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Donnerstag, 15. März 2018

Georgien feiert in Leipzig Auftakt zum Literaturprogramm 2018 - Ehrengast der Frankfurter Buchmesse stellt neue Bücher und Autorinnen und Autoren aus Georgien vor

 
 
„Georgia – Made by Characters“ lautet das Motto des diesjährigen Ehrengasts der Frankfurter Buchmesse (10.-14. Oktober 2018). In Leipzig feiert Georgien nun den Auftakt seines Literaturprogramms 2018 und stellt einige seiner Charaktere vor – mit 22 georgischen Autorinnen und Autoren und 22 neu übersetzten georgischen Büchern in deutscher Sprache sowie rund 40 Veranstaltungen auf dem Messegelände und in der Stadt Leipzig. Organisiert wird das Programm vom Georgian National Book Center (GNBC) mit Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Sport Georgiens, der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie deutschen und georgischen Verlagen. In den kommenden Monaten erwarten Literaturinteressierte rund 150 Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum – darunter Vorträge und Lesungen von Belletristik und Sachliteratur, Lyrik und Prosa, die einen Eindruck von den vielen Facetten der georgischen Literatur vermitteln. Auf einer Pressekonferenz präsentierten heute die Organisatoren die aktuellen Neuerscheinungen sowie das umfassende Frühjahrsprogramm in Städten wie Köln, Leipzig, Berlin, Frankfurt, Halle, Wien und Salzburg.

 Von links nach rechts: Elguja Khokrishvili, georgischer Botschafter in Deutschland, Mikheil Giorgadze, Minister für Kultur und Sport in Georgien, Leiter des Ehrengast-Projektes, Medea Metreveli, Direktorin National Book Center, Nino Haratischwili, Autorin und Dramatikerin und Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse.
Foto: © Georgia Made by Characters 

 „Wir freuen uns sehr, dass unser Ehrengast Georgien unter dem Motto ‚Georgia – Made by Characters‘ hier in Leipzig den Auftakt zu seinem Literatur- und Kulturjahr feiert. Georgien markiert eine Grenze zwischen Europa und Asien, es liegt auf den alten Handelswegen zwischen Nord und Süd und somit im Zentrum eines langen und kontinuierlichen Austauschs. Gleichzeitig hat sich hier eine reiche Sprache und einzigartige Kultur erhalten, die für Generationen von Autorinnen und Autoren identitätsstiftend und inspirierend sind. Die Ehrengastpräsentation Georgiens wird von einer Vielzahl von Neuerscheinungen begleitet und hier in Leipzig sind junge literarische Talente zu entdecken, die sich in einer großen Tradition sehen. Ich bin jetzt schon sehr gespannt, welche ‚Characters‘ unsere Besucherinnen und Besucher aus aller Welt begeistern werden“, sagte Juergen Boos, Geschäftsführer der Frankfurter Buchmesse.

„Durch die Literatur und die Begegnungen mit unseren Autorinnen und Autoren möchten wir den Menschen im deutschsprachigen Raum unser Land vorstellen, in dem seit Jahrhunderten zahlreiche Kulturen zusammenleben“, so Mikheil Giorgadze, Minister für Kultur und Sport in Georgien und Leiter des Ehrengast-Projekts. „Mit den georgischen ‚Characters‘ präsentieren wir nicht nur die Buchstaben unseres einzigartigen Alphabets, das zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe zählt und die Individualität und Identität unserer Nation symbolisiert, sondern auch die Autorinnen und Autoren, die ihre Geschichten in dieser Schrift festhalten und die die Vielfalt des Landes und seiner Literaturszene widerspiegeln. Wir freuen uns, dass im Frühling schon so viele interessante Persönlichkeiten als Botschafter der georgischen Kultur und Literatur nach Deutschland kommen“, so Giorgadze weiter.

Georgische Autorinnen und Autoren stellen sich vor

Mit der Leipziger Buchmesse starten georgische Autorinnen und Autoren ihre Tour durch den deutschsprachigen Raum, um ihre neuen Bücher vorzustellen, so auch Aka Morchiladze, einer der berühmtesten Autoren zeitgenössischer georgischer Literatur. Von dem in London lebenden Schriftsteller, der über 30 Werke veröffentlichte, erscheinen gleich zwei Bücher in deutscher Sprache: Santa Esperanza sowie Reise nach Karabach. Neben seinen Auftritten rund um die Leipziger Buchmesse liest er auch in Berlin, Halle und Frankfurt. Lasha Bugadze, der wegen seiner scharfen Satire zu sozial-politischen Themen stets im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses steht, stellt sein im vergangenen Herbst erschienenes Buch LUCRECIA515 nach Leipzig auch am 24. März in Köln vor. Mit Ekaterine Togonidze ist eine Schriftstellerin vor Ort, die seit über fünf Jahren Georgiens Literaturlandschaft prägt. In ihren Romanen beschäftigt sie sich mit körperlicher und geistiger Behinderung sowie mit der gesellschaftlichen Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen. Ihr aktuelles Buch Einsame Schwestern präsentiert sie nicht nur in Leipzig, sondern auch in Berlin, Wien und in Salzburg. Lewan Berdsenischwili, ehemaliger Direktor der Georgischen Nationalbibliothek und Dozent für antike Literatur an der Universität Tiflis, wird ebenfalls auf die Leipziger Buchmesse kommen. In seinem Buch Heiliges Dunkel – Die letzten Tage des Gulag erzählt er von seiner Zeit als politischer Häftling. Von 1984 bis 1987 war er wegen „antisowjetischer Agitation und Propaganda“ in einem Gefangenenlager inhaftiert. Dato Barbakadze stellt in Leipzig sein neues Buch Das Gebet vor. Daneben ist Nino Haratischwili, die in Deutschland lebende Autorin und Dramaturgin, als Botschafterin für die georgische Kultur vor Ort: „Georgische Autoren, Filmemacher, Musiker etc. haben es geschafft, Georgien zurück auf die europäische Kulturlandkarte zu rücken und auf sich aufmerksam zu machen“, erklärte sie. „Der Gastlandauftritt 2018 ist der größte Beweis hierfür. Umso wichtiger ist es, diese Chance richtig zu nutzen – sich offen und ehrlich zu zeigen, nichts zu kaschieren, im Gegenteil – all die ambivalenten, brüchigen Geschichten zu erzählen, die uns dem europäischen Publikum nahe bringen. Denn die Verbindungen sind selten in der Gradlinigkeit und Perfektion zu suchen, sondern in der menschlichen Ambivalenz, die jedes politische, soziale, geschichtliche Narrativ aufweist.“

Darüber hinaus werden folgende Autorinnen und Autoren in Leipzig anwesend sein: Rati Amaglobeli, Diana Anphimiadi, Luka Bakanidze, Zaza Burchuladze, Kote Dschandieri, Rewas Gatschetschiladse, Nato Ingorokva, Nika Jorjaneli, Zurab Karumidze, Besik Kharanauli, Bondo Matsaberidze, Zurab Rtveliaschwili, Nino Sadghobelaschwili sowie Irma Schiolaschwili. Als Kooperation zweier Ehrengastländer der Frankfurter Buchmesse werden Aleko Shugladze und Beso Khvedelidze ihre Bücher zusammen mit zwei norwegischen Autoren vor deutschen Verlegern vorstellen.

Neben der Leipziger Buchmesse sind georgische Schriftsteller bis zum Herbst auf zahlreichen Lesefesten und Literaturfestivals präsent, darunter die lit.COLOGNE, das internationale literaturfestival berlin, Poetry on the Road in Bremen, das Harbour Front Literaturfestival in Hamburg, das Bad Berleburger Literaturpflaster, die lit.RUHR, das Literaturfest München sowie die Literaturtage Zofingen.

Neue Bücher – so vielfältig wie das Land

In den Neuerscheinungen spiegelt sich die ganze Vielfalt des Landes zwischen der traditionsreichen Kulturnation, der sowjetischen Besatzung und der Unabhängigkeit wider. Die Palette reicht von der großen Liebesgeschichte (Zurab Karumidze – Dagny oder Ein Fest der Liebe) bis zu der übermütigen Karikatur auf das sowjetische System in seiner Endphase (Reso Tscheischwili – Die Himmelblauen Berge), vom Märchensammelband (Der König, der nicht lachen konnte) über die Lyrikanthologie (Kartoffelernte) bis zur historischen Enzyklopädie (Rewas Gatschetschiladse – Georgien im weltpolitischen Kontext). Mit Avelum und Der Korb von Otar Tschiladse wird ein georgischer Klassiker übersetzt. Schließlich wird mit der neuen Prosaversion von Shota Rustawelis Der Recke im Tigerfell eines der wichtigsten literarischen Monumente des 12. Jahrhunderts nacherzählt.

„Was ist georgische Literatur? Die Literatur eines kleinen Volkes, das der Welt so viel zu erzählen hat“, erklärt Medea Metreveli, Direktorin des Georgian National Book Center (GNBC). „Eine Literatur mit einer langen Tradition, einer großen Vielfalt, offen für Innovationen und zugleich autark. Eine Literatur, die auf den Erfahrungen vieler Jahrhunderte basiert und sich Schritt für Schritt neben der modernen Weltliteratur entwickelt hat. Mit anderen Worten, diese Literatur gibt uns ein klares Bild vom Charakter der Nation, die sie produziert. Wir freuen uns, mit 60 deutschsprachigen Verlegern zusammenarbeiten zu können, um Interesse an der georgischen Literatur, unseren Geschichten und natürlich an unseren Autorinnen und Autoren zu wecken. Zwischen 2011 und 2017 sind bereits 65 Bücher in deutscher Sprache erschienen – 2018 kommen noch einmal rund 60 neue deutsche Übersetzungen dazu – eine wunderbare Möglichkeit, unser literarisches Erbe im deutschsprachigen Raum zu präsentieren.“

Kunst und Kultur – Made by Characters

Dank des umfangreichen Rahmenprogramms mit Ausstellungen, Musik-, Theater- oder Filmvorführungen wird die ganze Bandbreite des Kulturlandes Georgien in diesem Jahr in Deutschland erlebbar: Das Programm vereinigt das Beste aus Urgeschichte, antiker und zeitgenössischer Kunst, Fotografie, Architektur, Design, Typografie und Illustration – etwa eine Ausstellung zu den Überresten der 1,8 Millionen Jahre alten Dmanisi-Menschen sowie eine Schau mit archäologischen Funden und antiken Kunstwerken rund um den Mythos der Argonauten.

Den Stand des Georgian National Book Center auf der Leipziger Buchmesse finden Sie in Halle 4 Stand D309.

Hinweis an die Redaktionen
Über eine Veröffentlichung der Meldung in Ihrem Medium freuen wir uns. Diese Pressemitteilung sowie die vollständige Pressemappe mit zahlreichen weiteren Informationen etwa über die georgische Literatur, Autoren, Buchmarkt und Programm finden Sie im Pressebereich unter: www.georgia-characters.com   


Über die Frankfurter Buchmesse
 
Die Frankfurter Buchmesse ist mit über 7.300 Ausstellern aus 102 Ländern, rund 286.000 Besuchern, über 4.000 Veranstaltungen und rund 10.000 akkreditierten Journalisten und Bloggern die größte Fachmesse für das internationale Publishing. Darüber hinaus ist sie ein branchenübergreifender Treffpunkt für Player aus der Filmwirtschaft und der Gamesbranche. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildet seit 1976 der jährlich wechselnde Ehrengast, der dem Messepublikum auf vielfältige Weise seinen Buchmarkt, seine Literatur und Kultur präsentiert. Die Frankfurter Buchmesse organisiert die Beteiligung deutscher Verlage an rund 20 internationalen Buchmessen und veranstaltet ganzjährig Fachveranstaltungen in den wichtigen internationalen Märkten. Mit der Gründung des Frankfurter Buchmesse Business Clubs bietet die Frankfurter Buchmesse Unternehmern, Verlegern, Gründern, Vordenkern, Experten und Visionären ideale Voraussetzungen für ihr Geschäft. Das 2016 entwickelte Format THE ARTS+ ist Messe, Business Festival und ein internationaler Treffpunkt der Kultur- und Kreativindustrie. Ziel ist es, die Potentiale der Digitalisierung für kreative Inhalte zu nutzen und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Die Frankfurter Buchmesse ist ein Tochterunternehmen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. www.buchmesse.de
 
 
 

Mittwoch, 28. Februar 2018

Deniz Yücel ist frei – und jetzt? Zur aktuellen Lage der Journalisten in der Türkei

Reporter ohne Grenzen (ROG) und die taz Panter Stiftung laden ein zu einem Abend mit Berichten und Gesprächen über die aktuelle Lage der Journalisten in der Türkei:

am Montag, 5. März 2018 um 19:00 Uhr
im taz-café,
Rudi-Dutschke-Straße 23, 10969 Berlin.

Knapp über ein Jahr nach seiner Festnahme in der Türkei ist Deniz Yücel am 16. Februar endlich freigekommen. Doch insgesamt hat sich die Lage der Pressefreiheit in der Türkei keineswegs verbessert. Am Tag von Deniz Yücels Freilassung verurteilte ein türkisches Gericht drei renommierte Journalisten wegen angeblicher Beteiligung am Putschversuch im Juli 2016 zu lebenslanger Haft. Kommende Woche geht der Prozess gegen 18 Mitarbeiter der regierungskritischen Zeitung Cumhuriyet weiter. Ihnen werden vermeintliche Verbindungen zu verschiedenen „terroristischen“ Organisationen vorgeworfen. In einem weiteren Prozess gegen 26 Journalisten werden ebenfalls kommende Woche die Urteile erwartet; die Anklage fordert teils langjährige Haftstrafen.

Im Rahmen der Veranstaltung wird die taz Panter Stiftung einen Scheck mit Einnahmen aus dem Verkauf von #FreeDeniz-T-Shirts zugunsten der Arbeit von Reporter ohne Grenzen überreichen.

Unter welchen Bedingungen arbeiten Medienschaffende in der Türkei derzeit? Was können wir von Deutschland aus tun, um sie zu unterstützen? Wie sollte sich die Bundesregierung angesichts der Repression in der Türkei verhalten? Welche Rolle spielt der Europäische Menschenrechtsgerichtshof?

Darüber diskutieren:

EROL ÖNDEROGLU, Türkei-Korrespondent von Reporter ohne Grenzen;
DORIS AKRAP, taz-Journalistin, Freundeskreis #FreeDeniz;
ALI CELIKKAN, Redakteur taz.gazete;
Moderation: CHRISTOPH DREYER, Reporter ohne Grenzen

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

Wir bitten um Anmeldung unter rog@reporter-ohne-grenzen.de.


(Diese Einladung auf der ROG-Webseite: http://t1p.de/dlol)

Dienstag, 20. Februar 2018

Slowenien wird Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2022

Das zukünftige Gastland beleuchtet die identitätsstiftende Rolle der Literatur für Politik und Gesellschaft 

 Das Gastland der Frankfurter Buchmesse 2022 steht fest: Heute haben die Direktorin der Slowenischen Buchagentur, Renata Zamida, und Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, in Anwesenheit des slowenischen Kulturministers Anton Peršak und im Beisein zahlreicher Autorinnen und Verleger den Auftritt Sloweniens als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse (19.-23. Oktober 2022) vertraglich besiegelt. 

Von links nach rechts: Juergen Boos (Direktor der Frankfurter Buchmesse),
Renata Zamida (Slowenische Buchagentur) und der
slowenische Kulturminister Anton Peršak.

„Literatur spielt in der slowenischen Gesellschaft eine außergewöhnliche Rolle. 30 Jahre nachdem slowenische Intellektuelle und Autoren mit der ‚Verfassung der Schriftsteller‘ die Grundlage für die Konstitution nach der Unabhängigkeitserklärung von Jugoslawien 1991 gebildet haben, bereitet Slowenien seiner Literatur und Kultur ein großes Fest in Frankfurt“, sagte Juergen Boos bei der Vertragsunterzeichnung. „Die hiesige Literaturszene ist sehr lebendig und strahlt weit über die Landesgrenzen hinaus. Es begeistert mich zu sehen, welchen hohen Stellenwert die Lyrik in Slowenien genießt. Wir freuen uns sehr auf den Auftritt der slowenischen Autoren, Künstler und Verleger in Frankfurt und werden gemeinsam mit ihnen die Geschichten des Landes entdecken.“

Renata Zamida, Direktorin der Slowenischen Buchagentur, sagte: „Unser 1991 gegründeter Staat Slowenien wird einer der ‚jüngsten‘ Ehrengäste in der Geschichte der Frankfurter Buchmesse sein. Die slowenische Literatur als solche existiert jedoch schon weitaus länger als der souveräne Staat Slowenien – und ihr Einfluss reicht auch weit über dessen Grenzen hinaus. Man denke an die viel beachteten literarischen Werke slowenischer Autoren in den Nachbarländern, wie z.B. an Maja Haderlap in Kärnten oder an den in Triest lebenden Boris Pahor, der in Italien, Frankreich und Deutschland bereits als slowenischer Klassiker der Gegenwartsliteratur gilt. Die weltweit wichtigste Buchmesse bietet eine einmalige Gelegenheit, das Spektrum slowenischer Literatur und Kultur einem internationalen Publikum zu präsentieren. Der slowenische Auftritt 2022 in Frankfurt weckt positive Erwartungen in der gesamten slowenischen Kultursphäre, besonders natürlich in der Buchbranche. Wir merken, dass schon der Auftakt grenzüberschreitend wirkt und die Aufmerksamkeit der internationalen Verlagswelt auf sich zieht.“

Kulturminister Anton Peršak sagte zur Vertragsunterzeichnung: „Die slowenische Regierung und die kulturinteressierte und kulturschaffende slowenische Öffentlichkeit sehen in der Einladung, die slowenische Literatur und Slowenien als Land mit einer reichen Kultur auf der Frankfurter Buchmesse zu präsentieren, eine außerordentliche Gelegenheit. Wir wollen insbesondere der deutschsprachigen und auch breiteren kulturinteressierten Öffentlichkeit die Leistungen und das Potential der slowenischen Literatur präsentieren. Diese hat seit ihren Anfängen im Mittelalter und ihrer Entfaltung Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine konstitutive Rolle in der Entwicklung und dem Bestehen der Nation, der Sprache und nicht zuletzt der Gründung eines souveränen Staates inne. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts erfährt sie in allen Gattungen und Genres sowohl quantitativ als auch qualitativ eine außerordentliche Blütezeit.“

Hintergrundinformationen zum slowenischen Buchmarkt erhalten Sie hier

Über die Frankfurter Buchmesse
 
Die Frankfurter Buchmesse ist mit über 7.300 Ausstellern aus 102 Ländern, rund 286.000 Besuchern, über 4.000 Veranstaltungen und rund 10.000 akkreditierten Journalisten und Bloggern die größte Fachmesse für das internationale Publishing. Darüber hinaus ist sie ein branchenübergreifender Treffpunkt für Player aus der Filmwirtschaft und der Gamesbranche. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildet seit 1976 der jährlich wechselnde Ehrengast, der dem Messepublikum auf vielfältige Weise seinen Buchmarkt, seine Literatur und Kultur präsentiert. Die Frankfurter Buchmesse organisiert die Beteiligung deutscher Verlage an rund 20 internationalen Buchmessen und veranstaltet ganzjährig Fachveranstaltungen in den wichtigen internationalen Märkten. Mit der Gründung des Frankfurter Buchmesse Business Clubs bietet die Frankfurter Buchmesse Unternehmern, Verlegern, Gründern, Vordenkern, Experten und Visionären ideale Voraussetzungen für ihr Geschäft. Das 2016 entwickelte Format THE ARTS+ ist Messe, Business Festival und ein internationaler Treffpunkt der Kultur- und Kreativindustrie. Ziel ist es, die Potentiale der Digitalisierung für kreative Inhalte zu nutzen und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Die Frankfurter Buchmesse ist ein Tochterunternehmen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. www.buchmesse.de

Freitag, 16. Februar 2018

Georgia – Made by Characters, Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2018 Einladung zum Pressegespräch auf der Leipziger Buchmesse

Einladung zum Pressegespräch auf der Leipziger Buchmesse
15. März 2018, 12 Uhr, Pressekonferenzraum

© Leipziger Messe/Brzoska 

Sehr geehrte Damen und Herren,
  
zahlreiche Neuerscheinungen georgischer Bücher in deutscher Sprache sowie ein umfangreiches literarisches Programm stimmen die deutschsprachigen Leser in den kommenden Wochen und Monaten auf Georgien, den Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2018 (10.-14. Oktober), ein. Unter dem Motto „Georgia – Made by Characters“ präsentiert Georgien sein einzigartiges Alphabet. Zugleich geben die teilnehmenden Sprecher spannende Einblicke in die Literatur und Kulturtradition, in die bewegte Geschichte sowie in das Georgien von heute und seine besondere Identität.

Wir möchten Ihnen die wichtigsten Neuerscheinungen vorstellen und einen Ausblick auf das literarische Programm der nächsten Monate geben und laden Sie ein zu einem Pressegespräch
am Donnerstag, 15. März 2018
um 12 Uhr

im Pressekonferenzraum des Pressezentrums der Leipziger Buchmesse, Neues Messegelände, Messehaus/Erdgeschoss.

Als Gesprächspartner stehen Ihnen zur Verfügung:
Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse
Mikheil Giorgadze, Minister für Kultur und Sport, Georgien
Medea Metreveli, Direktorin des Georgian National Book Center
Nino Haratischwili, Autorin, Dramaturgin 

Hier finden Sie eine Übersicht der georgischen Autorinnen und Autoren auf der Leipziger Buchmesse bzw. im deutschsprachigen Raum im März 2018.  
http://pr.book-fair.com/i/M_Sx03qE6UiKUFj9JjHjNkQ4I6K7-gKT

Bitte teilen Sie der betreuenden Presseagentur projekt2508 (Mirjam Flender, Kirsten Lehnert) unter press@georgia-characters.com mit, ob Sie an dem Termin teilnehmen. Diese vermitteln Ihnen auch gerne Interviews, Kontakte und weitere Informationen. 


Über die Frankfurter Buchmesse
 
Die Frankfurter Buchmesse ist mit über 7.300 Ausstellern aus 102 Ländern, rund 286.000 Besuchern, über 4.000 Veranstaltungen und rund 10.000 akkreditierten Journalisten und Bloggern die größte Fachmesse für das internationale Publishing. Darüber hinaus ist sie ein branchenübergreifender Treffpunkt für Player aus der Filmwirtschaft und der Gamesbranche. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildet seit 1976 der jährlich wechselnde Ehrengast, der dem Messepublikum auf vielfältige Weise seinen Buchmarkt, seine Literatur und Kultur präsentiert. Die Frankfurter Buchmesse organisiert die Beteiligung deutscher Verlage an rund 20 internationalen Buchmessen und veranstaltet ganzjährig Fachveranstaltungen in den wichtigen internationalen Märkten. Mit der Gründung des Frankfurter Buchmesse Business Clubs bietet die Frankfurter Buchmesse Unternehmern, Verlegern, Gründern, Vordenkern, Experten und Visionären ideale Voraussetzungen für ihr Geschäft. Das 2016 entwickelte Format THE ARTS+ ist Messe, Business Festival und ein internationaler Treffpunkt der Kultur- und Kreativindustrie. Ziel ist es, die Potentiale der Digitalisierung für kreative Inhalte zu nutzen und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Die Frankfurter Buchmesse ist ein Tochterunternehmen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. www.buchmesse.de
 
 

Dienstag, 13. Februar 2018

Internetzensur in Russland: Der Spielraum für Blogger und Journalisten wird enger

Reporter ohne Grenzen lädt ein zur Podiumsdiskussion
am Montag, den 26. Februar
von 19 bis 20:30 Uhr
bei wikimedia, Tempelhofer Ufer 23/24, 10963 Berlin

In den Anfängen der Ära Putin war das Internet in Russland noch relativ frei, heute jedoch ist die Meinungsfreiheit online enorm eingeschränkt. Dutzende Blogger und Nutzer sozialer Netzwerke werden jedes Jahr zu Gefängnisstrafen verurteilt – manche bloß, weil sie einen kritischen Kommentar geteilt haben. Die Behörden sperren etliche Internetseiten ohne Gerichtsbeschluss und haben die Vorratsdatenspeicherung enorm verschärft. Anonym zu kommunizieren, ist fast unmöglich. Mit dem Überwachungssystem SORM kann der Geheimdienst massenhaft Telefon- und Internetdaten abfangen. Messengerdienste, die Verschlüsselung anbieten, stehen unter Druck.

Welche Folgen hat das für die Pressefreiheit in Russland? Was bedeutet es für ganz normale Internetnutzer? Beeinflusst es die Situation vor Putins erwarteter Wiederwahl als Präsident am 18. März? Gibt es Lücken im System und wenn ja, wie können Journalisten und Menschenrechtler diese nutzen?

Darüber diskutieren zum Start der Russland-Kampagne von Reporter ohne Grenzen 2018:

Irina Borogan, Investigativjournalistin und Geheimdienstexpertin
Artem Kosljuk, Vorsitzender der NGO Roskomsvoboda
Roman A. Sacharow, Journalist und Vertreter der Stiftung zum Schutz von Glasnost

Moderation: Ulrike Gruska, Reporter ohne Grenzen

IRINA BOROGAN ist Expertin für Geheimdienste und Überwachung und eine der bekanntesten Investigativ-Journalistinnen Russlands. Zusammen mit Andrej Soldatow gründete sie im Jahr 2000 die unabhängige Nachrichtenseite Agentura.Ru, die sich auf das Thema Überwachung konzentriert. Für diverse Medien berichtete Borogan u.a. über die Geiselnahmen im Moskauer Musicaltheater Nord-Ost und in Beslan, über den Krieg im Libanon und die Spannungen in der Westbank. Sie schreibt regelmäßig für den Guardian, die Moscow Times, Foreign Policy und Foreign Affairs. Zusammen mit Soldatow veröffentlichte sie mehrere Bücher, zuletzt 2015 „The Red Web: The Struggle Between Russia's Digital Dictators and the New Online Revolutionaries“.

ARTEM KOSLJUK ist Leiter und Mitbegründer der Nichtregierungsorganisation Roskomsvoboda, die seit 2012 gegen Internetzensur kämpft. Die Organisation unterstützt Menschen, deren Inhalte online blockiert wurden, und sammelt Informationen über gesperrte Webseiten. 2017 hat sie eine Kampagne für den Erhalt des Messengerdienstes Telegram in Russland gestartet. Kosljuk ist Mitglied der Piratenpartei Russlands, Vorstandsmitglied der „Vereinigung der Internetnutzer“ und Mitgründer des „Zentrums für Digitale Rechte“. Er beschäftigt sich vor allem mit staatlicher Regulierung und dem Schutz von Bürgerrechten im Internet.

ROMAN A. SACHAROW ist Journalist aus St. Petersburg und für die Stiftung zum Schutz von Glasnost aktiv. 2015 gewann er einen viel beachteten Prozess gegen den Russischen Staat vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Er hatte gegen die anlasslose Massenüberwachung mithilfe des staatlichen Systems SORM geklagt, das sein Recht auf Privatsphäre verletze. Während des Prozesses durchsuchten russische Sicherheitskräfte mehrmals unangekündigt Sacharows Wohnung, zweimal wurde er festgenommen. Der Journalist lebt inzwischen im Exil und arbeitet von dort weiter als Chefredakteur des Nachrichtenportals www.legalpress.ru.

Die Veranstaltung findet auf Russisch und Deutsch statt und wird simultan gedolmetscht. Nach der Diskussion besteht die Möglichkeit zu Gesprächen mit den Teilnehmern in informellem Rahmen.

Da die Anzahl der Plätze begrenzt ist, melden Sie sich bitte unter rog@reporter-ohne-grenzen.de an.

Für Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an presse@reporter-ohne-grenzen.de.

(Diese Einladung auf der ROG-Webseite: http://t1p.de/3qh8)

Donnerstag, 8. Februar 2018

Programm RAY 2018 Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain – EXTREME, 8. Februar 2018



EXTREME
RAY 2018 Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain


Das Bildliche bestimmt unseren Alltag und unsere Wirklichkeit. Mit dem Thema EXTREME werden die RAY Fotografieprojekte Frankfurt/RheinMain 2018 diese Bildmächtigkeit anhand einer Vielfalt internationaler künstlerischer Strategien in den Mittelpunkt ihrer dritten Ausgabe stellen. Seit Jahrzehnten findet sich in den Institutionen und Sammlungen in Frankfurt und der Region Rhein-Main eine bemerkenswerte Dichte und Kompetenz im Bereich der Fotografie. Nach den ersten beiden erfolgreichen Ausgaben RAY 2012 und RAY 2015 wird diese außerordentliche Qualität und Vielfalt erneut in einer einzigartigen Konstellation präsentiert: Über 40 Künstlerinnen und Künstler, 15 Partnerinstitutionen, 10 Ausstellungsorte und 6 Städte im Rhein-Main-Gebiet schließen sich zusammen und machen diesen Fokus international sichtbar. Mit Ausstellungen, zahlreichen Events und erstmals mit einem viertägigen Festival zum Triennale-Thema EXTREME bietet RAY zwischen dem 24. Mai und 9. September 2018 eine facettenreiche Auseinandersetzung mit der Fotografie.




Geografische und kulturelle Grenzen verschwimmen im Zuge der fortschreitenden technischen Möglichkeiten und suggerieren ein neues weltweites Miteinander: Wir konsumieren die gleichen Produkte, wir nutzen die gleichen Kommunikationskanäle und verwenden die gleiche Bildsprache in den sozialen Medien. Doch gleichzeitig verhärten sich die weltanschaulichen Positionen. Dichotomien wie Nord/Süd, lokal/global, wahr/falsch potenzieren sich, und aus Gegenüberstellungen werden Extreme. Unsere Welt polarisiert sich zwischen postfaktischer Informationspolitik und dem aufklärerischen Impetus von Wikileaks, zwischen einem differenziert kritischen Diskurs und Populismus, Liberalisierung und Konservatismus, Handwerk und Technisierung, Religion und Säkularismus.

In inhaltlich miteinander korrespondierenden Ausstellungen reflektieren die ausgewählten Künstlerinnen und Künstler mit ihrer fotografischen Praxis diese auseinanderklaffenden Gegensätze, gesellschaftliche Transformationen, Identitätskonzepte und ästhetische Tendenzen im 21. Jahrhundert. Der Reiz des Extremen ist seit jeher untrennbar mit der Fotografie verwoben. Was das Extreme heute besonders erfolgreich macht, ist das Übermaß und die grenzenlose Verfügbarkeit digital zirkulierender Informationen und Bilder, die nach einer Ökonomie der Aufmerksamkeit verlangen. Je außergewöhnlicher, unangepasster, randständiger das Motiv, desto größer die Beachtung, welche die Bilder erfahren. Das Extreme weckt die Begehrlichkeit, es festzuhalten und für die Nachwelt sichtbar zu machen. Die dabei entstehenden Bilder sind ebenso Beweismaterial wie fotografischer Ausdruck einer Faszination für das Außergewöhnliche. Der Punkt, an dem die Norm aufhört und die Abweichung beginnt, ist jedoch einem steten Wandel unterworfen. So blickt RAY 2018 auf Formen des Extremen jenseits des Spektakels. Der Verweis auf das Extreme einer künstlerischen Position erschließt sich zum Teil erst in der Verbindung mit einer anderen, die in ihrer gegenläufigen Thematik, Bildsprache oder auch künstlerischen Strategie einen Antipol bildet. Der Begriff des Extremen steht im Kontext der Zeit und im Dialog mit dem Anderen.

Das inhaltliche Konzept von RAY 2018 EXTREME wurde gemeinsam von folgenden Kuratorinnen und Kuratoren entwickelt: Anne-Marie Beckmann (Deutsche Börse Photography Foundation), Peter Gorschlüter (MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main), Alexandra Lechner (Darmstädter Tage der Fotografie), Celina Lunsford (Fotografie Forum Frankfurt) und Matthias Wagner K (Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main). Dieses Team hat fünf Ausstellungen erarbeitet, in denen die ausgewählten künstlerischen Positionen unterschiedliche Aspekte des Extremen beleuchten.

Die Ausstellung EXTREME. SELF, präsentiert von den Darmstädter Tagen der Fotografie in Kooperation mit dem Kunstforum der TU Darmstadt, zeigt die drei Künstlerinnen Aneta Grzeszykowska, Laís Pontes und Isabelle Wenzel, die sich ebenso persönlichen wie ideenreichen Aspekten der Wahrnehmung des Selbst widmen und sich jenseits des Selfie-Wahns bewegen.

 Die Deutsche Börse Photography Foundation zeigt mit der Ausstellung EXTREME. TERRITORIES in The Cube (Eschborn) Landschaften, die sich durch politische und wirtschaftliche Entwicklungen in zum Teil dystopische Orte verwandelt haben. Präsentiert werden Arbeiten von Christoph Bangert, Anne Heinlein und Göran Gnaudschun, Sze Tsung Nicolás Leong, Gregor Sailer und Guy Tillim.

Das Fotografie Forum Frankfurt widmet sich dem ökologischen Wandel: In der Ausstellung EXTREME. ENVIRONMENTS illustrieren Mathieu Asselin, Krista Caballero und Frank Ekeberg, Lois Hechenblaikner, Paula Luttringer, Pradip Malde, Gideon Mendel und Ami Vitale die Auswirkungen des Menschen auf die Umwelt in verschiedenen Teilen der Welt.

Mit Werken von Cao Fei, Richard Mosse und Paulo Nazareth nimmt die Ausstellung EXTREME. NOMADS im MMK 1 des MMK Museum für Moderne Kunst zeitgenössische Formen nomadischer Existenz in den Blick und setzt sich mit der Entgrenzung von Politik, Ökonomie, Gesellschaft und Kultur im digitalen Zeitalter auseinander.

Im Museum Angewandte Kunst werden mit EXTREME. BODIES Darstellungen von Körper und Identität beleuchtet. Die Künstlerinnen und Künstler, u. a. Antoine d’Agata, Arno Rafael Minkkinen, Boris Mikhailov und Carolin Saage, beschäftigen sich mit Gender, Drogenexzessen, randständigen Lebensweisen, Armut, Über-Präsenz sowie dem Verschwinden des eigenen Körpers.

Dienstag, 6. Februar 2018

Italien wird Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2023 - Vertragsunterzeichnung in Rom

 
 
Italien wird Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2023 (18.-22. Oktober). Der Ehrengastvertrag wurde heute Vormittag von Dario Franceschini, dem italienischen Kulturminister, und Juergen Boos, dem Direktor der Frankfurter Buchmesse, im Beisein des Präsidenten des italienischen Verlegerverbandes Ricardo Franco Levi unterschrieben.

Juergen Boos sagte anlässlich des Treffens: „In der Kulturszene Italiens ist derzeit eine Aufbruchsstimmung zu beobachten: Nachdem der italienische Buchmarkt in den letzten Jahren eine Phase dynamischer Umbrüche und einschneidender Veränderungen erlebt hat – dazu gehören Verlagskonsolidierungen ebenso wie neue Buchhandelskonzepte und eine neue Buchmesse in Mailand – ist die positive Energie überall zu spüren. Auf der Frankfurter Buchmesse konnte man diese Dynamik sehr gut ablesen – die italienische Präsentation überzeugte mit einem Ausstellerkonzept, das Tradition, kulturelles Erbe und Zukunftsfähigkeit in den Vordergrund rückte. Wir freuen uns sehr, dass wir diese Entwicklung in den nächsten fünf Jahren begleiten werden und sind überzeugt davon, dass sie auf der Buchmesse 2023 in einer außergewöhnlichen Präsentation gipfeln wird.“

“Der Ehrengastauftritt Italiens auf der Frankfurter Buchmesse 2023 hat eine starke symbolische Bedeutung”, sagte Kulturminister Dario Franceschini. „Er bestätigt das weltweite Ansehen unserer Kreativwirtschaft und zeigt ihre Vitalität, kulturelle Kraft und wirtschaftliche Bedeutung. Dank dieser Vereinbarung bekommt das nationale Verlagswesen eine großartige Gelegenheit, die, da bin ich mir sicher, auf das Vollste ausgeschöpft werden wird.“

“Wir sind sehr stolz auf die wichtige Rolle, die italienischen Verlagen auf der internationalen Bühne der Frankfurter Buchmesse 2023 zugewiesen wurde“, kommentierte der Präsident des italienischen Verlegerverbandes (AIE), Ricardo Franco Levi, die offizielle Bekanntmachung, dass Italien 2023 Ehrengast der Frankfurter Buchmesse sein wird. „Dieser Anlass bietet Italien die Gelegenheit, sich ein ganzes Jahr lang als wichtiger Akteur in der deutschen Kulturszene zu präsentieren, sein internationales Ansehen zu beweisen und damit Publizieren als die führende Kulturwirtschaft unseres Landes zu bestätigen“, erklärte Präsident Levi. „Es freut uns, dass wir eine kleine, aber nicht unbedeutende Rolle bei dieser Wahl gespielt haben. Bereits jetzt, ab dem Jahr 2018, dem Europäischen Jahr des Kulturerbes, können wir das Beste aus dem Erbe herausholen, das mit dem Verlegen von Büchern verbunden ist“, fügte der Präsident hinzu. „Wir werden uns im vollsten Umfang auf unsere Teilnahme an der Buchmesse 2023 vorbereiten.“

Freitag, 2. Februar 2018

Schule trotz Krieg: Bildung kann nicht warten | UNICEF-Report 2018 „Die Chance auf Bildung“

Wegen der wachsenden Zahl von langanhaltenden sowie neuen humanitären Krisen haben Millionen von Mädchen und Jungen keine Chance auf Bildung: Allein in 24 Konfliktländern gehen derzeit laut UNICEF rund 27 Millionen Kinder zwischen sechs und 14 Jahren nicht zur Schule.

Das gefährdet nicht nur die Zukunft der betroffenen Kinder in Ländern wie Syrien, Jemen oder Südsudan, sondern auch die Aussichten auf Rückkehr zu einer friedlichen Entwicklung in ihrer Heimat. UNICEF forderte heute bei der Veröffentlichung des „UNICEF Report 2018 – Die Chance auf Bildung“ in Berlin, Lernangebote als Teil der lebenswichtigen Grundversorgung in humanitären Krisen besser und konstanter zu finanzieren.

„Neben Armut und Unterentwicklung sind Krieg und Gewalt heute die größten Feinde der Bildung“, sagte UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender. „Gerade in Krisenländern müssen Schulen und psychosoziale Hilfsangebote die Widerstandskraft der Kinder stärken.“

„Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung“, ergänzte Dr. Jürgen Heraeus, Vorsitzender von UNICEF Deutschland. „Kein Land der Welt kann es sich leisten, dass ein großer Teil der jungen Menschen von Bildung und damit von Chancen und Verdienstmöglichkeiten ausgeschlossen bleibt.“

Schule ist in Krisensituation mehr als ein Ort zum Lernen: Unterricht gibt Mädchen und Jungen durch einen geregelten Alltag auch Halt und Sicherheit. Durch psychosoziale Betreuung werden Kinder dabei unterstützt, schlimme Erlebnisse zu verarbeiten. Schule ist darüber hinaus der beste Schutz für Kinder vor Frühehen, Ausbeutung oder Rekrutierung. Bis heute sind Bildungsprogramme im Rahmen der humanitären Hilfe jedoch stark unterfinanziert. Durchschnittlich betragen die weltweiten Ausgaben für Bildung nur 3,6 Prozent der Gesamtausgaben für humanitäre Hilfe.
UNICEF plant, 2018 rund ein Viertel seines weltweiten Nothilfe-Budgets für Bildungsprogramme in Krisenländern auszugeben und damit fast neun Millionen Kindern zum Beispiel im Jemen, in Syrien, der Demokratischen Republik Kongo oder im Südsudan Lernchancen zu ermöglichen.

Bildungskrise in Konfliktländern

Gefährliche Schulwege, Flucht und Vertreibung, fehlende Lehrer oder wirtschaftliche Not infolge von Konflikten führen dazu, dass Kinder nicht lernen können. Für Mädchen in Konfliktregionen ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie nicht zur Schule gehen, 2,5 Mal so groß wie für Jungen. Aber Schulen werden weltweit auch immer häufiger zur direkten Zielscheibe der Gewalt:
  • In der Kasai Region der Demokratischen Republik Kongo wurden 2017 400 Schulen angegriffen.
  • Mindestens 1.600 Schulen im Jemen sind ganz oder teilweise zerstört.
  • Im Nordosten von Nigeria sind durch die Gewalt der Terrormiliz Boko Haram 1.400 Schulen zerstört. Seit 2009 wurden rund 2.300 Lehrer getötet und 19.000 weitere vertrieben.
  • In fast 300 Fällen wurden Schulen im Südsudan angegriffen oder für militärische Zwecke missbraucht. Zwei Millionen Kinder gehen dort nicht zur Schule.
  • Rund jede dritte Schule in Syrien ist außer Betrieb, weil sie zerstört, stark beschädigt oder zweckentfremdet wurde. 1,7 Millionen Kinder in Syrien gehen nicht zur Schule.
  • Jede fünfte Schule im Osten der Ukraine ist nach über drei Jahren Konflikt zerstört oder beschädigt.
Angriffe auf Schulen und andere Bildungseinrichtungen sind eine schwere Menschenrechtsverletzung gegen Kinder. UNICEF und seine Partner dokumentieren solche Vorfälle. UNICEF hat wiederholt Angriffe auf Schulen scharf verurteilt und fordert alle Konfliktparteien auf, für den Schutz von Zivilisten und insbesondere Kindern zu sorgen.

UNICEF-Neujahrsgespräch: Kindheit braucht Frieden

Beim traditionellen Neujahrsgespräch in Schloss Bellevue diskutieren heute auf Einladung von UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender internationale Experten der humanitären Hilfe darüber, wie Kindern auch unter schwierigsten Bedingungen Zugang zu Bildung und psychosozialer Hilfe ermöglicht werden kann.

In Flüchtlingscamps und informellen Siedlungen richtet UNICEF weltweit Notschulen sowie Kinder- und Jugendzentren ein. Damit Kinder auch trotz Krieg und Vertreibung den Anschluss und die Hoffnung nicht verlieren, sucht UNICEF zum Teil ungewöhnliche Lösungen. So können Kinder in Syrien durch ein Fernlernprogramm auch dann mit speziellen Büchern weiter lernen, wenn der Schulweg zu gefährlich oder die Schule zerstört ist. In Kamerun und Niger gibt es Radio-Lernprogramme für vertriebene Kinder, die vor der Gewalt durch Boko Haram fliehen mussten.

Um eine verbesserte Reaktion und langfristige Lösungen im Bildungsbereich nachhaltig zu etablieren, setzt sich UNICEF gemeinsam mit Partnern wie der Global Partnership for Education (GPE) für mehr koordinierte politische und finanzielle Unterstützung für Bildung weltweit ein, beispielsweise im Rahmen des Fonds „Education Cannot Wait“ oder bei der heute in Dakar, Senegal, stattfinden Finanzierungskonferenz der GPE.

Die Bundesregierung ist einer der wichtigsten Unterstützer der UNICEF-Arbeit weltweit. Bildung und psychosoziale Unterstützung für jedes Kind sind hierbei zentrale Bereiche, um Kinder in Notsituationen zu schützen – aber auch, um ihnen und ihrem Umfeld langfristige Perspektiven zu ermöglichen. So unterstützt das BMZ beispielsweise die Initiative „No Lost Generation“, die Kindern in Syrien und seinen Nachbarländern neue Perspektiven eröffnet.

Der „UNICEF Report 2018 – Die Chance auf Bildung“ erscheint im Fischer Taschenbuch Verlag.

Mit seiner Kampagne #Kindheitbrauchtfrieden ruft UNICEF Deutschland zur Unterstützung für Kinder im Krieg und auf der Flucht auf.

www.unicef.de/kindheit

Mittwoch, 31. Januar 2018

Festival für jungen Fotojornalismus, 20. bis 24. Juni 2018, Hannover (LUMIX-Festival)

Aus etlichen Ländern der Welt haben uns junge Fotografinnen und Fotografen bereits ihre Geschichten zugesandt. Und wir freuen uns auf einen Endspurt mit weiteren außergewöhnlichen visuellen Arbeiten, denn wir verlängern die Bewerbungsfrist! Auch das Vortragsprogramm nimmt weiter Kontur an, die Stände der Fototechnikschau und Plätze im Container-Dorf sind heiß begehrt. Mit dem STERN haben wir zum zweiten Mal einen Partner zur Seite, der für Nachwuchsfotografen interessante Möglichkeiten der Förderung bietet.

Bewerbungsfrist verlängert bis 5.2.!

Die Zeit rennt und die offizielle Bewerbungsfrist für das 6. LUMIX Festival für jungen Fotojournalismus ist vorbei. Aber wir geben euch noch fünf weitere Tage, um Fotogeschichten und Multimedia-Projekte einzureichen. Bis zum 5.2. ist nun also noch Zeit.
Schickt uns eure fotojournalistischen Arbeiten oder Multimedia-Reportagen, wir freuen uns über jeden weiteren Bewerber und sind gespannt darauf, die unterschiedlichsten visuellen Geschichten zu entdecken. Das Bewerbungsportal findet ihr unter dem folgenden Link: https://fotofestival-hannover.de/bewerbung/bewerbung.html


Nina Berman kommt

Das Vortragsprogramm der 6. Auflage des LUMIX Festival für jungen Fotojournalismus nimmt immer konkretere Formen an. Wir freuen uns, dass die amerikanische Fotografin Nina Berman einen Einblick in ihren Arbeitsalltag und Projekte geben wird.
Die Dokumentarfotografin, Filmemacherin, Autorin und Lehrende Nina Berman ist 1960 geboren. Ihre Themen umfassen amerikanische Politik, Militarismus und die posttraumatischen Folgen des Krieges. Sie ist die Autorin von »Purple Hearts – Back from Iraq«, einem Buch mit Portraits und Interviews mit verwundeten amerikanischen Veteranen und von »Homeland«, einer Untersuchung der Militarisierung der amerikanischen Gesellschaft nach dem 11. September 2001. Vor kurzem ist ihr aktuellstes Buch erschienen, »An autobiography of Miss Wish«, die Geschichte einer Frau, die über 25 Jahre lang Opfer von sexueller Gewalt war. 
Nina Bermans Arbeit wurde mit zahlreichen Awards in Kunst und Journalismus ausgezeichnet, u.a. von der World Press Photo Foundation, Pictures of the Year International, der Open Society Foundation und der New York Foundation for the Arts, dem Aftermath Project und Hasselblad. Außerdem unterrichtet sie als assoziierte Professorin an der Columbia University Graduate School of Journalism, dessen Fotografie-Programm sie leitet.

Nina Berman hält ihren Vortrag am 22. Juni um 19:30 Uhr im Hörsaal des Design Centers.


Matt Black kommt

Matt Black ist der dritte Fotograf, der seine Zusage gegeben hat, beim LUMIX Festival einen Vortrag über seine engagierte Arbeit zu geben. Sein Langzeit-Projekt »Geography of Poverty« ist seit Jacob Holdts »Bilder aus Amerika« vielleicht die subjektivste und beeindruckendste fotografische Dokumentation der Wirklichkeit jenseits des amerikanischen Traums vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Düsteres Schwarzweiß von den Schattenseiten der USA, fotografiert und gesammelt in 20 Jahren und auf zahllosen Reisen durch das Land.
Der 1970 in Kalifornien geborene und lebende Fotograf und Filmer Matt Black konzentriert sich in seiner Arbeit vor allem auf die Themen Migration, Landwirtschaft, Armut und Umwelt in seiner Heimat und in Mexiko. Alles fotografiert in Schwarzweiß und bestens komponiert, aber ohne jegliche ästhetische Verselbständigung. Er erhielt bereits zahlreiche Preise, u.a. von der Magnum Foundation, World Press Photo, W. Eugene Smith Grant und dem Pulitzer Center on Crisis Reporting. 2015 wurde er Nominee der legendären Agentur MAGNUM.
Matt Black spricht über seine Arbeit am 20. Juni um 19:30 Uhr im Hörsaal des Design Centers.


STERN ist wieder Kooperationspartner

Die Kooperation zwischen dem LUMIX Festival und dem deutschen Wochenmagazin STERN geht in die zweite Runde. Dadurch gibt es die Möglichkeit Portfoliosichtungen mit Bildredakteuren des STERN wahrzunehmen. Erfahrene Redakteure nehmen an Podiumsgesprächen und Diskussionen während des Festivals teil. Außerdem werden im Rahmen einer Ausstellung ausgewählte Fotos gezeigt, die die STERN-Stipendiaten der vergangenen Jahre im Rahmen ihrer Arbeit für das Wochenmagazin angefertigt haben.
Das Stipendium des STERN ist ein Teil aus dem Förderprogramm „Junge Fotografie“, um jungen Fotojournalistinnen und –journalisten den Einstieg in den Beruf zu erleichtern. Eine zweite Maßnahme ist der „STERN Grant“, ein Förderpreis in Höhe von 10.000 Euro, der beim vergangen Festival in Hannover zum ersten Mal vergeben wurde. Der spanische Fotograf Sebastián Liste bekam dabei die finanzielle Unterstützung für seine Geschichte „Mexico. An intimate pandemic".
Ab dem ab 1.2. bis zum 28.2. können sich Fotografinnen und Fotografen unter 35 Jahren mit abgeschlossenem Studium für das STERN-Stipendium bewerben. Weitere Informationen unter: https://www.stern.de/sonst/junge-fotografie-stern-stipendium-6467870.html.


Stände der Fototechnikschau füllen sich

 Olympus, Sigma, Probis, FREELENS e.V., laif, Café Lehmitz Photobooks, Peperoni Books, Druckerei Wanderer, FokusPokus und natürlich Panasonic haben ihren Stand für das 6. LUMIX Festival bereits fest gebucht. Das heißt, dass inzwischen die Hälfte aller Stände vergeben ist. In diesem Jahr soll die Fototechnikschau noch hochkarätiger und vielfältiger gestalten werden. Sie bildet im 1500 qm großen Atrium das Herzstück des Festivals. Verschiedenste Unternehmen präsentieren den rund 40.000 Besuchern neueste Technik und interessante Produkte rund um das Thema Kamera und Foto. Natürlich kommen zum Festival nach Hannover nicht nur Young Professionals, sondern auch „alte Hasen“ aus der gesamten Fotografie-Branche. Denn zeitgleich zum Festival finden die DGPh-Tagung sowie die FREELENS-Mitgliederversammlung statt.
Wenn Sie 2018 erstmals oder erneut mit einem Stand vertreten sein wollen, kontaktieren Sie bitte unser Team unter technikschau@fotofestival-hannover.de und wir senden Ihnen gerne eine Aussteller-Mappe mit allen wichtigen Informationen und einem Anmeldeformular zu.


Gutschein sichern

Die erste Ladung Gutscheine war schnell vergriffen, neue sind jetzt gedruckt und diese können nun wieder per E-Mail bestellt sowie direkt an einigen Verkaufsstellen in Hannover erworben werden. Die Gutscheine gelten als Eintrittskarte für alle fünf Festivaltage und kosten regulär 12 Euro bzw. ermäßigt 7 Euro (Schülerinnen und Schüler, Studierende, Rentnerinnen und Rentner, Arbeitslose, Behinderte inklusive einer Begleitperson). Einzulösen sind die Gutscheine vom 20. bis 24. Juni 2018 von 10 bis 20 Uhr an den Kassen im Eingangsbereich des Design Centers.
Die Gutscheine können bis kurz vor dem Festival via Mail an shop@fotofestival-hannover.de bestellt oder direkt in der Hochschule Hannover im Pressebüro (30539 Hannover, Expo Plaza 2, EP 2 Raum 2A.2.28), in der Zentralbibliothek der Hochschule Hannover (30459 Hannover, Ricklinger Stadtweg 118), im Hafven (30167 Hannover, Kopernikusstraße 14) sowie in der GAF | Galerie in der Eisfabrik (30171 Hannover, Seilerstraße 15d) erworben werden. Bitte informieren Sie sich vorher über die jeweiligen Öffnungszeiten.

 So erreichen Sie uns:
LUMIX Festival für jungen Fotojournalismus
Festival-Büro
Schwarzer Bär 2
30449 Hannover

Dienstag, 30. Januar 2018

n-ost und Partnerorganisationen erheben Verfassungsbeschwerde gegen das BND-Gesetz zur „Ausland-Ausland-Überwachung“

Das Journalisten-Netzwerk n-ost hat gemeinsam mit Partnerorganisationen beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eine Verfassungsbeschwerde gegen die Ermächtigung des Bundesnachrichtendienstes (BND) zur sogenannten Ausland-Ausland-Überwachung eingereicht. Die Verfassungsbeschwerde unterstützen neben n-ost der Deutsche Journalisten-Verband (DJV), die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju), die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF), netzwerk recherche (nr) und Reporter ohne Grenzen (ROG).
Unter den KlägerInnen sind namhafte InvestigativjournalistInnen, darunter die Gewinnerin des diesjährigen Alternativen Nobelpreises Khadija Ismayilova (Aserbaidschan), Blaž Zgaga (Slowenien) und Richard Norton-Taylor (Großbritannien).

Die Klage richtet sich gegen die weitreichenden Überwachungsbefugnisse des deutschen Auslandsgeheimdienstes BND durch das Gesetz zur Ausland-Ausland-Fernmeldeaufklärung vom 23. Dezember 2016 (BNDG-Novelle). Das Gesetz ermöglicht es, Telekommunikation im Ausland gezielt mitzuschneiden und alle anfallenden Inhalts- und Verkehrsdaten auszuwerten.



Anders als bei rein inländischen Überwachungsmaßnahmen nach der Strafprozessordnung braucht der BND für eine solche strategische Überwachung keinen konkreten Verdacht und keine richterliche Genehmigung. Die Kommunikation wird anhand bestimmter Suchbegriffe unter Annahme einer allgemeinen Bedrohungslage durchsucht. Die Überwachung kann damit jeden treffen, der Teil der Kommunikation beispielsweise mit JournalistInnen im Ausland ist. Die Rechtsgrundlage hierfür war bis 2016 uneindeutig. Diese Lücke sollte die BNDG-Novelle schließen.

Das Gesetz knüpft nach Überzeugung der KlägerInnen die Überwachung an völlig unzureichende Voraussetzungen. So kann eine Überwachung bereits zu dem vagen Zweck angeordnet werden, „Erkenntnisse von außen- und sicherheitspolitischer Bedeutung“ zu gewinnen. Diese Voraussetzung liegt praktisch immer vor.



"Eine derartige Überwachung erschüttert das Vertrauen der Quellen von Journalisten in die Geheimhaltung ihrer Identität", sagt Hanno Gundert, Geschäftsführer von n-ost. "Diese Aushöhlung des Quellenschutzes zerstört eine wesentliche Grundlage des investigativen Journalismus und bedroht damit weltweit die Pressefreiheit."

Die Verfassungsbeschwerde bemängelt auch die Regelungen zur Kontrolle der Überwachung und die teilweise automatisierte Kooperation des BND mit ausländischen Geheimdiensten. Die KlägerInnen befürchten, dass die Daten aus der vom BND überwachten Kommunikation ohne vernünftige Begrenzungen an andere Geheimdienste weitergegeben werden können. Damit ermöglicht die BNDG-Novelle einen Verlust der Kontrolle des BND über die Daten, wodurch JournalistInnen auch persönlich in Gefahr geraten können, wenn ihre Kommunikationsdaten in die falschen Hände geraten.

Ausführliche Informationen zu den KlägerInnen und die Beschwerde im Wortlaut finden Sie unter http://notrustnonews.org/