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Montag, 5. Dezember 2016

App „Ankommen“: jetzt auch als Website

Die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit (BA), dem Bayerischen Rundfunk (BR) und dem Goethe-Institut entwickelte App „Ankommen“ wird um eine mobile Website erweitert: Unter www.ankommenapp.de erhalten Neuankommende in Deutschland künftig auch über das World Wide Web praktische Hilfe und Informationen zum Asylverfahren, zum Arbeitsmarktzugang und zum Leben in Deutschland.

Seit ihrem Start im Januar 2016 wurde die App bereits rund 200.000 Mal heruntergeladen. Und die Zahl der Downloads steigt täglich an. „Ankommen“ hilft nicht nur mit vielen Informationen bei der schnellen Orientierung während der ersten Wochen, sondern verfügt zusätzlich über einen kostenlosen Basis-Sprachkurs für die ersten Schritte auf Deutsch. Die App-Inhalte werden zudem laufend weiterentwickelt. Die Informationen zum Asylverfahren wurden aktualisiert, der Sprachkurs des Goethe-Instituts um weitere Kapitel ergänzt.

„Die Ausweitung der App auf die Website und die ständige Weiterentwicklung garantieren stets aktuelle Informationen rund um das Ankommen von Geflüchteten in Deutschland“, sagt Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit und Leiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts: „Die App ‚Ankommen‘ und die Website sind genau auf die Bedürfnisse von neu Ankommenden ausgerichtet. Der Selbstlern-Sprachkurs des Goethe-Instituts bietet einen idealen ersten Zugang zur deutschen Sprache und erleichtert den Einstieg in den Deutschunterricht.“

Die Resonanz auf die App verlief bisher durchweg positiv. Bereits im April 2016 wurde die App von der Stiftung Warentest mit dem Prädikat „empfehlenswert“ ausgezeichnet. Weitere zweimal wurde sie für Auszeichnungen nominiert und erhielt ihren ersten Preis: Am 10. Oktober 2016 wurde „Ankommen“ als Startup des Jahres mit dem „LeadAward“ in der Kategorie „Online“ ausgezeichnet. Mit dem renommierten Medienpreis werden seit 2003 jährlich hauptsächlich Fotografien und Beiträge aus Zeitungen, Zeitschriften und Online-Medienangeboten prämiert. Zudem ist die App „Ankommen“ Gewinner der „WSA-Germany 2016“ und wurde von der „WSA Germany“-Jury für den UN-World Summit Award MOBILE („WSA-Mobile“) in der Kategorie „Regierung und Bürgerengagement“ nominiert. Die Gewinner werden im Februar 2017 bekannt gegeben.

Bei der Entwicklung der App leistete der BR technische und didaktische Hilfe für die Partner BAMF, BA und Goethe-Institut. Mit der Weiterentwicklung des Angebots um die neue Internetseite hat der BR seine Aufgabe nun abgeschlossen und übergibt das Projekt damit an das federführende BAMF. Da es im In- und Ausland viele Nachfragen nach Unterstützung für ähnliche Projekte gibt – so will etwa die schwedische Regierung eine App für Geflüchtete in Schweden auf den Weg bringen – hat der BR angekündigt, die Leistung und Erfahrungen seiner Entwickler zur Verfügung zu stellen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Mit 159 Instituten in 98 Ländern fördert es die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland, pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit und vermittelt ein aktuelles Deutschlandbild. Durch Kooperationen mit Partnereinrichtungen an zahlreichen weiteren Orten verfügt das Goethe-Institut insgesamt über rund 1.000 Anlaufstellen weltweit.
   

Freitag, 2. Dezember 2016

Osteuropa/Zentralasien Junges Themenportal „Konverter“

Wo sind die besten Skater-Spots in Tiflis? Was erlebt man in einem Wohnheim in Nowosibirsk? Warum sind die Parks in Taschkent oft besser als jedes Café? Das und vieles mehr erfahren junge Leserinnen und Leser in Osteuropa und Zentralasien auf der neuen Themenplattform „Konverter“ des Goethe-Instituts, die ab dem 9. Dezember online ist. 


Auf der neuen Themenplattform „Konverter“ spiegeln junge Autorinnen und Fotografen multiperspektivisch Themen ihres Alltags wider und fragen sich dabei: Was ist das Besondere an unserem Alltag? Wie sieht die Street-Fashion in unserer Stadt aus? Welche Songs drücken unser Lebensgefühl im Moment am besten aus?

Grenzüberschreitung als Programm

Ob Erzählung, Kritik oder Karikatur, Schnappschuss oder Bilderstrecke – die Inhalte auf „Konverter“ stehen gleichberechtigt nebeneinander und können von den Lesern so aus verschiedenen Perspektiven erkundet werden. Jede Bilderstrecke nimmt sie mit an einen anderen Ort in die Ukraine, nach Usbekistan, Russland, Georgien oder Kasachstan.

Der Fokus von „Konverter“ liegt auf einer größtmöglichen Präsenz in den Sozialen Medien. Dadurch können die Leser und Leserinnen unmittelbar Bezug zu den Beiträgen nehmen. „Konverter“ wird seine Inhalte somit nicht nur auf vielen Kanälen senden, sondern auch aus vielen Richtungen Meinungen und Anregungen empfangen. Die Grenzüberschreitung und der Diskurs sind bei „Konverter“ Programm.

Dauerhafter Netzdiskurs

Der Name der Plattform ist der Informatik entliehen. Sie funktioniert wie ein Konverter, der eine Datei in ein anderes Format umwandelt, dabei aber den Inhalt nicht verändert. Die Geschichten auf der Website werden auf Englisch, Russisch und Deutsch erzählt. So können sich auch junge Leser und Leserinnen in Deutschland ein Bild von den Lebenswelten in den beteiligten Ländern machen: Über die Träume und Hoffnungen, Wünsche und Ängste, Nöte und Erfolge der jungen Menschen.

Die Redaktion des Portals ist zunächst am Goethe-Institut Nowosibirsk angesiedelt. Nach zwei Jahren wechselt sie zu einem Institut in einem anderen Land, um von dort aus neue Impulse zu setzen.

Die Plattform ist ab dem 9. Dezember unter www.konverter.media verfügbar.

„Konverter“ ist ein Regionalprojekt der Goethe-Institute in der Region Osteuropa/Zentralasien. Mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amts.

Kulturprogramm „Die iranische Moderne“ (Goethe), Berlin 7. Dezember 2016 bis März 2017

Am 7. Dezember startet das Kulturprogramm „Die iranische Moderne“ in Berlin. Drei Monate lang geben iranische und deutsche Philosophen, Künstlerinnen und Kulturschaffende in Vorträgen, Lesungen und Konzerten Einblicke in das zeitgenössische iranische Kulturleben. 

Das Goethe-Institut startet in enger Kooperation mit dem CTM-Festival, dem Literarischen Colloquium Berlin, der Freien Universität Berlin und weiteren Partnern das lang geplante Kulturprogramm „Die iranische Moderne“. Das Programm will ein überraschendes Bild der zeitgenössischen iranischen Kulturszene zeigen und Räume der kulturellen Zusammenarbeit schaffen. Neben philosophischen Diskursen werden Positionen zur aktuellen Situation in der Kunst-, Musik- und Literaturszene des Irans beleuchtet.

Iran und das Versprechen der Moderne

Was versteht man unter der „iranischen Moderne“? Welche Widersprüche sind mit ihr verknüpft? Diesen Fragen gehen die iranischen Philosophen Meysam Sefidkhosh und Hossein Mesbahian am 7. Dezember in der Diskussion „Philosophical Discourse and Modernity. Current Positions from Iran“ im Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin nach. Sie setzen sich mit dem Begriff und der Narration der Moderne im philosophischen Diskurs des Irans auseinander.

Zeitgenössische Kunstszene im Iran  

Bedeutende Ausstellungen und Publikationen, hohe Preise auf internationalen Auktionen: Bildende Kunst aus dem Iran erfährt seit einigen Jahren enorme Aufmerksamkeit. In der Gesprächsreihe „Art as a Social Mirror“ berichten iranische Kuratorinnen und Künstler in der Akademie der Künste von den Bedingungen, unter denen sie im Iran arbeiten, und wie sich westliche Klischees über den Iran auf ihre Kunst auswirken. Mit dabei sind unter anderem Fereydoun Ave, Maler und zentrale Figur der iranischen Kunstszene, und Anahita Ghabaian, Leiterin der „Silk Road Art Gallery“.

Zwischen Avantgarde-Electronica und Afro-Iran

Im Rahmen des CTM-Festivals wird Ata ‚Sote‘ Ebtekar mit dem audiovisuellen Komponisten Tarik Barri und den Instrumentalisten Arash Bolouri und Behrouz Pashaei zusammenarbeiten. Ihre Verschmelzung von elektronischen Klängen mit traditionellen akustischen Instrumenten verspricht eine „persische Techno-Apokalypse“. Siavash Amini und 9T Antiope sind als weitere Vertreter der pulsierenden Szene der experimentellen Klangkunst Teherans eingeladen. Ihre Sounds kann man am 1. Februar 2017 im Hebbel am Ufer (HAU1) hören. Mehdi Saki und seine Band Kamakan stammen aus dem Süden Irans, sie gehören zur arabischsprachigen Gruppe der Iraner. Mit persischen, afrikanischen und arabischen Klängen bringen sie am 28. Januar 2017 das Weddinger „Silent Green“ zum Tanzen.

Literatur der Ferne und der Heimat

Iranische Schriftstellerinnen und Schriftsteller kommen im Rahmen des Kulturprogramms in Berlin zusammen, um mit ihrem Publikum über Themen der Ferne und Heimat zu diskutieren. So wird der iranische Autor Mahmud Doulatabadi im Gespräch mit Iris Radisch („DIE ZEIT“) am 18. Februar 2017 in „Fremdheitsgefühle“ in der Schaubühne Berlin über seinen neuen Erzählband sowie über Flucht und Migration sprechen. Er hat wie kein anderer Schriftsteller die moderne iranische Literatur geprägt, dennoch steht ein Großteil seiner Bücher auf dem Index. In Deutschland weithin unbekannte Schriftstellerinnen wie Nasim Marashi oder Nahid Tabatabai werden ihre literarischen Werke vorstellen und über ihr Leben als Autorinnen in der iranischen Hauptstadt berichten.

Das Kulturprogramm „Die iranische Moderne“ organisiert das Goethe-Institut in enger Kooperation mit dem Literarischen Colloquium Berlin, dem CTM-Festival, der Freien Universität Berlin, der Schaubühne Berlin, dem Hebbel am Ufer und weiteren Partnern. Gefördert wird das Kulturprogramm durch das Auswärtige Amt.

Zugleich soll es die Werke der geplanten Ausstellung „Die Teheran Sammlung“ der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Zusammenarbeit mit dem Teheraner Museum für Zeitgenössische Kunst (TMoCA) in einen kulturellen und historischen Kontext stellen. Die Ausstellung „Die Teheran Sammlung“ ist eine Kooperation der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin mit dem Teheran Museum of Contemporary Art und dem MAXXI (Rom).

Montag, 28. November 2016

Goethe-Institut freut sich über Deutschen Kulturförderpreis 2016 für „Beirut Short Stories“

Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e.V. hat am 24. November den Deutschen Kulturförderpreis 2016 an das Projekt „Beirut Short Stories“ der KfW Stiftung vergeben. Der Geschäftsführer der KfW Stiftung, Dr. Bernd Siegfried, nahm gemeinsam mit dem Generalsekretär des Goethe-Instituts, Johannes Ebert, und Anita Djafari, Geschäftsführerin von Litprom, den Preis im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in Frankfurt entgegen. Die KfW Stiftung gewann den Preis in der Kategorie für große Unternehmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten. Der Deutsche Kulturförderpreis wird in den drei Kategorien kleine, mittlere und große Unternehmen vergeben. In diesem Jahr hatten sich rund 90 Unternehmen und Unternehmensstiftungen beworben.

Das Projekt „Beirut Short Stories“ wird vor Ort mit dem Goethe-Institut Libanon durchgeführt und bietet jungen arabischsprachigen Schreibtalenten im Libanon die Gelegenheit, sich in einer Schreibwerkstatt weiterzuentwickeln. Die Schreibwerkstätten werden von arabischsprachigen Schriftstellern geleitet. Nach Kairo mit Abbas Khider war Beirut mit Hussain Al Mozany die zweite Station des Projekts. Folgen soll auf weitere Sicht Amman. Die Autoren der besten Kurzgeschichten erhalten dabei die Möglichkeit, ihre Arbeitsergebnisse auf der Frankfurter Buchmesse und bei ausgewählten Literaturveranstaltungen in Deutschland zu präsentieren. Neben dem Austausch mit anderen Autoren entsteht so auch die Chance zur Vernetzung außerhalb des Nahen Ostens. Gleichzeitig erhalten Leser außerhalb des arabischen Sprachraums einen Einblick in die literarische Arbeit junger Autoren der Region.

„Die Kulturszenen in der arabischen Welt sind ein wichtiger Schlüssel für die gesellschaftliche Entwicklung im Nahen Osten. Die Zusammenarbeit und der Austausch mit jungen Autorinnen und Autoren ist dem Goethe-Institut deshalb ein besonderes Anliegen. ‚Beirut Short Stories’ bietet den Freiraum, den die Literaturszenen in der arabischen Welt und anderswo benötigen“, betonte der Generalsekretär des Goethe-Instituts, Johannes Ebert, anlässlich der Auszeichnung.

Der Vorstand der KfW Stiftung, Dr. Ulrich Schröder, sagte: „Wir freuen uns sehr, dass gerade in der aktuellen Situation mit ‚Beirut Short Stories’ ein Projekt ausgezeichnet wird, das den schriftstellerischen Nachwuchs im Nahen Osten fördert und dabei auf Austausch und Bereitschaft zur Verständigung setzt. Die Auszeichnung mit dem renommierten Deutschen Kulturförderpreis ist für uns eine großartige Bestätigung unserer Arbeit und zugleich ein Ansporn für die Zukunft.“

Die Texte finden Sie unter:

Auf Englisch über „adda“, dem Online-Magazin der Commonwealth Foundation und dritten Partner des Projektes: www.addastories.org 

„Beirut Short Stories“ ist ein gemeinsames Projekt der KfW Stiftung, des Goethe-Instituts Libanon und Litprom e.V. unter Mitwirkung der Commonwealth Foundation, London.

Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Mit 159 Instituten in 98 Ländern fördert es die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland, pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit und vermittelt ein aktuelles Deutschlandbild. Durch Kooperationen mit Partnereinrichtungen an zahlreichen weiteren Orten verfügt das Goethe-Institut insgesamt über rund 1.000 Anlaufstellen weltweit.

 Halten Sie sich über Projekte und Veranstaltungen der Goethe-Institute in aller Welt auf dem Laufenden und abonnieren Sie unsere monatliche Medieninfo unter www.goethe.de/medieninfo .

Donnerstag, 24. November 2016

Einladung zur Jahrespressekonferenz des Goethe-Instituts

Montag, 12. Dezember 2016, 10.30 Uhr
Goethe-Institut Berlin
Neue Schönhauser Straße 20, 10178 Berlin

Es sprechen:

Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts
Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts
Dr. Bruno Gross, Kaufmännischer Direktor des Goethe-Instituts
Angela Kaya, Leiterin des Goethe-Instituts London

Im Anschluss an die Jahrespressekonferenz besteht die Möglichkeit zu Einzelinterviews.



Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Mit 159 Instituten in 98 Ländern fördert es die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland, pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit und vermittelt ein aktuelles Deutschlandbild. Durch Kooperationen mit Partnereinrichtungen an zahlreichen weiteren Orten verfügt das Goethe-Institut insgesamt über rund 1.000 Anlaufstellen weltweit.



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Mittwoch, 23. November 2016

DART Journalism & Trauma - You Can Help! Survey on Hostile Environment, First Aid & Safety Training

The Dart Center is working with researchers at The University of Tulsa to better understand journalists’ experience with hostile environment, first aid, and safety training.
In recent years, various forms of hostile environment and safety training have become a staple in the news industry; in many news organizations such trainings are now mandatory for certain assignments. But there has not been any systematic research into its value or results, nor an independent assessment of the diverse training practices under the safety training umbrella.
Dr. Elana Newman and her team have developed an anonymous survey (https://utulsapsychology.az1.qualtrics.com/jfe/form/SV_25ggr4p880UJbhj)to more deeply understand journalists' experience of these trainings and their application in the field. The survey should not take more than 15 minutes to complete.
The results of this research will help organizational decision-makers and journalists ask the right questions prior to enrolling in safety training programs.



and please pass it on to any other journalists who may be interested in sharing their experiences.

Montag, 21. November 2016

Bundesregierung: Spionagebehörde soll Kommunikation entschlüsseln

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist besorgt über die Pläne der Bundesregierung, in Deutschland eine Behörde zum Aufbrechen verschlüsselter Kommunikation zu errichten. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll durch einen bloßen Beschluss im Haushaltsausschuss die Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (ZITiS) ab 2017 ihre Arbeit aufnehmen. Damit bekommen Sicherheitsbehörden bald auch Zugang zu sensibler Kommunikation, die Journalisten bewusst schützen.

 „ZITiS stellt einen Paradigmenwechsel dar, weil der Staat erstmals systematisch Kommunikation und Endgeräte angreifen wird. Zwangsläufig werden auch Journalisten betroffen sein, die mit Informanten kommunizieren und dabei ganz bewusst Verschlüsselung einsetzen“, sagte ROG-Vorstandsmitglied Matthias Spielkamp. „Die Bundesregierung muss für ZITiS ein Errichtungsgesetz verfassen, sodass der deutsche Bundestag und die Zivilgesellschaft am Gesetzgebungsverfahren beteiligt werden können.“ Passiere das nicht, so Spielkamp, „schafft die Regierung allein durch die Verabschiedung des Bundeshaushaltes kommende Woche eine Behörde mit weitreichenden Befugnissen, die Pressefreiheit im In- und Ausland massiv schwächen würde.“

ZITiS soll der Bundespolizei, dem Bundeskriminalamt und Bundesamt für Verfassungsschutz dabei helfen, verschlüsselte Nachrichten zu dechiffrieren (http://t1p.de/y4nr). Zudem soll sie Technologien entwickeln oder anschaffen, um Nachrichten bereits abzufangen, bevor sie verschlüsselt werden, etwa durch Überwachungsprogramme auf Computern und Smartphones oder das Abfangen von Daten, während sie getippt werden (http://t1p.de/0le2). Damit wäre auch die Kommunikation etwa von Whatsapp oder Facebook betroffen. Bis zu 400 Mitarbeiter sollen in Zukunft für ZITiS arbeiten (http://t1p.de/wq6o).

JOURNALISTEN MÜSSEN VERTRAULICH KOMMUNIZIEREN KÖNNEN

Reporter ohne Grenzen ist in seiner täglichen Arbeit immer wieder mit ausländischen Journalisten konfrontiert, deren Computer und Mobiltelefone gehackt wurden. In vielen Fällen wurde ihre gesamte Kommunikation abgehört und ausgewertet. So spielten während des Arabischen Frühlings Behörden etwa in Ägypten und Marokko Trojaner auf die Geräte von Journalisten und Aktivisten, um sie zu überwachen (http://t1p.de/1jzt).

Effektive Verschlüsselung ist für Journalisten essentiell. Informanten müssen sicher sein können, dass ihre Identität geschützt bleibt und sensible Informationen in Redaktionen gut aufgehoben sind. Ist das nicht der Fall, scheuen Informanten im Zweifel die Kontaktaufnahme und der gesellschaftlich wichtige Informationsfluss zu den Medien versiegt. Missstände bleiben unentdeckt, weil Informanten Angst vor Verfolgung haben, wenn sie sich an Journalisten wenden.

Auf diese Gefahren hat das Bundesverfassungsgericht unter anderem in den Entscheidungen zur Spiegel- und Cicero-Affäre hingewiesen, als Durchsuchungen von Redaktionsräumen das Grundvertrauen in Medien beschädigt hatten. Indem deutsche Sicherheitsbehörden und Geheimdienste nun auch zum Angriff auf Verschlüsselung bemächtigt werden, schwindet das Vertrauen in Journalisten. Aufgrund immer stärkerer Überwachung digitaler Kommunikation ist starke Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Journalisten mitunter die einzige Chance, vertraulich zu kommunizieren.

Reporter ohne Grenzen treibt die Verbreitung von Verschlüsselungsinstrumenten voran. Im Rahmen des Projektes „Hub of Digital Freedom“ wurden erst kürzlich in Berlin zehn ausländische Journalisten fortgebildet und in digitaler Sicherheit geschult. ZITiS konterkariert solche Ansätze, die Pressefreiheit weltweit zu stärken. Denn auch wenn ZITiS zunächst nur für deutsche Behörden Technologie entwickeln soll, wird verschlüsselte Kommunikation weltweit geschwächt. Durch den immer stärkeren Informationsaustausch von Sicherheitsbehörden weltweit werden erfolgreiche Wege zum Entschlüsseln von kryptografischer Kommunikation weitergegeben werden und am Ende auch in den Händen von Geheim- und Sicherheitsdiensten landen, die Journalisten regelmäßig überwachen.

Auf der jährlichen Rangliste der Pressefreiheit steht Deutschland auf Platz 16 von 180 Staaten. Weitere Informationen zur Lage der Journalisten in Deutschland finden Sie unter www.reporter-ohne-grenzen.de/deutschland.



(Diese Meldung auf der ROG-Webseite: http://t1p.de/qkvv)

Mittwoch, 16. November 2016

Besser spät als nie gepostet ...

Syrer Hadi Abdullah ist Journalist des Jahres


Die Preisträger Hadi Abdullah (links) sowie Li Tingyu (Mitte) und Lu Yuyu.

Reporter ohne Grenzen zeichnet den Syrer Hadi Abdullah als Journalist des Jahres 2016 aus. Abdullah hat sich als freier Journalist in gefährliche, von seinen meisten Kollegen gemiedene Gebiete des Bürgerkriegslandes gewagt, um Vertretern der Zivilgesellschaft internationales Gehör zu verschaffen. Dabei ist der 29-Jährige mehrmals knapp dem Tod entgangen.
„Durch seine mutige Berichterstattung eröffnet Hadi Abdullah der Weltöffentlichkeit wichtige Einblicke in die täglichen Nöte der Menschen in Syrien“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. „In einem Land, in dem unabhängiger Journalismus gleichbedeutend mit Lebensgefahr ist, hat er sich durch Professionalität und Mut ausgezeichnet.“
Als Medium des Jahres würdigt ROG die chinesische Informationswebseite 64Tianwang, die von der Regierung in Peking als „umstürzlerisch“ eingestuft wird und deren Reporter große persönliche Risiken in Kauf nehmen, um ihren Mitbürgern unabhängige Informationen zugänglich zu machen. Zu den Bürgerjournalisten des Jahres kürte die Jury das chinesische Paar Lu Yuyu und Li Tingyu. Beide haben systematisch Streiks und Demonstrationen im ganzen Land dokumentiert und sind deshalb seit Mitte Juni unter dem Vorwurf der „Störung der öffentlichen Ordnung“ im Gefängnis.
Mit den Preisen ehrt ROG jährlich Journalisten, Medien und Bürgerjournalisten, die sich in besonderer Weise um die Förderung oder Verteidigung der Pressefreiheit verdient gemacht haben. Die diesjährigen Preise werden am Abend bei einer Veranstaltung in Straßburg verliehen.

Journalist des Jahres: Hadi Abdullah

Der Preisträger Hadi Abdullah brach seine Ausbildung zum Krankenpfleger ab, um seine Energie der unabhängigen Berichterstattung aus Syrien zu widmen. In Journalistenkreisen machte er sich schnell einen Namen als gewissenhafter Reporter, der auch in gefährliche Landesteile fährt, um Vertreter der Zivilgesellschaft zu interviewen und zu filmen. Durch seine Berichte über die tagtäglichen Gräueltaten in Syrien wurde er zur Zielscheibe für regierungstreue Kräfte wie auch für bewaffnete Rebellengruppen.
Vergangenen Januar wurde Abdullah zusammen mit einem Kollegen kurzzeitig von der Dschihadistengruppe Al-Nusra-Front verschleppt. Mitte Juni wurde sein Kameramann Chaled al-Issa bei einem Bombenanschlag auf das Wohnhaus mit ihrer gemeinsamen Wohnung in Aleppo so schwer verletzt, dass er acht Tage darauf in einem Krankenhaus in der Türkei starb – kurz, bevor er zur weiteren Behandlung nach Deutschland verlegt werden sollte. Abdullah selbst trug schwere Verletzungen davon. Zwei Tage vor dem Bombenanschlag waren beide am Kopf verletzt worden, als sie über Gefechte in Aleppo berichteten.
In den mehr als fünfeinhalb Jahren des Konflikts in Syrien sind dort rund 200 Journalisten und Bürgerjournalisten wegen ihrer Arbeit getötet worden, davon allein 16 in diesem Jahr. Derzeit sitzen mindestens 26 Medienschaffende in den Gefängnissen des syrischen Regimes; mindestens 27 werden von anderen Konfliktparteien als Geiseln gehalten oder gelten als vermisst, darunter sechs ausländische Journalisten. Wer weiter aus dem Land berichtet, ist ständigen Drohungen und Schikanen ausgesetzt und riskiert verhaftet, entführt oder ermordet zu werden. Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht Syrien auf Platz 177 von 180 Ländern.

Medium des Jahres: 64Tianwang

Das unabhängige Nachrichtenportal 64Tianwang berichtet mit einem Netz von Bürgerjournalisten über Menschenrechtsverletzungen in China. Immer wieder sind seine Mitarbeiter verhaftet oder vor Gericht gestellt worden, beispielsweise für Berichte über Behördenversagen nach dem Erdbeben in Sichuan 2008 oder über Protestaktionen wie den Farbbeutelwurf auf ein überdimensionales Mao-Porträt auf dem Tiananmen-Platz in Peking 2014. Zuletzt verschleppten die Behörden Anfang September fünf der Bürgerjournalisten, die über Proteste während des G20-Gipfels in Hangzhou berichtet hatten; sie sitzen noch immer im Gefängnis. Mehrfach ist 64Tianwang zum Ziel von Hackerangriffen geworden.
„In 18 Jahren unserer Tätigkeit hat kein einziger Journalist von 64Tianwang ein von den Behörden vorbereitetes Geständnis unterzeichnet“, betont der Gründer der Webseite, Huang Qi. Ebenso hat sich bis heute keiner für die Propaganda der Kommunistischen Partei instrumentalisieren lassen, zu der etwa die Ausstrahlung erzwungener „Geständnisse“ von Regierungskritikern im staatlichen Fernsehen CCTV oder bei der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua gehört.

Bürgerjournalisten des Jahres: Lu Yuyu und Li Tingyu

Die chinesischen Bürgerjournalisten Lu Yuyu und Li Tingyu wurden nach ihrer Festnahme in der südwestchinesischen Provinz Yunnan am 15. Juni mehr als drei Wochen an unbekanntem Ort festgehalten, bevor sie Kontakt mit Anwälten aufnehmen konnten. Weil sie systematisch Streiks und Demonstrationen im ganzen Land dokumentiert haben, wird ihnen Störung der öffentlichen Ordnung vorgeworfen. Im Gefängnis wurden sie misshandelt; ihnen drohen lange Haftstrafen.
Seit 2012 durchsuchen sie täglich soziale Netzwerke auf entsprechende Informationen, sammeln und verifizieren Fotos und Berichte protestierender Arbeiter oder Bürger und veröffentlichen sie auf einer eigenen Webseite. Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaftler nutzen ihre Daten als Barometer für soziale Unruhen – ein Tabuthema für die Kommunistische Partei Chinas.
China ist abgesehen von der Türkei das Land mit den meisten inhaftierten Medienschaffenden weltweit: Derzeit sind dort rund 100 Journalisten und Bürgerjournalisten im Gefängnis. Das Propagandaministerium steuert die Berichterstattung mit täglichen Zensurdirektiven; auch das Internet wird umfassend zensiert. Unter Präsident Xi Jinping hat sich die Unterdrückung kritischer Stimmen noch einmal deutlich verschärft. Vor wichtigen politischen Ereignissen werden Blogger und Menschenrechtsaktivisten oft präventiv festgenommen, um kritische Berichte zu verhindern. Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht das Land auf Platz 176.

22 Nominierte, davon mehrere im Gefängnis

ROG verleiht den Preis „Journalist des Jahres“ seit 1992. Die Auszeichnung ist in jeder der drei Kategorien mit 2500 Euro dotiert. Viele der diesjährigen Nominierten kommen aus Ländern, in denen die Pressefreiheit massiv unterdrückt wird, und haben sich trotz Strafverfolgung, Drohungen oder Gewalt durch mutige, unabhängige Berichterstattung ausgezeichnet. Mehrere sitzen wegen ihrer Arbeit im Gefängnis.

In der Kategorie „Journalist des Jahres“ waren nominiert:

- Sejmur Chasi (Aserbaidschan)
- Edouard Perrin (Frankreich/Luxemburg)
- Ismail Alexandrani (Ägypten)
- Jineth Bedoya (Kolumbien)
- Alfred Taban (Südsudan)
- Zaheena Rasheed (Malediven)
- Hadi Abdullah (Syrien)
- Najiba Ayubi (Afghanistan)
- Mahfuz Anam (Bangladesch)

In der Kategorie „Medium des Jahres“ waren nominiert:

- Al-Saman (Oman)
- Ferghana (Zentralasien)
- Radio M (Algerien)
- Bawabat al-Wasat (Libyen)
- 64Tianwang (China)
- Agência Pública (Brasilien)
- Gazeta Wyborcza (Polen)

In der Kategorie „Bürgerjournalist des Jahres“ waren nominiert:

- Leonardo Sakamoto (Brasilien)
- Lu Yuyu und Li Tingyu (China)
- SOS Médias Burundi (Burundi)
- Ali al-Mearaj (Bahrain)
- Roya Saberi Negad Nobakht (Iran)
- Tania Quintero und Ivan García Quintero (Kuba)



Jump in Art - "Photography Talks. Ein Amerikaner in Berlin" mit Dr. Sebastian Neußer am Donnerstag, den 24.11.2016, 18-19:30 Uhr



 Jump in Art: Donnerstag, 24.11.2016 von 18.00 bis 19.30 Uhr
"Photography Talks. Ein Amerikaner in Berlin"



Der 1966 in New York geborene Jeff Cowen ist ein Weltbürger. Nach jahrelangen Aufenthalten in Amerika, Europa und Asien zog er 2007 nach Berlin, wo er seitdem lebt und arbeitet. In seiner Heimatstadt begann er zunächst mit dem philologisch-kulturhistorisch angelegte Studium der "Oriental and East Asian Studies", das er 1987 für ein Jahr in Japan fortsetzte. Parallel begann Jeff Cowen aber auch seine intensive Beschäftigung mit der Kunst der Fotografie, die er als Assistent namhafter New Yorker Fotografen wie Larry Clark und Raph Gibson perfektionieren konnte.
So wie seine Vorbilder, begann Jeff Cowen seine Laufbahn als "Street Photographer" in New York. Doch schon bald frustrierte ihn die Abhängigkeit von gegebenen Gegenständen und Situationen. Seiner eigenen Aussage nach, ging es ihm viel mehr darum, seine Arbeiten mehr aus sich selbst heraus zu schaffen. Bereits während seines Studiums in Japan machte sich Jeff Cowen mit den ästhetischen Vorstellungen der japanischen Kunstphilosophie vertraut, welche die "Ruhige Beachtung einfacher Dinge" (jap. "Wabi") und die "Schönheit, die durch die Patina der Zeit entsteht" (jap. "Sabi") befolgen.
"Mich interessiert die Idee dessen, was in Japan die schmerzliche Melancholie des Lebens ausmacht", sagt Jeff Cowen.
 
Porträt Jeff Cowen, (c) Andrej Glusgold; Jeff Cowen, "Yuki", 2005, Silbergelatineabzug,
Mischtechnik, 174x127 cm, (c) Jeff Cowen / Michael Werner Kunsthandel.
Die analogen Fotografien von Jeff Cowen sind Ausgangspunkt und Basis seines künstlerischen Prozesses. In seinen mystisch-mysteriösen Werken beabsichtigt er, die Grenzen des Mediums aus zeitgenössischer Perspektive auszuloten und zu erweitern. Er macht seine analogen Bilder zu einer Zeit, in der gerade die virtuelle Bildwelt die Erlebnisse des modernen Menschen dominiert. Das zumeist noch ungenutzte Potential der analogen Fotografie - nicht virtuell am Computer, sondern mit technischen Mitteln und Experimenten in der Dunkelkammer erzeugt - wird sichtbar. Unbelebten Objekten haucht Cowen eine Seele ein. Das Motiv verliert seine Abbildhaftigkeit und wird zu etwas Universellem mit eigenem Eigenleben.
Durch den Abend führen der Kölner Kunsthistoriker Dr. Sebastian Neußer, Mark Hesslinger M.A. und Suzana Leu M.A. Dazu gibt es wie immer kulinarische Überraschungen von Gourmet Wagner und Riesling vom Weingut Matthias Müller. Kosten inkl. Apéro und Stuzzichini: 15 €. 

Ludwig Museum
Danziger Freiheit 1 (am "Deutschen Eck")
D - 56068 Koblenz
Tel.: 0049 261 30 40 40
Fax: 0049 261 30 40 413
info@ludwigmuseum.org 
  
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Di-Sa 10.30 - 17.00, So 11.00 - 18.00 Uhr
Eintritt: Erw. 5 €, erm. 3,00 €, Kinder und Jugendliche frei.

VERANSTALTUNGSPROGRAMM:
http://www.ludwigmuseum.org/

Dienstag, 15. November 2016

Journalismus in der Ukraine: Pressegespräch am 22.11. in Berlin - Beobachter oder Kämpfer? Ukrainische Journalisten in Zeiten des Krieges


Reporter ohne Grenzen und die taz Panter Stiftung laden ein zum

PRESSEGESPRÄCH
am Dienstag, 22. November 2016
von 11 bis 12.30 Uhr
bei Reporter ohne Grenzen, Friedrichstraße 231, 10969 Berlin

Unter welchen Bedingungen arbeiten Journalisten heute in der Ukraine? Welche Art von Berichterstattung über den Krieg ist möglich, wo doch die meisten Journalisten aus dem Osten des Landes geflohen sind und diejenigen, die dennoch von dort berichten, bedroht werden? Wie lässt sich trotz Krieg und tiefer gesellschaftlicher Spaltung eine professionelle Berichterstattung aufrechterhalten? Kann der Kreislauf von Propaganda und Gegenpropaganda durchbrochen werden? Was brauchen die Menschen und die Journalisten in der Ukraine – und können wir aus dem Ausland helfen? Um diese Fragen geht es beim Pressegespräch über den Journalismus in der Ukraine zu Zeiten des Krieges mit:

Julia Boschko, TV-Journalistin aus Donezk/Kiew
Kyryl Savin, Ländermanager Ukraine der Deutsche Welle Akademie

Moderation: Ulrike Gruska, Pressereferentin bei Reporter ohne Grenzen

JULIA BOSCHKO hat bis 2014 für den ukrainischen Fernsehkanal TV 5 aus ihrer Heimatstadt Donezk berichtet. Nach der Besetzung des Donbass wurde sie wegen ihrer Berichte immer aggressiver bedroht und floh schließlich mit ihrer Tochter nach Kiew. Dort arbeitet sie weiter für TV 5 und berichtet vor allem über die Folgen des Krieges und die zahllosen Vertriebenen im eigenen Land. Zuvor hatte Boschko unter anderem über den Absturz eines Passagierflugzeugs im Osten der Ukraine 2006, ein Grubenunglück in Donezk 2008, den Bombenanschlag in Makiwka 2011 und das schwere Chemieunglück beim Konzern Stirol 2013 berichtet. Für ihre journalistische Arbeit erhielt sie zahlreiche Preise. Boschko ist noch bis Ende November Auszeit-Stipendiatin von Reporter ohne Grenzen und der taz Panter Stiftung.

KYRYL SAVIN ist seit Juni 2015 Ländermanager Ukraine der Deutsche Welle Akademie. Die DW Akademie unterstützt in der Ukraine den Umbau des Staatsfernsehens in einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, bietet Weiterbildungen für Journalisten in den Regionen an und trainiert Blogger und Bürgerjournalisten in mobilem Journalismus. Von 2007 bis Mai 2015 leitete Savin das Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in der Ukraine. Zuvor arbeitete er als politischer Referent für die Deutsche Botschaft in Kiew und beim dortigen Institut für Wirtschaftsforschung und Politikberatung. Savin hat in Kiew Internationale Wirtschaftsbeziehungen studiert und mit einer Fallstudie über Marketing Management deutscher Banken promoviert.

HINTERGRUND:
Im Oktober 2016 veröffentlichte Reporter ohne Grenzen den Media Ownership Monitor Ukraine (http://t1p.de/j1q3). Dreimonatige Recherchen vor Ort machten deutlich, wie stark die ukrainischen Medien an Korruption und mangelnder Transparenz ihrer Eigentumsverhältnisse kranken: Sie sind oft vor allem den Interessen ihrer Besitzer verpflichtet, und dienen eher dem Kampf um politischen und wirtschaftlichen Einfluss als der gesellschaftlichen Kontrolle der Mächtigen. In dem ausführlichen Länderbericht „Ernüchterung nach dem Euromaidan“ vom Juni 2016 beschreibt Reporter ohne Grenzen die schwierigen Arbeitsbedingungen für Journalisten in der Ukraine und die Folgen des Krieges auf die Medienpolitik der Regierung (http://t1p.de/6djd).

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Wir bitten um Anmeldung unter rog@reporter-ohne-grenzen.de.

(Diese Meldung auf der ROG-Webseite: http://t1p.de/zo0m)