FÖRDERPROGRAMME

Neben den Auszeit-Stipendien bietet ROG seit 2015 gemeinsam mit dem Tactical Technology Collective (https://tacticaltech.org) das Stipendium „Raum der digitalen Freiheit“ an. Es bietet verfolgten Journalisten und Aktivisten ein Fortbildungsangebot zu digitaler Sicherheit und die Möglichkeit, für jeweils zwei Monate in Berlin ein eigenes Projekt zu verwirklichen.

Darüber hinaus vergibt ROG in Einzelfällen kurzfristige Notstipendien für verfolgte Journalisten. Ebenso steht ROG in engem Austausch mit anderen Organisationen und Stiftungen und vermittelt oder empfiehlt Stipendiaten an diverse Förderprogramme.

MATERIALHEFT ZU PRESSE- UND MEINUNGSFREIHEIT

Zum zurückliegenden Tag der Menschenrechte am 10. Dezember hat die EKD ein Materialheft zum Thema Presse- und Meinungsfreiheit herausgegeben, um auf deren gesamtgesellschaftliche Bedeutung aufmerksam zu machen. Unter dem Titel „Tu Deinen Mund auf“ berichten darin unter anderem Journalisten aus Eritrea, Mexiko, Russland, Tschechien, den USA und Usbekistan über die Lage der Medienfreiheit in ihren jeweiligen Heimatländern. (Zum PDF: http://ogy.de/d8qc)


WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

- Mehr zu den Stipendien von Reporter ohne Grenzen für bedrohte und verfolgte Journalisten: www.reporter-ohne-grenzen.de/hilfe-schutz/stipendien.
- Weitere Infos zur taz Panter Stiftung: www.taz.de/stiftung

 (Diese Meldung auf der ROG-Webseite: http://t1p.de/qpfc)

Freitag, 26. Januar 2018

Buch sucht Filmproduzenten: Books at Berlinale stellt filmreife Bücher vor - Rekord: 150 Einreichungen aus 30 Ländern / Mit dabei: Roman von Bestseller-Autorin Isabel Allende

Die Mitarbeiterin einer Notfallhilfe für Vermisste wird von der eigenen, seit vier Jahren verschwundenen Tochter kontaktiert. Ein Kriegsreporter wird im Syrienkonflikt erpresst. Ein Schriftsteller stirbt unter mysteriösen Umständen. Die diesjährige Ausgabe von „Books at Berlinale“ verspricht spannend zu werden. Seit 2006 findet die Veranstaltung als Kooperation zwischen den Internationalen Filmfestspielen Berlin und der Frankfurter Buchmesse im Rahmen des Berlinale Co-Production Market statt. Die „Books at Berlinale“-Auswahl 2018 wird am Montag, 19. Februar, von 15.00 Uhr bis 17.30 Uhr im Festsaal des Berliner Abgeordnetenhauses vorgestellt. Zwölf von der Jury ausgewählte Bücher mit hohem Verfilmungspotential gehen in diesem Jahr bei „Books at Berlinale“ ins Rennen um die Aufmerksamkeit der geladenen Filmproduzentinnen und -produzenten. Die Titel kommen von Verlagen und Agenturen aus Deutschland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Großbritannien, Italien, Norwegen, Spanien und der Türkei. Vorgestellt werden unter anderem der Thriller Where The Missing Go von Emma Rowley (Orion Publishing Group), Fake Metal Jacket von Sven Recker (Agentur Kroll) und #egoland von Michael Nast (Edel Books).

Bei „Books at Berlinale“ präsentieren die Rechteinhaber die Bücher in moderierten Pitching-Gesprächen. Anschließend können die Beteiligten ins Gespräch kommen und wertvolle Kontakte knüpfen.

„Gute Buchvorlagen sind für Filmproduzenten eine wichtige Inspiration“, sagt Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse. „In diesem Jahr hatten wir die Qual der Wahl unter 150 Einreichungen aus 30 Ländern – ein neuer Rekord. Besonders freue ich mich darüber, dass uns der Pitch des Buches The Other Amsterdam von Dato Turashvili einen Vorgeschmack auf Georgien, den diesjährigen Ehrengast der Frankfurter Buchmesse, geben wird. Auch möchten wir in unserer Auswahl ein breites Spektrum von Genres, Themen, historischen Perioden und Herkunftsländern abdecken, um unterschiedliche Perspektiven der internationalen Literaturszene abzubilden.“

Thematisch haben die Romane für viele Geschmäcker etwas zu bieten. So führt der größte Schneesturm in der Geschichte Brooklyns in In the Midst of Winter von Bestseller-Autorin Isabel Allende (Agencia Literaria Carmen Balcells) zu einer unerwarteten Freundschaft zwischen einem Universitätsprofessor, seiner Nachbarin und einer jungen Einwanderin aus Guatemala. Auf historischen Fakten basiert der Roman Bakhita der französischen Autorin Véronique Olmi (Éditions Albin Michel), der die Geschichte der Sklavin und Heiligen Josephine Bakhita thematisiert. Die Entwicklungen in der Türkei werden in The Girl in the Tree von Şebnem İşigüzel (Kalem Agency) aus der Sicht eines in einem Baum im Gülhane Park lebenden Mädchens geschildert und um eine Vorkosterin Hitlers geht es in Rosella Postorinos Le assaggiatrici (Hitler’s Feast) (Vicki Satlow Literary Agency).

Berlinale-Direktor Dieter Kosslick: „Bei der Auswahl der Titel bleiben Qualität und Originalität der Stoffe die wichtigsten Kriterien. Darüber hinaus eignen sich die ausgewählten Bücher in besonderer Weise für eine Film- oder Serienadaption. Bei der Auswahl berücksichtigen wir, dass die große Gruppe der anwesenden Produzenten unterschiedliche Interessen, Erwartungen und Möglichkeiten vertreten, und wir versuchen, diesen gerecht zu werden.“

 Books at Berlinale 2018 – die Titelauswahl
(in alphabetischer Reihenfolge der präsentierenden Firmen)

In the Midst of Winter (Isabel Allende), Agencia Literaria Carmen Balcells, Spanien
Fake Metal Jacket (Sven Recker), Agentur Kroll, Deutschland
The Other Amsterdam (Dato Turashvili), Bakur Sulakauri Publishing, Georgien
The Million Kroner Kindness Competition (Arnfinn Kolerud), Cappelen Damm Agency, Norwegen
#egoland (Michael Nast), Edel Books, Deutschland
Bakhita (Véronique Olmi), Éditions Albin Michel, Frankreich
Magda (Mazarine Pingeot), Éditions Julliard, Frankreich
The Girl in the Tree (Şebnem İşigüzel), Kalem Agency, Türkei
Where The Missing Go (Emma Rowley), Orion Publishing Group, Großbritannien
Martha’s Dance (Tom Saller), Ullstein Buchverlage, Deutschland
Hitler’s Feast (Rosella Postorino), Vicki Satlow Literary Agency, Italien
Captain Horror’s Island (Rodoula Pappa), Volatilium, Griechenland


Interessierte Filmproduzenten, Journalisten, Verleger und Literaturagenten können sich bis 9. Februar 2018 für die Teilnahme an „Books at Berlinale“ unter books@berlinale.de anmelden.

Dienstag, 23. Januar 2018

Pressekonferenz: Das BND-Gesetz und die Überwachung von Journalisten

Ein Bündnis von Bürgerrechtsorganisationen und Journalistenverbänden ist besorgt über die Auswirkungen des neuen Gesetzes über den Bundesnachrichtendienst (BND). Der deutsche Auslandsgeheimdienst darf Journalisten und andere Berufsgeheimnisträger außerhalb der EU überwachen, wenn dies im politischen Interesse Deutschlands ist. Eine Ausnahmeregel für Journalisten gibt es nicht.

Vor knapp einem Jahr enthüllten Recherchen des Magazins Der Spiegel, dass Deutschland bereits gezielt Journalisten im Ausland bespitzelt hat (http://t1p.de/j74q). Der BND überwachte ab 1999 mindestens 50 Telefon- und Faxnummern von Journalisten und Redaktionen unter anderem in Afghanistan, Pakistan und Nigeria, darunter Anschlüsse der BBC, der New York Times und der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF), die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju), der Deutsche Journalisten-Verband (DJV), das Journalisten-Netzwerk n-ost, Netzwerk Recherche (nr) und Reporter ohne Grenzen (ROG) haben sich zu den Konsequenzen aus dem Anfang 2017 in Kraft getretenen BND-Gesetz beraten: Wie lässt sich verhindern, dass der BND massenhaft ausländische Journalisten überwacht? Welche Konsequenzen hat die Überwachung für die Arbeit deutscher Kollegen? Gibt es juristische Möglichkeiten, gegen das BND-Gesetz vorzugehen?

Darüber informiert das Bündnis bei einer Pressekonferenz
am Dienstag, 30. Januar 2018 um 9:30 Uhr
im ARD-Hauptstadtstudio,
Wilhelmstraße 67 a, 10117 Berlin.

Gesprächspartner:
Dr. Ulf Buermeyer, Vorsitzender der Gesellschaft für Freiheitsrechte
Cornelia Haß, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union
Christian Mihr, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen
Frank Überall, Vorsitzender des Deutsche Journalisten-Verband
Hanno Gundert, Geschäftsführer des Journalisten-Netzwerks n-nost

Zudem stehen weitere Experten zum Thema für Hintergrundgespräche zur Verfügung.

(Diese Einladung auf der ROG-Webseite: http://t1p.de/nzej)